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Bad Düben Nach Hochwasser: Viele Spenden ermöglichen Grunaer Tagesmutter den Neustart
Region Bad Düben Nach Hochwasser: Viele Spenden ermöglichen Grunaer Tagesmutter den Neustart
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14:24 19.05.2015
Alles wieder schick. Von den vielen Spenden konnte Tagesmutti Elvira Koch den Bereich, in dem sie die Kinder betreut, wieder neu gestalten. Auch der einjährige Alexander freut sich, dass hier wieder alles schön geworden ist. Fotos: Steffen Brost Quelle: Steffen Brost

Es hinterließ wie schon 2002 Schäden und große Verwüstung. Allein am Gebäude der Kochs wurde der Schaden auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Das meiste Mobilar im Erdgeschoss erlitt Totalschaden.

"Vieles ist beim Hochwasser zerstört worden. Wieder musste der Putz von den Wänden, der Fußboden raus und auch die Türen waren nicht mehr zu gebrauchen. Überall stand tagelang die braune Brühe und bahnte sich den Weg bis in die kleinste Ritze. Neben dem Schaden in der eigenen Wohnung war auch der gesamte Betreuungsbereich der Kinder betroffen", erzählt Elvira Koch.

Das traf die Grunaerin doppelt hart. Denn sie ist eine von über 50 Tagesmüttern in Nordsachsen. Im Laußiger Ortsteil Gruna betreut sie seit fast zehn Jahren bis zu fünf Kinder im Alter von bis zu drei Jahren. Als das Wasser kam, musste sie ihre Sprösslinge vorübergehend in andere Obhut geben. Doch ans Aufgeben dachte die gelernte Krankenschwester nicht. "Das Wasser war wieder weg und wir haben begonnen, alles wieder aufzuräumen. Als erstes nahmen wir uns den Kinderbereich vor", erzählte Koch.

Dank vieler Spenden konnte es relativ zügig losgehen. Die ersten Wochen bestimmten Trockner das Tagesgeschäft. Die Feuchte musste schließlich erst wieder aus den Wänden heraus, ehe neuer Putz drauf konnte. Damals klopften immer wieder wildfremde Menschen und Vertreter von Hilfsorganisationen an ihrer Tür, um zu helfen. Manche brachten auch nur Geld wie Gunnar Lüttmann von der lutherischen Kirchengemeinde Lage bei Detmold vorbei. Bereits beim Hochwasser 2002 half der engagierte Mann den am schlimmsten betroffenen Bürgern im Laußiger Ortsteil. Als er bei Elvira Koch vorbeischaute, ließ er 500 Euro als kleine Anschubhilfe zurück.

"Die vielen kleinen und großen Spenden haben mich sehr gefreut. Das half in der ersten Zeit, bis die Versicherungen grünes Licht für weitere Zahlungen gaben", freute sich Koch.

Seit November betreut die Grunaerin wieder drei Kinder. Im Inneren des Hauses erinnert nichts mehr an die dreckige Brühe. Nur an der Hausfassade kann man noch sehen, wie hoch das Wasser einmal stand. "Wir haben jetzt von der Hausratversicherung Bescheid bekommen, dass auch diese Schäden geregelt werden. Über den Sommer soll nun die Fassade saniert werden. Dann sind wir endlich fertig", so Koch.

Ob sie das alles nochmal bei einem evntuellen dritten Hochwasser durchmachen würde, glaubt die Grunaerin nicht. "Jetzt denken wir aber nicht daran. Ich freue mich auf mein zehnjähriges Jubiläum im Oktober und auf zwei neue Anmeldungen von Kindern im Frühjahr 2015."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2014
Steffen Brost

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