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Bad Düben Nach Brand in Kossaer Tischlerei läuft Produktion weiter
Region Bad Düben Nach Brand in Kossaer Tischlerei läuft Produktion weiter
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11:17 07.02.2019
Tischlermeister Matthias Göttert an einer ausgeliehenen Kantenleimmaschine. Der Kossaer ist zuversichtlich, denn die Auftragsbücher sind bis August voll. Quelle: Steffen Brost
Kossa

Die Nacht zum 18. September 2018 wird Tischlermeister Matthias Göttert aus Kossa sein Leben lang nicht mehr vergessen. Denn da brannte mit seiner Tischlerei in der Kossaer Hauptstraße binnen weniger Stunden seine gesamte Existenz nieder. Neben dem Hauptgebäude mit rund 400 Quadratmetern Fläche brannten auch ein Anbau mit 150 Quadratmetern sowie ein dahinter befindliches Holzlager ab.

Meterhoch haben die Flammen beim Brand in der Tischlerei von Matthias Göttert in Kossa gewütet. Quelle: Steffen Brost

Am Abend jenes Tages heulten in den Ortschaften rund um Kossa die Sirenen. In der Traditionstischlerei Göttert war ein Feuer ausgebrochen. Das gesamte zweietagige Gebäude stand komplett in Flammen. Insgesamt 93 Kameraden von acht Feuerwehren aus der Region waren bis in die Morgenstunden im Einsatz.

Intensiver Kampf gegen die Flammen

Stundenlang versuchten sie, den immer wieder auflodernden Brand unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen der Flammen auf nebenstehende Gebäude zu verhindern. Wegen starker Rauchentwicklung wurde auch eine Familie mit drei Kindern vorsorglich aus einem der Nachbargebäude evakuiert und zu Angehörigen gebracht

Die ehemalige Produktionshalle ist leergeräumt. Stützen sorgen dafür, dass das Dach nicht komplett einstürzt. Quelle: Steffen Brost

Der 49-jährige Tischlermeister steckte den harten Schlag nach außen schnell weg. Schon vier Wochen nach der Brandkatastrophe lief im Ortsteil Gleinermühle, zwischen Söllichau und Bad Düben, in einer angemieteten Werkhalle die Produktion wieder an. Unterstützung fand Matthias Göttert in dieser schweren Zeit vor allem bei seiner Familie, Freunden und seinen Arbeitskollegen. Auch Spenden halfen in den ersten Wochen, um zu überleben.

Die Tischlerei in der Kossaer Hauptstraße ist leergeräumt. Ob sie hier wieder neu aufgebaut wird, ist noch fraglich. Quelle: Steffen Brost

Das Telefon ist bis heute eines seiner wichtigsten Arbeitsmittel. Denn Termine müssen koordiniert und neue Maschinen herangeschafft werden. Und dann ist da noch das mit den Lieferanten, die oftmals die neue Adresse Gleinermühle 3 nicht finden und schwere Lieferungen einfach beim Nachbarn abladen. „Die Auftragsbücher sind bis August voll. Und für Ende des Jahres habe wir auch schon die ersten Arbeiten reinbekommen“, ist der Kossaer aber zuversichtlich.

Anwälte streiten sich jetzt um die Regulierung

In seiner abgebrannten Werkstatt in Kossa ist mittlerweile gespenstische Ruhe eingezogen. Fast alle Maschinen und Werkzeuge sind rausgeräumt. Vieles wanderte in den Müllcontainer, anderes konnte repariert werden. Mitarbeiter, Familie und Freunde halfen dabei – und bei der Bewältigung der Brandkatastrophe. „Mittlerweile steht auch fest, dass es keine Brandstiftung war. Den Ergebnissen der Branduntersuchung zur Folge entstand unter der Feuerholzkreissäge des Nachbarn durch Funkenflug oder unsachgemäßen Umgang mit Feuer der Brand. Jetzt streiten sich die Anwälte. Ich hoffe, dass die Versicherung des Nachbarn für den Schaden aufkommt. Denn der liegt bei etwa 800 000 Euro“, erzählt Matthias Göttert.

In dieser Werkhalle im Ortsteil Gleinermühle, zwischen Bad Düben und Söllichau, ist die Produktion der Tischlerei vier Wochen nach dem Brand bereits wieder angelaufen. Quelle: Steffen Brost

Ob und wann der Kossaer Tischlermeister seine Werkstatt auf dem eigenen Grundstück wieder aufbaut, steht nicht fest. Dazu müssen in den kommenden Wochen und Monaten noch viele Fragen beantwortet werden. „Zahlt die Versicherung den Schaden? Wenn ja, wann? Oder können wir die jetzige angemietete Produktionshalle erwerben? Oder kommt es zum Neubau in Kossa? Darauf weiß ich alles noch keine Antwort. Vielleicht werde ich im Laufe des Jahres schlauer“, hofft Göttert.

„Wichtig, dass die Arbeit wieder läuft“

Für ihn und seine beiden Mitarbeiter stehen aktuell andere Dinge im Vordergrund. „Für uns ist am allerwichtigsten, dass die Arbeit wieder läuft, wir unsere Kundenaufträge abarbeiten, der Maschinenpark funktioniert und ich bis August einen neuen Auszubildenden finde. Wir starten jetzt eine kleine Werbekampagne und hoffen, dass sich jemand meldet und mal bei einem Praktikum in den Tischlerberuf reingeschnuppert“, so Göttert.

Von Steffen Brost

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