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Musiker-Einsatz für Gotteshaus

Musiker-Einsatz für Gotteshaus

Zum Tag des offenen Denkmals hatte am Sonntag auch die kleine Dorfkirche in Gruna geöffnet. Die war vom Juni-Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden und konnte sich nunmehr über finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau freuen.

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Der Posaunenchor sowie der Flötenkreis aus Sprotta geben zum Tag des offenen Denkmals in der Grunaer Radfahrerkirche ein Benefizkonzert.

Quelle: Steffen Brost

Gruna. Rund 186 000 Euro Schaden richtete das Muldehochwasser am Gotteshaus an. "Wir waren gerade fertig mit der Beseitigung der Schäden von der Flut im Jahr 2002. Und jetzt müssen wir noch einmal von vorn anfangen", sagte Pfarrerin Edelgard Richter. Fußboden, Putz sowie Außen- und Innenfassade sind zum Teil beschädigt. Genauso die wertvollen Epitaphe. Die müssen jetzt fachgerecht von einem Restaurator getrocknet werden. "Das sind enorme Kosten, die da auf uns zukommen. Ich rechne mit noch mindestens einem Jahr, bis alle Arbeiten halbwegs erledigt sind", so Edelgard Richter weiter.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Und so ließ sich die Pfarrerin zum Denkmaltag eine Überraschung einfallen und stimmte am Nachmittag mit dem Posaunenchor und dem Flötenkreis Sprotta ein gemeinsames Konzert an. "Wir präsentieren heute ein bunt gemischtes Programm von der Klassik bis zur Moderne", sagte Posaunenchorleiter Harald Richter und verband das Sinnvolle mit dem Nützlichen. Denn die Posaunisten feierten in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen mit zahlreichen Auftritten und Veranstaltungen. Dabei wollen sie mit ihren Konzerten Flutgeschädigten helfen. So kamen bei Auftritten zwischen Eilenburg und Bad Düben 2250 Euro zusammen. 893 Euro davon fließen als Spende nach Gruna, um den Menschen beim Wiederaufbau ihres Dorfes zu helfen.

Auch viele andere Gemeinden haben das kleine Muldedorf unterstützt. So konnte die Pfarrerin gemeinsam mit Margit Jestel vom Gemeindekirchenrat eine 200-Euro-Spende der Mörtitzer Kirchengemeinde aus einer Kollektensammlung entgegennehmen. Und da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, war auch noch Naumburgs Domkantor Jan-Martin Drafehn am Sonntag zu Gast. Auch er hatte einen symbolischen Scheck in der Tasche. "Wir haben kürzlich eine Benefizserenade im Kreuzgang des Naumburger Doms gespielt als Spendenaktion für unsere neue italienische Orgel. Da die Flut bekanntlich viele Schäden hinterließ, war schnell klar, dass wir einen Teil des Geldes spenden wollen. Mein Bruder Jörg leitet mit seiner Frau Beate die Pfarrstelle in Schildau. Er erzählte mir von der Situation in Gruna. Damit war klar, dass wir dorthin das Geld geben", erzählte Drafehn und überreichte einen Scheck über 500 Euro an die Kirchgemeinde zur Beseitigung der Schäden.

Zum Tag des offenen Denkmals öffneten am Sonntag bundesweit rund 7500 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten ihre Türen für Kultur- und Geschichtsfans. Rund vier Millionen Besucher wurden bei allen Veranstaltungen zum Denkmaltag gezählt. Unter dem Motto "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" standen in diesem Jahr die zentralen Fragen der Denkmalpflege im Mittelpunkt: Wer entscheidet, was ein Denkmal ist? Und: Wie sehen kluge Denkmalschutzkonzepte für die Zukunft aus? An vielen Orten konnten die Besucher über diese und andere Fragen mit Fachleuten sprechen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.09.2013

Steffen Brost

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