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Bad Düben Neue Urnengräber auf Bad Dübens Stadtfriedhof geplant
Region Bad Düben Neue Urnengräber auf Bad Dübens Stadtfriedhof geplant
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16:25 19.05.2015
Friedhofsverwalter Norbert Krüger (links) bespricht mit Pfarrer Jörg Uhle-Wettler die neuen Urnenreihen- und Wahlgräber auf dem Stadtfriedhof. Quelle: Steffen Brost

Seit 2011 ist der Delitzscher für die 1,4 Hektar große Fläche verantwortlich.

"Vor zwei Jahren lief der Pachtvertrag mit Michael Kühn aus. Die Kirchengemeinde hat ihn im beiderseitigen Einvernehmen nicht mehr verlängert und setzte Norbert Krüger als Verwalter ein", erklärt Pfarrer Jörg Uhle-Wettler.

Krüger wiederum kennt sich seit Langem mit dem Friedhof aus, arbeitete bereits unter Michael Kühn. Heute kümmert sich der 37-Jährige als Verwalter um alles, was mit Anmeldung, Verwaltung, Gebührenbescheide und Pflegearbeiten zu tun hat. "Das ist mein Traumjob. Ich darf sozusagen jeden Tag in einem tollen Park arbeiten", beschreibt Krüger seinen Job.

1600 Grabstellen hat der Bad Dübener Stadtfriedhof. 1234 Gräber sind aktuell belegt. Das entspricht einer Auslastung von etwa 75 Prozent. 25 Jahre lang ist die Nutzungsdauer für ein Grab. Doch die Zahl der Verlängerung ist deutlich rückläufig. Die Ursachen sieht Krüger in der zum Teil aufwendigen Grabpflege, die immer weniger Leute machen wollen. Auch Kosten spielen dabei eine wichtige Rolle. Pro Jahr kommen bei richtig gemachter Grabpflege schnell 250 bis 400 Euro zusammen, je nach Art und Größe des Grabes. Erdbestattungen sind sowieso seit Jahren stark rückläufig. Wer diese Art der Bestattung wählt, weiß, auf was er sich die nächsten Jahren einlässt.

Krüger versteht sich als Dienstleister für die Bevölkerung und hat sich in den vergangen Monaten einen Kopf gemacht, wie man auf die Menschen und ihren Bedürfnissen zugehen kann. "Ab sofort bieten wir pflegeleichte Urnenreihen- und Wahlgräber für ein bis zwei Urnen an. Dafür haben wir auf dem Friedhof extra eine neue Fläche geschaffen", so Krüger. Die ersten fünf Umrahmungen sind fertig, wurden bereits mit einer Probebepflanzung versehen. Die neue Variante ist 75 mal 75 Zentimeter groß und wird mit einer bodendeckenden Bepflanzung versehen. Darauf kommt noch ein kleiner Grabstein in Form einer Platte mit dem Namen der Verstorbenen. "Die Kosten belaufen sich für eine Urne auf 2534 Euro und für zwei Urnen auf 2634 Euro für 25 Jahre. Darin enthalten sind sämtliche Grabkosten. Die Hinterbliebenen haben danach keine zusätzlichen Kosten mehr. Nur wenn nach 25 Jahren der Vertrag jahresweise verlängert wird, kommen pro Jahr 66 Euro dazu. Jederzeit können Angehörige natürlich auch eigene Blumengrüße auf die Grabstelle stellen. Für die Grabplatte konnten wir zudem einen örtlichen Steinmetz gewinnen, der die Ausschreibung für die künftigen Platten gewonnen hat", so Krüger.

Mit dieser neuen Variante erhofft sich der Verwalter eine wesentlich bessere Auslastung des Stadtfriedhofes, da auf anderen Friedhöfen die Idee mit den Reihengräbern bereits erfolgreich praktiziert wird. Für Pfarrer Uhle-Wettler ist diese Variante ein Schritt in die richtige Richtung. "Für uns ist entscheidend, dass niemand namenlos verschwindet. Deswegen gibt und wird es auch in Zukunft keine anonymen Begräbnisse geben", so der Pfarrer und würde sich zukünftig eine bessere Zusammenarbeit mit der Stadt wünschen. Das Problem ist nämlich nach wie vor die marode Friedhofsmauer. Mehrere Notsicherungen verhinderten unkontrollierte Einstürze. "Seit 1971 hat die Stadt der Kirchengemeinde beim Friedhof nicht mehr finanziell unter die Arme gegriffen. In meinen Augen ist die Stadt bei der Einfriedung auch mit in der Verantwortung. Ich wünschte mir hier mehr, dass Hand in Hand gearbeitet wird", so Uhle-Wettler.

Die Kosten für den ersten Abschnitt der Mauersanierung entlang der Gustav-Adolf-Straße soll mit rund 125 000 Euro zu Buche schlagen. Damit Fördermittel kommen, ist der Friedhof in das Sanierungsgebiet der Stadt aufgenommen worden. Jetzt hoffen Uhle-Wettler und Stadt, dass Fördermittel in Höhe von 100 000 Euro noch in diesem Jahr kommen. Die restlichen 25 000 Euro will man sich dann teilen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2013

Steffen Brost

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