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Neue Routen, Handy-App und Bett+Bike-Unterkünfte: Start für Radregion Dübener Heide

Neue Routen, Handy-App und Bett+Bike-Unterkünfte: Start für Radregion Dübener Heide

Im Naturpark Dübener Heide soll’s künftig rund gehen - zumindest mit dem Zweirad durch das Biber-, Luther- und Kneippland. Verein Dübener Heide und Regionalmanagement haben ein neues Netzwerk aus der Taufe gehoben, das den Radtourismus ankurbeln will.

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Für die Radregion Dübener Heide gibt es eine App.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben/Schwemsal. Dieser Tage ist das Projekt in der Gutsscheune in Schwemsal präsentiert worden.

Im Kern geht es darum, die Angebote für Radtouristen auszubauen und zu vernetzen, wie Projektkoordinator Michael Seidel sagte. Dabei sind für die Heide-Städte Bad Düben, Bad Schmiedeberg, Gräfenhainichen und Kemberg sowie für die am Naturparkrand liegenden Kommunen Torgau, Eilenburg und Bitterfeld thematische Rundrouten ausgearbeitet worden. Insgesamt handelt es sich um 16 Touren, die in drei verschiedene Schwierigkeitsklassen gegliedert und mit „L" für leicht, „M" für mittel und „S" für schwer gekennzeichnet sind. Gerade L-Touren böten sich für Freizeitradler und Familien mit Kindern an: „Sie sind bis zu 20 Kilometer lang", erklärt Seidel, der selbst ambitionierter Radfahrer ist. Geübte Radwanderer und sportive Fahrradfreunde könnten sich derweil an größere Runden wagen. Diese sind im Schnitt bis zu 60 Kilometer lang.

So gibt es Touren von Bad Düben nach Eilenburg - die „Mulde-Acht" - oder von Bad Düben nach Bitterfeld („Goitzsche-Runde") und Delitzsch. In Bad Schmiedeberg kann man sich auf die „Mitteldeutsche Kirchenstraße" oder ins „Reich der Gartenträume" begeben. In Gräfenhainichen steht die Baggerstadt „Ferropolis" im Mittelpunkt, in Kemberg das Natureldorado rund um den Bergwitzsee. Von Torgau aus ist eine Mühlenrunde in das Umland möglich; dort kann die Paltrockwindmühle in Audenhain besucht werden. In Eilenburg geht es auf die neue „Eilenburger Schleife". Ein Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr ist über Bus- oder Bahnverbindungen gewährleistet - zum Beispiel für Runden um Eilenburg und Bad Düben über den Bahnhof in Eilenburg.

Als Kooperationspartner konnte der Verein Dübener Heide, der Träger des gleichnamigen Naturparks in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist und für dessen Entwicklung verantwortlich zeichnet, Betreiber von zunächst 17 Hotels und Herbergen gewinnen, die als besonders radfahrerfreundlich gelten. Ebenso den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Leipzig, der bereits 14Herbergen in der Region als Bett+Bike-Unterkünfte zertifiziert hat. „Wenn man etwas im Verbund macht, wird man außen stärker wahrgenommen", sagt der verantwortliche Regionalmanager für die Dübener Heide Josef Bühler. Die radfahrerfreundlichen Unterkünfte böten zahlreiche Annehmlichkeiten für Touristen. Zum Beispiel sind Gäste auch nur für eine Nacht willkommen, ihr Fahrrad wird sicher untergebracht, für kleinere Reparaturen steht das wichtigste Werkzeug oder gar ein Service-Radpate zur Verfügung. In Bad Düben ist das Thomas Hammer vom gleichnamigen Fahrradladen in der Stadt.

Frisch zertifizierte Betriebe sind das Hotel National in Bad Düben, die Hotel-Pension Keller in Löbnitz, die Pension „Haus Einkehr" in Schwemsal sowie die Altstadt-Pension in Torgau. Für den Bad Dübener Hotelier Peter Gleißner steckt im Radtourismus ein großes Potenzial, zumal es immer wieder von Gästen entsprechende Nachfragen gebe, wie er sagt. „Ich freue mich, künftig mehr Radwanderer in meinem Haus begrüßen zu können." Gerald Keller, der eine Pension in Löbnitz betreibt, hofft vor allem auf Werbeeffekte. „Der Radtourismus ist eine bedeutende Sache geworden, das spüren wir." Die Region werde nunmehr noch ein Stück bekannter gemacht. Er habe bereits für nächstes Jahr die ersten Buchungen. „Meine Pension ist zwar noch nicht fertig", fügt Kerstin Ulrich aus Torgau hinzu. „Ich sehe aber einen großen Bedarf an solchen Angeboten." Denn Torgau liegt am Elberadweg, sei gut frequentiert. Die Leute mit speziellen Routen auf das Umland aufmerksam zu machen, sei richtig. Genau das ist es, was die Netzwerkpartner wollen: Radtouristen, die auf dem Elberadweg oder Mulderadweg unterwegs sind, an die Naturparkregion binden.

Dabei darf es auch gern modern zugehen. Denn die 16 neuen Routen wird es in den nächsten Tagen auf einer kostenlosen App für Smartphones geben. So können Radfahrer unterwegs mit dem Handy Zusatzinformationen vom Radservice am Wegesrand über Gastronomie, Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsangeboten in der Dübener Heide erhalten. Die App ist zunächst nur für das I-Phone nutzbar, im Frühjahr dann auch für Handys mit Android-Betriebssystem.

Von der Tourismus-Marketing-Gesellschaft (TMG) Sachsen gab es lobende Worte zur neuen Radregion Dübener Heide. Es sei gut, dass das Ganze von vielen Akteuren aus der Branche getragen werde, sagt Christina Czach von der TMG. Und dass sich vor allem auf spezielle Radrouten konzentriert worden sei, die jetzt in die Vermarktung gehen. Laut Bühler seien für das kommende Jahr bereits diverse Aktionen vorstellbar - unter anderem ein Rad-Aktionstag.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Verein Dübener Heide unter Telefon 034243/72993 oder im Internet - dort gibt es demnächst auch die App - unter http://www.naturpark-duebener-heide.com

Nico Fliegner

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