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Bad Düben Neues Schulzentrum in Bad Düben: Jetzt geht es um die Inhalte
Region Bad Düben Neues Schulzentrum in Bad Düben: Jetzt geht es um die Inhalte
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00:32 04.03.2018
Architekt Marco Stelzel stellt die Pläne zum Umbau des Gymnasiums zum modernen evangelischen Schulzentrum im Heide Spa vor. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Bad Düben

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man all das, was man in der Schule gelernt hat, vergisst“ – Albert Einstein, von dem bekannt ist, dass er vor seiner Karriere als genialer Physiker ein schlechter Schüler war, sei dieser Spruch erlaubt, auch wenn er zeigt, dass es Lehrer einst versäumten, an der Entwicklung des Lernenden teilzuhaben. „Wir aber wollen genau hinschauen“, sagte die pädagogische Leiterin Jenny Lohse am Mittwochabend im gut gefüllten Saal des Heide Spa, als sie vorstellte, wie es inhaltlich im weiterführend Schule des Evangelischen Schulzentrums in Bad Düben weitergehen soll. Ein Konzept, in das Erwartungen der Schüler und Eltern eingeflossen sind und hinter dem das Team und der Trägerverein geschlossen stehen.

Ende März geht es los

Die bauliche Hülle ist da. Was aus dem grauen Einheitsbau (altes Gymnasium) werden soll, stellte der Leipziger Architekt Marco Stelzel vor. Nun mit der Klarheit, nicht mehr nur von Theorie zu sprechen. Die Finanzierung steht, die Baugenehmigung ist da, Ende März kann es mit dem ersten der drei Bauabschnitte losgehen. „Das Besondere ist, die Pädagogen zu verstehen“, formulierte der Architekt den Anspruch, ist aber sicher: „Wir haben eine Lösung gefunden, die vielem gerecht wird.“

Demnach bekommen die Jahrgangsstufen in dem fünfstöckigen Gebäude jeweils einen eigenen Bereich, einen sogenannten Cluster. In diesem sind neben Klassenräumen und Garderoben auch Lehrerzimmer und Lerninseln vorhanden. Alles wird dank Glas offen und transparent gehalten. Bis 2019 soll der erste Bauabschnitt, der den Baukörper und den Ausbau der ersten Geschosse umfasst, abgeschlossen sein. 2020/21 folgt der Innenausbau des 4. und 5. Geschosses sowie die technische Ausstattung des Hörsaals. Gesamtkosten: 6 Millionen Euro. Perspektivisch ist ein dritter Bauabschnitt fest geplant – der Anbau für Mehrzweckräume, Lernlandschaften und Bibliothek und Andachtsraum. Dort sollen ab 2022 nochmal 3,5 Millionen investiert werden. Chancengleichheit, Inklusion – mindestens 1 Kind pro Klasse – , individuelle Förderung, selbstorganisiertes Lernen – Begriffe wie diese prägen die inhaltlichen Vorstellungen, die sich am sächsischen Lehrplan und dem Schulgesetz orientieren. „Und das ist in Sachsen durchaus rigider als anderswo“, so der Erfurter Schulentwickler Michael Hose, der das Projekt von Beginn an begleitet.

Zwei Schulrichtungen

Ausgerichtet ist all das darauf, beide Schulrichtungen, Oberschule wie Gymnasium, optimal zu entwickeln, die Bedingungen so zu gestalten, dass Schwächere ebenso gefördert werden wie Stärkere. Die zweite Fremdsprache ab Klasse 6 – Spanisch oder Latein – neben Englisch als Pflichtfach kommt, kann aber nach einem Bildungsgespräch abgewählt werden. Diese sei auch wichtig, damit alle Oberschüler die Chance haben, in den gymnasialen Bereich zu wechseln, auch nach der 10. Klasse über einen Vorkurs, ein zusätzliches Schuljahr bis zum Abitur.

So sieht es mit dem Personal aus

Weil auch viele Eltern der jetzigen 1. bis 4. Klassen im Saal waren, sprach Gisbert Helbing, Vorsitzender des Trägervereins, bewusst das Thema personelle Entwicklung an, das wegen Schulleiter-Wechsel und Lehrer-Kündigungen für viel Wirbel gesorgt hatte. Fünf Bewerbungen lägen vor, Gespräche liefen. Der Vorstand sei überzeugt, dass das Team quantitativ und qualitativ bis zum neuen Schuljahr gut aufgestellt sei. Um nochmal Albert Einstein zu bemühen: „Lernen ist Erfahrung – alles andere ist Information“. „Uns ging es nicht nur um Information, sondern auch ums Dazulernen und Erfahrungen austauschen“, so Lohse.

Von Kathrin Kabelitz

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