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Bad Düben Nachweis erbracht: In Naturpark Dübener Heide leben Wildkatzen
Region Bad Düben Nachweis erbracht: In Naturpark Dübener Heide leben Wildkatzen
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09:53 10.03.2017
Wildkatzen wie diese haben die Dübener Heide offenbar als ihren Lebensraum erobert (Symbolfoto). Quelle: dpa
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Bad Düben

Mit einer speziellen Methode haben jetzt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Naturparkträgerverein Dübener Heide das Vorkommen von Wildkatzen im Naturpark Dübener Heide nachgewiesen. Das teilte der BUND am Donnerstag mit. Die gefährdete Europäische Wildkatze breitet sich damit im Freistaat Sachsen weiter aus. „Der bestätigte Kater ist eng mit den Wildkatzen aus dem Harzer Vorland verwandt – wie auch die Wildkatzen aus dem Leipziger Auwald. Sie sind also nach Sachsen eingewandert“, sagt Almut Gaisbauer, Projektkoordinatorin des Rettungsnetzes Wildkatze des BUND Sachsen.

Kontrollaktionen laufen seit 2016

Seit dem Nachweis einer tot aufgefundenen Europäischen Wildkatze an einer Bundesstraße in der Dübener Heide im Herbst 2015 untersucht der BUND Sachsen mit Hilfe der sogenannten Lockstockmethode, ob es weitere Vorkommen der Wildkatze in Nordsachsen gibt. Dazu waren ehrenamtliche Helfer im Einsatz. 15 Freiwillige betreuten im vorigen Jahr 32 Kontrollstellen in den Wäldern zwischen Authausen, Weidenhain, Trossin und Kossa – und zwar alle sieben bis zehn Tage. Dabei entdeckten sie Haare, die nunmehr Beweis sind, dass mindestens ein Wildkater tatsächlich in der Naturparkregion lebt. Diese Kontrollaktion werde laut Gaisbauer in diesem Jahr fortgesetzt. Dazu werden Holzlatten, die sogenannten Lockstöcke, aufgestellt und mit Baldrian besprüht. Wildkatzen werden von dem Duft des Krautes angezogen, reiben sich an den Lockstöcken und hinterlassen dabei einzelne Haare. Diese Haarproben werden gegenwärtig mit Unterstützung durch Naturpark-Freiwillige gesammelt und anschließend im Senckenberg-Institut Gelnhausen genetisch analysiert. Die Experten dort können dann feststellen, ob es sich um Wildkatzen-Haare handelt.

Unterstützung von Ehrenamtlichen

„Die Unterstützung durch so viele ehrenamtliche Heidefreunde beim Wildkatzenmonitoring hat uns wieder völlig überwältigt“, sagt Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide. „Wir sind jetzt wieder gespannt, ob uns ein oder gar mehrere Wildkatzennachweise im Naturpark Dübener Heide gelingt. Wir hoffen sehr, dass sich hier eine stabile Population entwickelt oder bereits etabliert hat.“

Mit der Lockstock-Methode ist dem BUND Sachsen bereits gelungen, die Wildkatze im Leipziger Auwald nachzuweisen. Der BUND erhofft sich anhand der Untersuchungen weitere Erkenntnisse darüber, wie viele Tiere in Sachsen und in der Dübener Heide im Speziellen leben, über ihr Wanderungsverhalten oder ob sie sich vermehren. Dementsprechend können die Schutzmaßnahmen für die sehr scheue und gefährdete Wildkatze bestmöglich entwickelt und umgesetzt werden.

Ursprünglich kam die Wildkatze in ganz Deutschland vor, heute gibt es noch 5000 bis 7000 der scheuen Tiere. Sie haben zwei Hauptverbreitungsgebiete: Das sind Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald und Taunus sowie Harz, Solling, Kyffhäuser, die übrigen Waldgebiete Nordthüringens und den Hainich. Und jetzt eben auch den Leipziger Auwald und den Naturpark Dübener Heide.

Von Nico Fliegner

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