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Bad Düben Nach Wolfs-Nachweis werden die Kontrollen verschärft
Region Bad Düben Nach Wolfs-Nachweis werden die Kontrollen verschärft
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14:28 19.05.2015
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Kreisgebiet

Im Rahmen eines Monitorings (Beobachtung) werde der Frage nachgegangen, ob sich das Tier dauerhaft in der Dübener Heide niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat, wie das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz mitteilt. "Wir akzeptieren, dass er da ist. Mit der Aufnahme ins Jagdgesetz haben wir die Verpflichtung übernommen, dass wir den Wolf sichten und auswerten und die Daten an die Behörden weiterleiten", sagte Andreas Brückner vom Jagdverband Delitzsch. Bei dieser Sichtung geht es unter anderem um Aufenthaltsorte und Anzahl der streng geschützten Tiere. Während das Foto der Kamera bereits von den Experten ausgewertet wurde, soll nunmehr nach Spuren, Losungen (Kot) und Rissen vor Ort und in dem Waldgebiet gesucht werden. "Es wird jetzt ein intensives Monitoring geben", bestätigt gestern Forstbezirksleiter Jan Glock vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Die Technische Universität Dresden mit seiner forstlichen Einrichtung in Tharandt werde das Monitoring im Rahmen eines Projektes begleiten. Für Glock ist es nicht ungewöhnlich, dass es einen ersten Beweis für das Vorkommen des Wolfes in der Dübener Heide gibt. In der Annaburger Heide in Sachsen-Anhalt/Brandenburg, "nicht mal einen Tagesritt entfernt", gibt es bereits ein bestätigtes Wolfspaar, das Nachkommen hervorgebracht hat. "Interessant wird sein, ob es noch einen zweiten Wolf bei uns gibt", so Glock weiter. Und damit möglicherweise ebenfalls ein Paar, das für Nachwuchs sorgen könnte. Für unwahrscheinlich hält der Forstbezirksleiter das nicht. "Wir haben hier ein geschlossenes Waldgebiet mit reichlich Wild." Seit Jahren gilt die Naturparkregion als Wolfserwatungsgebiet, nachdem in der Lausitz immer mehr Wölfe leben und neue Reviere suchen. Nach LVZ-Recherchen wissen die Jäger in der Region bereits seit Monaten, dass der Wolf da ist - nicht nur im Bereich der Dübener Heide. "Wir hatten im Dezember unseren Jägerball in Löbnitz, auch wenn es wie Jägerlatein klingt, als ich auf dem Nachhauseweg war, habe ich im Ort einen Wolf hinter dem Eichenast in die Schlippe zur Muldeaue laufen sehen", sagt ein Jäger aus dem Delitzscher Jagdverband am LVZ-Telefon, der namentlich nicht genannt werden will. Schlussendlich räumt er ein, dass nur der Videobeweis zähle. Die zu bejagende Fläche (zirka 65 450 Hektar) des Jagdverbandes wird von 221 Mitgliedern in 100 Gemeinschaftsjagd- und 26 Einzeljagdbezirken betreut.

Tierhalter sind indes alarmiert und vom Landratsamt angehalten worden, Vorkehrungen zum Schutz ihrer Herden zu treffen, vor allem Schaf- und Ziegenhalter. In anderen sächsischen Regionen kam es bereits zu Tierrissen. "Die Fördermöglichkeiten für Schutzvorkehrungen, die der Freistaat Sachsen bietet, wurden bereits mehrfach in Anspruch genommen", weiß Wolfsmanager Giso Damer vom Kreisumweltamt mit Blick auf Nordsachsen. Wie Petra Bretschneider, Leiterin der Mockrehnaer Außenstelle des Landesamtes für Umwelt gestern auf Nachfrage mitteilt, haben bereits 17 Tierhalter entsprechende Förderanträge gestellt.

Wolfsexperten empfehlen mindestens 90 Zentimeter hohe, handelsübliche Elektrozäune. Auch 1,20 Meter hohe Festzäune und die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht böten einen guten Schutz. Denn Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich bei Tierrissen sei die Einhaltung eines entsprechenden Mindestschutzes. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2014
Nico Fliegner und Frank Pfütze

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