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Napoleons Muldeüberquerung nachgestellt

Napoleons Muldeüberquerung nachgestellt

Auf den Muldewiesen in Bad Düben steht jetzt ein Kunstwerk. Es sind kleine Holzpfähle, die Napoleons Soldaten vor 200 Jahren symbolisieren. Der Feldherr marschierte einst mit seinem Gefolge über die Muldebrücke.

Am Ufer der Mulde mit Blick zur Muldebrücke stehen hölzerne Stäbe für über 10 000 französische Soldaten, die am 9. Oktober 1813 die Mulde bei Düben überquerten. Raik Zenger (rechts) schuf die Installation als Mahnmal.

Quelle: Heike Nyari

Bad Düben. Die Eröffnung des Landschaftskunstwerks auf 15 Uhr zu legen, war vielleicht nicht gerade besucherfreundlich, dafür aber historisch korrekt. Laut Aussage von Raik Zenger geschah das Ereignis, das ihn zur kunstvollen Installation bewegte, genau vor 200 Jahren um 15 Uhr. Die Rede ist vom Übergang von etwa 10 000 Soldaten der französischen Armee am 9. Oktober 1813.

200 Jahre später also und auf den Tag genau begrüßte der Bad Dübener Holzkünstler etwa 50 Gäste am Lauch. Von dort aus schauten die Besucher auf zahlreiche rot-blau-weiß gestaltete Holzstäbe, die auf beiden Seiten der Mulde in das Erdreich geschlagen waren. "Jeder Pfahl stellt etwa 50 Soldaten dar", erklärte Zenger. Sie seien an historischer Stelle aufgestellt, "denn hier stand einst eine Brücke, über die die Vorhut der mittleren Sektion von Hohenprießnitz und Wellaune kommend den Fluss überquerte". In Etappen marschierten die Franzosen bis zum Abend in die Stadt. Napoleon selbst soll sich zeitgleich mit noch einmal 45 000 Mann auf der anderen Seite des Flusses über Pristäblich Richtung Düben bewegt haben.

Nähere Ausführungen zu den Ereignissen, die sich wenige Tage vor der großen Völkerschlacht bei Leipzig in und um Bad Düben ereigneten, erfährt der geschichtsinteressierte Besucher zurzeit im Naturparkhaus. Dort wurde kürzlich die bemerkenswerte Ausstellung von Gerald Schmidt aus Halle eröffnet, die noch bis Mitte November zu sehen sein wird. Dort ist auch das Buch "Vor der großen Schlacht" erhältlich. Im Zuge der Erarbeitung von Buch und Ausstellung entstanden im Auftrag von Gerald Schmidt zirka 30 Gemälde des Malers Volker Pohlenz aus Wöllnau.

Der Hallenser Kurator war es übrigens, von dem sich auch Raik Zenger zu dem geschichtlichen Landschaftskunstwerk inspirieren ließ. Insgesamt, so war vom Kunstschaffenden zu erfahren, entstand in den zurückliegenden Wochen eine Geschichtstrilogie. Teil eins besteht aus einem drei Meter hohen gebrannten Pfahl, der im Hof des Naturparkhauses zu sehen ist. Dieses Objekt stellt für Zenger in stark abstrakter Form das brennende Düben aus jener Zeit dar. Mit dem Kunstwerk an der Mulde beschäftigt sich der zweite Teil. Als letztes Drittel schuf der Bad Dübener den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte in Originalgröße aus Pappelholz.

Mittlerweile reift eine weitere Idee. Die Holzpfähle werden Mitte November entfernt, doch um dauerhaft an das Ereignis zu erinnern, möchte Raik Zenger gemeinsam mit Michael Kühn aus Bad Düben anstelle der Holzstäbe Weidensetzlinge in der selben Größe und Anzahl ins Erdreich bringen. Die werden wurzeln, austreiben und irgendwann ein grünes Band sein, ist sich Zenger sicher. "Die Weide als einheimische Pflanze passt in das Naturschutzgebiet und wäre ein geeignetes Mittel als lebendiges Mahnmal gegen den Krieg."

In Ergänzung und als Abschluss der Bad Dübener Völkerschlacht-Erinnerungstage lädt der Verein Dübener Heide am Sonntag um 7 Uhr zum Befehlsfrühstück ins Naturparkhaus ein. Gerald Schmidt und Torsten Gaber werden im Morgengrauen auch Napoleon zu einem zünftigen Becher Kaffee begrüßen können. Alle interessierten Frühaufsteher sind willkommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Heike Nyari

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