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Bad Düben Multikulti hinterm Gartenzaun – Bad Düben hat den ersten Gemeinschaftsgarten
Region Bad Düben Multikulti hinterm Gartenzaun – Bad Düben hat den ersten Gemeinschaftsgarten
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00:33 05.05.2018
Gartenexpertin Paula Passin gibt Fahad aus dem Irak sowie Anwat, Hussain und Shahid (von links) aus Pakistan Tipps für das richtige Gärtnern und Beete anlegen. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Fahad aus dem Irak, Hussain, Shahid sowie Anwat aus Pakistan haben viel Spaß. Sie harken Beete, grubbern Unkraut und gießen die frische Aussaat. Im Gemeinschaftsgarten am Wasserturm in Bad Düben ist viel los. Seit Wochen bereiten Koordinator Torsten Reinsch und sein Team das Projekt „Urban Gardening geht aufs Land“ vor.

Auf knapp 2000 Quadratmeter Fläche gegenüber vom Bahnhof sind mittlerweileviele Beete entstanden. Seit vorigem Jahr sind in der Dübener Heide Flächen und Unterstützer gefunden worden, die sich in dem Projekt Gemeinschaftsgärtnern engagieren. Darin wird ausprobiert, ob und wie sich die städtischen Erfahrungen des Gemeinschaftsgärtnerns in den ländlichen Raum der Dübener Heide übertragen lassen. Neben Bad Düben gibt es einen solchen Garten auch in der Gniester Schweiz bei Kemberg.

„In Bad Düben bewirtschaften wir mit der Bahnhofsgenossenschaft Dübener Heide eine Fläche“, erklärt Torsten Reinsch. Das Projekt „Urban Gardening geht aufs Land“ möchte die Chance von Gemeinschaftsgärten in die Dübener Heide bringen und bekannt machen. Nicht umsonst erweisen sich die neuen Gemeinschaftsgärten als „Institutionen kollektiver Weiterbildung in Sachen Naturschutz, Umweltbildung, gesunder Ernährung und nachhaltiger Anbauweise“, so der Experte.

Nach dem Gärtnern wird sich bei internationalen Spezialitäten gestärkt. Quelle: Steffen Brost

Es geht um Kommunikation, Integration, Umweltbildung und Kultur für alle Generationen.

Wochenlang wurden die verwilderten Flächen am Wasserturm begehbar und sauber gemacht. Mittlerweile steht ein Gewächshaus, es wurden Hochbeete und auch individuelle Bereiche für jeden Teilnehmer angelegt. Auch die erste Aussaat mit Kräutern, Salaten und Kartoffeln wurde bereits getätigt. Unterstützung gibt es dabei von Experten wie Paula Passin. Die gelernte Gärtnerin hilft den Teilnehmern rund ums Beet. „Es gab bereits erste Exkursionen und verschiedene Workshops. So ein Gemeinschaftsgarten ist eine echte Integrationsfläche. Der Kontakt steht im Vordergrund. Das Gärtnerin ist nur Mittel zum Zweck und soll dafür eine Plattform geben“, sagte Passin.

Urbaning Gardening

Hintergrund

Urban Gardening ist eine neue weltweite Erscheinung. Überall buddeln die Menschen im Anschluss an ihrem Job in Gemeinschaftsgärten. Oder sie machen mit, weil sie erwerbslos sind und weil sie gerne wieder etwas mit den Händen tun möchten. Gemeinschaftsgärten und interkulturelle Gärten ermöglichen auch Menschen mit wenig Zeit oder zu viel Arbeit für einen Kleingarten irgendwo mitackern zu können. Gemeinschaftsgärten ermöglichen aber vor allem auch Neuzugewanderten und Flüchtlingen, denen die Mittel für einen Kleingarten fehlen, ein Mitmachangebot.

Am Dienstag fand nun das große Einweihungsfest statt. Es wurde international gekocht, ein Rundgang durch die Anlage fand statt, Freye Hörnig führte einen Kompost-Workshop durch und Bad Dübens Kantor Norbert Britze musizierte auf dem Akkordeon. „Ich komme gern hierher. Ich kann etwas für meine Familie anbauen. Ich habe auf meinem Beet Salat und Kräuter ausgepflanzt“, erzählte Fahad Zargani.

Jeden Donnerstag ist von 14 bis 19 Uhr Gartentag am Wasserturm. Bis zu 20 Leute, Bad Dübener, Flüchtlinge und Spätaussiedler pflegen dann gemeinsam ihre Beete oder kümmern sich um die Gemeinschaftsbeete, wo sie für sich und andere Kartoffeln angepflanzt haben. „Es können auch neue Leute vorbeikommen und mit uns gärtnern. Wir freuen uns über jeden, der Interesse dafür zeigt. Wer Lust hat, kann auch gern zu unserem ersten großen Gartenfest am 28. Juni kommen“, so Torsten Reinsch.

Von Steffen Brost

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