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Bad Düben Musikalisches Geschwister-Paar
Region Bad Düben Musikalisches Geschwister-Paar
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14:41 19.05.2015
Die Musik und das Reiten sind die zwei großen Leidenschaften von Kevin und Nicole Sonnenberg. Quelle: Heike Nyari

Neben vier Musikproben in der Woche meistern sie 60 bis 70 Auftritte pro Jahr als Solisten, im Ensemble oder im Orchester.

Erst kürzlich standen sie mit der Bigband der Kreismusikschule auf der Bühne des Delitzscher Bürgerhauses und begeisterten mit 23 weiteren Musikern die Gäste des Neujahrsempfangs mit hinreißenden Jazz-Arrangements. Beim traditionellen Weihnachtsliedersingen auf Schloss Schnaditz boten Kevin und Nicole als Duett einen besonderen Hörgenuss. Das Geschwisterpaar gab einige Weihnachtslieder auf ihren Instrumenten zum Besten und zog das Publikum in seinen Bann. Kommende Woche stehen Kevin und Nicole im Saal des Bad Dübener Heide Spa auf der Bühne.

Hinter dem fantastischen Trompetenspiel stehen aber auch unzählige Übungsstunden. Nicole besucht seit neun und ihr Bruder seit fünf Jahren die Kreismusikschule "Heinrich Schütz". Beide haben Einzel- und Ensembleunterricht. Außerdem spielen sie im 40-köpfigen Orchester des Musikvereins Eilenburg sowie im Blasmusikverein Schenkenberg. Hinzu kommen die Proben mit der Bigband.

Allein für die mehrmaligen wöchentlichen Proben pendeln sie ständig zwischen Bad Düben, Eilenburg und Delitzsch, wobei Mutter Diana Weber den Fahrdienst stemmt. "Mutti unterstützt uns, wo sie kann", lobt Kevin das Engagement der Eltern. Der 15-Jährige besucht zurzeit die Oberschule Bad Düben und möchte nach dem Realschulabschluss sein Abitur machen. Ihm schwebt vor, später einmal etwas Technisches zu erlernen oder zu studieren.

Wer nun jedoch denkt, Kevin sei mit seiner Musik völlig ausgelastet, irrt. Seine zweite große Leidenschaft, die er mit seiner Schwester teilt, sind Pferde. Sein Pferd steht gleich nebenan im Stall und wann immer er Lust und Zeit hat, reitet Kevin durch die Muldeaue oder durch die Prellheide. Stute Susi bekam der Zehntklässler zur Einschulung geschenkt und so ist es selbstverständlich für ihn, dass er sich jeden Tag um sein Tier kümmert. Um sich fit zu halten, joggt er und macht Krafttraining. Vor einem Jahr trat der Tiefenseer der Jugendfeuerwehr bei und nimmt regelmäßig an den Schulungen teil. Sein Ziel ist es, in diesem Jahr eine Truppmann-Ausbildung zu absolvieren und, wenn alles klappt, steht im Sommer einer Übernahme in die aktive Wehr nichts mehr im Weg.

Nun möchte man meinen, die Schule leide unter so viel Freizeitbeschäftigung des jungen Mannes. Doch über seine Zensuren braucht sich Kevin nicht zu beklagen. Erst im Dezember beteiligte er sich mit Erfolg an der Geografie-Olympiade. Nach dem Platz eins an seiner eigenen Schule belegte er in einer höheren Runde Platz drei und nahm am großen Regionalausscheid teil. In der neunten Klasse stürzte er sich in eine Englisch-Olympiade.

Nicole büffelt derweil auf dem Delitzscher Wirtschaftsgymnasium Gesundheit und Soziales. Ihr Wunsch ist es, nach dem Abitur eine Laufbahn bei der Bundeswehr einzuschlagen und dort im Musikcorps zu spielen. Neben einer Grundausbildung im Sanitätsbereich möchte sie eine musikalische Ausbildung in Düsseldorf absolvieren.

Auch Nicole wuchs mit Pferden auf. Doch aus Zeitgründen hing sie den Reitsattel an den Nagel, um sich intensiver dem Abitur und ihrer Musik zu widmen. In den zurückliegenden Jahren beteiligte sie sich an den anspruchsvollen Wettbewerben "Jugend musiziert" in Leipzig und brachte mehrere erste und zweite Plätze mit nach Hause. Außerdem standen im vorigen Jahr mehrere wichtige Prüfungen in der Musikschule an.

Doch wie kommt ein Mädchen wie sie zur Trompete? Der Ursprung des Trompetenspiels ist ebenfalls im Reitstall zu suchen. "Vor knapp zehn Jahren gab es in Tiefensee ein Reiterfest, bei dem eine Gruppe von Jagdhornbläsern aufspielte", erinnert sich ihre Mutter. Das faszinierte die damals achtjährige Tochter, die zum Horn griff. Nur wenig später ertönte das Signal "Fuchs tot" - und allen Anwesenden verschlug es fast die Sprache.

In dem Kind reifte immer mehr der Wunsch, unbedingt Jagdhorn zu spielen, doch mangels an Lehrern wurde aus dem Horn eine Trompete. Heute kann sich Nicole ein Leben ohne das Trompetespielen gar nicht mehr vorstellen, aber das Jagdhornblasen kann sie mittlerweile auch. Außerdem gibt sie ihr Wissen an ihre jüngere Schwester Leonie weiter und bringt ihr den Umgang mit der Trompete bei.

Mit Freude greift Nicole auch zu Büchern und outet sich als Leseratte. Am liebsten schmökert sie dabei in Horrorromanen. Und da ist der Sprung zu Halloween nicht mehr weit. Kevin und Nicole organisierten im Oktober mit einigen Freunden für die Kinder das erste Halloweenspektakel in ihrem Heimatdorf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.02.2014
Heike Nyari

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