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Mulderegion ist Sachsens Hochburg des Rotmilans

Mulderegion ist Sachsens Hochburg des Rotmilans

Peter Solluntsch ist studierter Forstwissenschaftler. Der junge Mann liebt die Natur. Seit Januar betreut der 26-Jährige das Rotmilanmanagement im Altkreis Delitzsch und ist meist auf einsamen Muldewiesen rund um Eilenburg, Bad Düben und anderen Ecken des 300 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebietes anzutreffen.

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Peter Solluntsch ist Mitarbeiter im Projekt Rotmilanmanagement des Landschaftspflegeverbandes.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Prägend für das Landschaftsbild sind weite Felder und ein geringer Waldanteil. Und dort befindet sich auch das Naturschutzgebiet "Vereinigte Mulde Eilenburg - Bad Düben" mit der höchsten Rotmilandichte Sachsens.

In Kooperation mit der Landwirtschaft, Forst, Jagd, dem Naturschutz und Behörden sollen diese Bruthabitate erhalten, entwickelt und gesichert werden. Dafür engagieren sich Projektleiterin Veronika Leißner vom Landschaftspflegeverband (LPV) Nordwestsachsen und Peter Solluntsch. "Ziel ist eine Bestandserfassung des Rotmilans, die Erarbeitung und Umsetzung von praktischen Schutzmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit für den Greifvogel im Landkreis Nordsachsen." Dabei soll eine intensive Zusammenarbeit mit allen Interessengruppen und deren Vertretern angestrebt werden. Der LPV ist dabei nicht allein. Es gibt weitere neun Projektpartner, zumeist Landschaftspflegeverbände in ganz Deutschland.

Der Altkreis Delitzsch weist aktuell sieben bis acht Brutpaare pro 32 Quadratkilometer Fläche auf. Weltweit gibt es rund 24 000 Brutpaare. Zählungen haben ergeben, dass sich davon rund die Hälfte in Deutschland befindet. "Deswegen haben wir eine sehr hohe Verantwortung", weiß Solluntsch.

Seit Wochen streift er durch die Region. Seine Aufmerksamkeit gilt großen, einzeln stehenden Bäumen oder Baumgruppen. Dort sucht er nach Vogelnestern. Damit wird der Rotmilanbestand ermittelt. An seiner Entwicklung in den nächsten Jahren soll gemessen werden, ob Schutzmaßnahmen Erfolg zeigen. Solluntsch informierte über verschiedene Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans. Die Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit ist eine davon. Denn auf großen Mais- und Rapsschlägen findet der Vogel keine Nahrung, da die Kulturen zu hoch sind. Der Rotmilan liebt eine abwechslungs- und strukturreiche Landschaft. Durch EU-Agrarfördermittel sollen für Landwirte Anreize geschaffen werden, Teile ihrer Flächen als Brachen aus der Produktion zu nehmen oder sie als Grünland oder Blühflächen zu bewirtschaften. Das sind nicht nur reine Maßnahmen für den Rotmilanschutz. Auch andere Tiere, zum Beispiel Singvögel, Feldhasen und Hamster, können davon profitieren. Weitere Maßnahmen sind die Schaffung, Erhaltung, der Schutz von Hecken und Feldgehölzen. Denn die haben eine wichtige Funktion für den Naturschutz inmitten weiter Felder. Sie sollen als Bruthabitate für den Rotmilan erhalten werden. Des Weiteren soll der Schutz vor Nesträubern erhöht werden. Durch das Anbringen von Manschetten an Bäumen werden außerdem Waschbären daran gehindert, auf Rotmilannester zu klettern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2014
Von Steffen Brost

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