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Bad Düben Naturpark Dübener Heide will bundesweit die vierte Qualitätswanderregion werden
Region Bad Düben Naturpark Dübener Heide will bundesweit die vierte Qualitätswanderregion werden
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07:00 23.05.2016
Zum Tag des Wanderns Mitte Mai ging es noch einfach durch die Dübener Heide. 2017 soll diese schon eine zertifizierte Wanderregion sein. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Das große Ziel steht. Thomas Klepel, Leiter des Naturparks Dübener Heide, formuliert es so: „Gemeinsam mit der Stadt Bad Düben wollen wir Anfang September 2017 Gastgeber des sächsischen Wandertages sein. Wir möchten die Gäste dann in einer zertifizierten Wanderregion begrüßen, die sich die Themen Natur und Gesundheit ganz groß auf ihre ‚Wanderfahne’ schreibt.“ Der Knackpunkt aber daran: Beide Punkte sind noch offen.

Sächsischer Wandertag 2017

Die Entscheidung für den ersten Punkt, den Zuschlag in Sachen Sächsischer Wandertag 2017, soll zum Deutschen Wandertag in Sebnitz Ende Juni und damit in wenigen Wochen verkündet werden. „Wir sind da sehr zuversichtlich“, so Thomas Klepel, „dass wir auch mit dem in der Region verankerten Lutherweg im Lutherjahr den Zuschlag bekommen.“

Etwas mehr Kopfschmerzen bereitet dem Naturparkleiter der zweite Wunsch. Die Themen Natur und Gesundheit, bei denen die Dübener Heide ihre Stärken hat, diese aber noch nicht offensiv genug herausarbeitet, ließen sich gerade auch wandernd (und radfahrend) erleben. Denn Gesundheit erfordert Bewegung. Insofern könnte die Ausrichtung des Wandertages ein wichtiger Impulsgeber sein, schätzt er ein.

Das Wandern soll in der Dübener Heide nicht irgendwie erfolgen. „Nach dem Sauerland, dem Frankenwald und dem ZweiTälerLand im Schwarzwald möchten wir die vierte Qualitätsregion Wanderbares Deutschland werden“, so Thomas Klepel. Ein Qualitätssiegel, mit dem sich trefflich werben lässt, das aber auch sehr harte Maßstäbe anlegt. Denn dieses Siegel will ein vollendetes Wandererlebnis garantieren, ob bei einer Tagestour, einem kompletten Wanderurlaub ohne wechselnde Unterkunft oder einer Mehrtagestour mit großem Gepäck. Er weiß, an Wege, Gastgeber, Service sowie Tourist-Informationen werden hohe Ansprüche gestellt. „Für unsere Gäste muss das Gesamtpaket stimmen“, fasst Klepel zusammen. Der Naturpark-Chef weiß, dass dies nur mit Unterstützung der Wegeeigentümer und der forst- und landwirtschaftlichen Wegenutzer zu schaffen ist.

Das meiste Geld wird mit Ausflüglern gemacht

In der Heide mit ihren medizinischen Kompetenzzentren, aber auch mit dem Wald, dem Wasser und Wegenetz biete sich ein Paket unter der Überschrift Natur und Gesundheit geradezu an. Dabei hat Thomas Klepel den klassischen Reha-Patienten gar nicht im Blick. Schon eher die wachsende Gruppe von Menschen mit gesundheitsorientierten Lebenseinstellungen aus den Ballungsräumen Leipzig-Halle, Berlin und Dresden. Bad Schmiedeberg ist zertifiziertes Kneipp-Bad. Die Heide insgesamt sieht er als „eine frische Ruheregion für Kurzurlauber, Wochenend- und sogar Tagesausflügler“. Ein Problem hat er damit nicht. Im Gegenteil, denn er weiß, „schon heute werden 60 bis 70 Prozent der touristischen Umsätze im Tages- und Wochenendgeschäft gemacht“. Doch für diese Besuchergruppe könne und müsse noch vieles verbessert werden. So müsse stärker kommuniziert werden, „dass Einstiegsorte für die Dübener Heide in Sachsen auch Eilenburg und Torgau mit ihren S-Bahn-Anschlüssen nach Leipzig sind“. Er freut sich in diesem Zusammenhang über Diskussionen wie sie das Bad Dübener Strategiepapier 2025, die Wohnstandortkampagne Eilenburg oder auch das zur „Leipziger-Bäder-Bahn“ darstellen. „Der Besucher reist immer dorthin, wo er sich erholen und eine Erlebniskultur vorfinden kann.“

Heidemagneten sollen mehr anziehen

Auch deshalb hat der Naturpark eine Qualifizierung samt eventuell notwendiger Überarbeitung der bereits 2007 etablierten zwölf Heidemagnete auf seinem Weg zur zertifizierten Wanderregion im Blick. Rundwanderwege, die in Sachsen-Anhalt bereits im neuen Design ausgeschildert worden und die 2016/2017 in Sachsen folgen, sind ein weiterer Meilenstein. So könnte beispielsweise ein Heidemagnete-Rundweg von der Burg Bad Düben zur Friedrichshütte, ein anderer vom Tierpark Eilenburg zum Fährhaus Gruna führen. Ob diese im Herbst 2017 aber auch schon durch eine zertifizierte Wanderregion Dübener Heide führen, bleibt abzuwarten. Die Dübener Heide hat sich da erst auf den Weg gemacht.

Von Ilka Fischer

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