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Bad Düben Nach Hilferuf: Köhler-Familie in der Dübener Heide erhält viel Zuspruch
Region Bad Düben Nach Hilferuf: Köhler-Familie in der Dübener Heide erhält viel Zuspruch
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14:52 23.02.2018
Norma und Jörn Austinat betreiben die Köhlerei Eisenhammer. Quelle: Steffen Brost
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Norma Austinat ist überwältigt. Viele Freunde und Bekannte hätten sich bei ihr auf den in der LVZ erschienenen Beitrag gemeldet, in dem die Betreiber der Köhlerei Eisenhammer von ihren Ängsten um ihren Betrieb berichten. Mittlerweile gibt es im Internet eine Petition an die Untere Naturschutzbehörde in Wittenberg: „Rettet die Köhlerei vor der Überflutung. Das Handwerk ist eingetragenes UNESCO-Weltkulturerbe und würde verloren gehen, ganz zu schweigen von der Existenz einer Familie und mehrerer Angestellter.“ Binnen kurzer Zeit unterschrieben über 560 Menschen.

Die Köhler-Familie lebt von der Holzkohle-Produktion. Quelle: Waltraud Grubitzsch

Auch wenn für die Austinats der Biber mit seinen Bauwerken der Schuldige an der Misere ist – im Landratsamt Wittenberg gibt es dazu auch gegenteilige Meinungen, wird der Einfluss überdurchschnittlicher Niederschläge und eines möglichen Schichten-Wasser-Problems geprüft, das für die Vernässung verantwortlich sein könnte. Aus Vorsorgegründen habe man auf die Sorgen der Familie im letzten Jahr reagiert und eine für zwei Jahre geltende Ausnahmegenehmigung erteilt. Der am Köhlerei-Gelände gelegene Damm wurde vollständig entfernt und „damit eine wassergefüllte Fläche, bei der nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie Einfluss hatte“, so Wittenbergs Vize-Landrat Jörg Hartmann. Ein weiterer Bereich mit vier Nahrungsdämmen in Richtung Köhlerei sei ebenso beseitigt worden, sodass der Bach wieder in seinem Bett fließen könne, ein Hauptdamm wurde geschlitzt und auf einen reduzierten Wasserstand zurückgefahren.

Die Behörde sei sich ob der Bedeutung der Köhlerei für die Region bewusst, will der Familie helfen. Das Problem habe Dimensionen angenommen, die nicht mehr allein auf lokaler Ebene geklärt werden könnten. Deshalb wurde auch das Landesministerium eingeschaltet. Den nächsten Termin gibt es an diesem Freitag beim zuständigen Staatssekretär.

Von Kathrin Kabelitz

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