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Bad Düben Nach dem Aus für Tempo 30: Wellaune kämpft weiter um die Ortsumgehung
Region Bad Düben Nach dem Aus für Tempo 30: Wellaune kämpft weiter um die Ortsumgehung
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07:00 16.03.2016
Der Verkehr schlängelt sich durch Wellaune. Quelle: Wolfgang Sens
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Wellaune

In Wellaune ist die Nachricht, dass die Tempo-30-Regelung für die Nachtstunden nicht kommt, mit Fassung aufgenommen worden. Am Montag war bei einem Gespräch zwischen Vertretern des Landkreises Nordsachsen und des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr die Entscheidung bekannt gegeben worden. Gisela Jäschke signalisierte, dass dies letztlich im Sinne des Anliegens der Wellauner Bürgerinitiative sei, auch aus Sorge davor, dass Zwischen- zu Endlösungen werden, die das Projekt Ortsumgehung gefährden könnten: „Wir hatten 2015 das Gespräch in Dresden. Schon dort haben wir gesagt, dass wir nicht auf diese Regelung pochen. Wir wollen, dass die Ortsumgehung kommt.“ Noch gelte der aktuelle Bundesverkehrswegeplan: „Und da stehen wir ja drin, also müssen die Planungen in Dresden weitergehen.“ Zudem setzen die Wellauner fest auf die Neufassung des Bundesverkehrswegeplan plus, der mit erheblicher Verzögerung dieses Jahr beschlossen werden soll.

Das Tempolimit war eine der Möglichkeiten, die der Dresdner Verkehrsplaner Tobias Schönefeld zur zwischenzeitlichen Entlastung der Wellauner aufgezeigt hatte – bis die Ortsumgehung gebaut ist. Als das Landratsamt im Dezember 2014 signalisierte, dies zu genehmigen, war das Landesverkehrsamt dagegen, auf den Ablehnungs-Bescheid folgte der Widerspruch der Kreisbehörde. Um eine sachgerechte Beurteilung der Lage zu ermöglichen, hatte das Landesverkehrsamt im März 2015 eine aktuelle Verkehrszählung vornehmen und ein Lärmgutachten erstellen lassen. „Sie ergaben für den südlichen Ortseingang 7351 Fahrzeuge pro Tag, am nördlichen Ortsausgang 8486“, so Behörden-Sprecherin Isabel Siebert. Letztlich habe die Auswertung ergeben, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung aus Lärmschutzgründen fachlich nicht geboten sei. Die im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Ausnahmeregelungen des Bundes- und der Länderverkehrsminister zur Erleichterung für Tempo 30 in Ortslagen seien hier nicht einschlägig, „denn mit der geplanten Änderung der StVO soll das Einrichten von Tempo-30-Bereichen für besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer – vor Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern – erleichtert werden“. Die ebenfalls angeregten Geschwindigkeitsmesstafeln dagegen stehen mittlerweile und hätten Beobachtungen der Anwohner zufolge eine gewisse „erzieherische Wirkung, doch vom Gas zu gehen“.

Siebert betonte, dass d ihre Behörde intensiv an der Vorbereitung für das Vorhaben B 2 Ortsumgehung Wellaune arbeite. Die BI geht deshalb auch fest davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren in diesem Jahr beginnen wird. Die Anwohner des Dübener Ortsteils gehen mit ihrem Kampf um die neue Straße ins 15. Jahr und fordern dabei regelmäßig Kontakte zu Entscheidungsträgern und Kommunalpolitikern ein. Im vergangenen Jahr waren sie zu Gesprächen in den zuständigen Ministerien in Berlin und Dresden. Noch im März soll es ein weiteres Treffen geben, von dem sie sich „richtungsweisende Aussagen erhoffen“.

Von Kathrin Kabelitz

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