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Bad Düben Neue Hoffnung für Umgehungsstraßen
Region Bad Düben Neue Hoffnung für Umgehungsstraßen
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15:40 19.05.2015
Die Wellauner verfolgen ein klares Ziel: den Bau einer Umgehungsstraße. Quelle: Nico Fliegner

Insgesamt sind es landesweit 71 Straßenverkehrsprojekte. Darunter sind auch die lang ersehnten Ortsumgehungen für Wellaune (B 2) und Bad Düben (B 183). Der Schritt des Ministeriums nährt nun wieder Hoffnungen in der Kurstadt. Doch ob und wann die Straßen tatsächlich kommen, bleibt die große Frage.

"Wenn das Ministerium die Ortsumgehung für Bad Düben dem Bund gemeldet hat, gehe ich davon aus, dass es auch bald zu einer Trassenuntersuchung kommt", sagt Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Sie weiß wohl, dass die geplante Umgehung, die im Süd-Osten an der Kurstadt vorbei führen soll, "ein neuralgischer Punkt" sei - und meint damit vor allem die Brücke. Zwar würde die Innenstadt, speziell Paradeplatz und Markt vom Verkehr entlastet, doch weil es bis jetzt keine Pläne für eine zweite Brücke flussaufwärts in Sichtachse Total-Tankstelle gebe - die Umgehung soll nach früheren Vorstellungen in diesem Bereich entlang Gewerbegebiet auf die B 183 führen - würde der Verkehr von Leipzig kommend weiter durch die Ritterstraße rollen - diese Straße, seit Jahren arg gebeutelt, profitiere dann nicht.

Ein Missstand, den auch die Bürgerinitiative für eine lebenswerte Kurstadt in den vergangenen Jahren immer wieder angemahnt hat. "Das Hauptproblem ist die fehlende Brücke", sagt BI-Sprecher Axel Borbonus. Dabei hatte Landrat Michael Czupalla (CDU) im Sommer 2009 nach einem Besuch im Wirtschaftsministerium in Dresden kundgetan, "die Umgehung Bad Düben kommt, das Geld ist da. Das Projekt findet Aufnahme in den Verkehrswegeplan und soll bis spätestens 2015 realisiert sein". Demnach sollte im Süden der Kurstadt eine neue Brücke über die Mulde entstehen, über die der Anschluss an die Staatsstraße 11 Eilenburg - Laußig - Bad Düben erfolgen würde. Das erwies sich als "Wählertäuschung", wie der SPD-Verkehrsexperte Rainer Fornahl damals sagte. Das Dementi folgte promt, alles eine Luftnummer, getan hat sich nichts.

Da sind die Vorstellungen für den kleinen Dübener Stadtteil Wellaune, der seit über zwölf Jahren für eine Ortsumgehung kämpft, sehr viel weiter gediehen. Es gibt eine konkrete Planung, der Trassenverlauf östlich an Wellaune vorbei ist bereits skizziert. Auch diese Umgehung ist dem Bundesverkehrswegeplan gemeldet worden. "Klar, ist das eine gute Nachricht", kommentiert Gisela Jäschke, die Sprecherin der Bürgerinitiative für eine Ortsumgehung in Wellaune, die jüngste Botschaft aus dem Ministerium. Doch in einem solchen Plan stand die Umgehung schon einmal drin. "Wir werden langsam müde, haben den Eindruck, es geht nicht so richtig voran." Zuletzt wollte sich das zuständige Straßenverkehrsamt gegenüber den Bürgern auch nicht mehr festnageln lassen, wann der erste Spatenstich für die Umgehung ist. "Uns wurde 2015 in Aussicht gestellt. Hoffen wir, dass es jetzt schnell zur Planfeststellung kommt", sagt Bürgermeisterin Münster.

Und auch das sächsische Wirtschaftsministerium macht Hoffnung: "Unser Ziel ist eine leistungsfähige, verkehrsträgerübergreifende und umweltfreundliche Infrastruktur, die den Bedürfnissen von Bürgern und Unternehmen gerecht wird. Das sächsische Straßennetz ist bereits gut ausgebaut. Noch sind jedoch einige wichtige Lücken zu schließen", so Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) . Die Anmeldung im Bundesverkehrswegeplan sei dabei "eine wichtige Schwelle bei der Planung, Finanzierung und beim Neu- oder Ausbau von Bundesfernstraßen".

Das alles sagt aber nichts aus, ob und wann die Straßen kommen. Letztlich sind die Pläne abhängig von der finanziellen Situation des Bundes. Und letztlich wird auch in Berlin darüber entschieden. Deshalb will die BI in Wellaune vor allem auch den Kontakt mit den neuen Bundestagsabgeordneten in Nordsachsen halten: Marian Wendt (CDU) und Susanna Karawanskij (Die Linke).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.10.2013

Nico Fliegner

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