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Neue Tempotafel in Wellaune aufgestellt – Lärmgutachten steht noch aus

Gebremste Stimmung Neue Tempotafel in Wellaune aufgestellt – Lärmgutachten steht noch aus

Der Smiley an der Tafel mit der Geschwindigkeitsanzeige an den Ortseingängen an der B 2 zaubert den Wellaunern derzeit ein Lächeln aufs Gesicht. Seit Freitag hängen die mobilen Tafeln, die Autofahrern leuchtend bedeuten, wenn sie im Tempolimit liegen. Wenn nicht, zeigen die Mundwinkel nach unten. Und diese Grundstimmung herrscht trotz Neuanschaffung.

Der Smiley zeigt es an: Dieser Autofahrer hält sich ans Tempolimit.

Quelle: Steffen Brost

Wellaune. Der Grund: Seit Wochen haben die Wellauner nichts mehr in Sachen Ortsumgehung gehört. Dabei gingen sie davon aus, dass das bis Ende Juni angekündigte Lärmgutachten längst fertig ist und mittlerweile Ergebnisse vorliegen. „Es ist doch genug Zeit vergangen“, sagt Gisela Jäschke von der Bürgerinitiative (BI). „Die Auswertung des Lärmgutachtens ist intern zwar abgeschlossen“, bestätigt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LaSuV). Ein Termin zur Abstimmung über die Schlussfolgerungen mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Nordsachsen steht aber noch aus. Die Leipziger Behörde hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben. Hintergrund sind unterschiedliche Ansichten zum Thema Tempo 30 in der Nacht innerorts. Das Landratsamt hatte signalisiert, dies zu genehmigen, das LaSuV war dagegen, auf den Ablehnungs-Bescheid folgte der Widerspruch. Ende Januar einigten sich die Behörden, dass eine Verkehrszählung als Grundlage für ein neues Verkehrsgutachten durchgeführt wird, das klären soll, ob die derzeit ruhende Anordnung von Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr gerechtfertigt ist.

Das Tempolimit war eine der Möglichkeiten, die der Dresdner Verkehrsplaner Tobias Schönefeld zur zwischenzeitlichen Entlastung der Wellauner aufgezeigt hatte – bis die Ortsumgehung gebaut ist. Die Einwohner sind froh, dass ein weiterer Vorschlag durchkam und das von Bad Dübens  Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) auf den Weg gebrachte Vorhaben, die Geschwindigkeitsanzeige zu installieren, jetzt realisiert wurde. „Wir haben dies mit Freude und Zufriedenheit zur Kenntnis genommen“, sagt Ortsvorsteherin Cornelia Beer. Nach nur wenigen Tagen sei es zwar schwierig, zu sagen, ob die Tafel tatsächlich was bringt: „Ein Warnsignal ist sie und einen Denkanstoß sollte sie schon geben.“  

Die Notwendigkeit der Ortsumgehung können solche Maßnahmen nicht infrage stellen. Allerdings wissen die Wellauner nur zu gut: Alles hängt vom Bundesverkehrswegeplan plus ab, der in diesem Jahr erstellt wird. Unabhängig davon laufen die Planungen im Landesverkehrsamt weiter. „Die Überarbeitung unseres Vorentwurfs für das Planungsvorhaben  Ortsumgehung soll bis Jahresende abgeschlossen werden. Das Vorhaben ist für den Bundesverkehrswegeplan durch den Freistaat Sachsen angemeldet. Leider steht noch kein konkreter Termin in Aussicht, wann der Referentenentwurf vom Bund veröffentlicht wird. Auf die Entscheidung des Bundes über die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan hat die weitere Bearbeitung des Projektes keinen Einfluss. Zudem besteht auf Grundlage des noch gültigen Bundesverkehrswegeplans Planungsrecht für dieses Vorhaben. Wir setzen auf eine positive Entscheidung des Bundes“, so Siebert.

Der Wellauner Werbegestalter Klaus Zimmermann hat indes auf dem Banner, der an der Abzweigung zur B 107 hängt, die Zahl 13 durch die 14 ersetzt. Schwarz auf gelb können es so alle lesen: Seit 14 Jahren kämpft das von drei Bundesstraßen betroffene Dorf um die entlastende Straße, die den Verkehr weiträumig um den Ort herumführt. Noch aber rollt er mittendurch, vorbei an vielen Plakaten, auf denen die neue Straße gefordert wird. „Einige sind im Sommer beschädigt oder abgerissen, aber wieder befestigt worden“, sagt Jäschke.

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