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Bad Düben Nordsachsens Bauern leiden weiter unter Dürrejahr 2018
Region Bad Düben Nordsachsens Bauern leiden weiter unter Dürrejahr 2018
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10:52 08.01.2019
Die Trockenheit war das große Problem auf den nordsächsischen Feldern Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Viel Geld für die Bauern: 33,2 Millionen Euro an Dürrehilfen von möglichen 44 Millionen Euro haben sächsische Landwirtschaftsbetriebe beantragt. 69 dieser insgesamt 323 beantragenden Betriebe stammen aus Nordsachsen. Hier gab es mit mehr als 22 Millionen Euro den größten prozentualen Anteil an den Gesamtschäden von rund 72 Millionen Euro, mit knapp 10 Millionen Euro geht auch der größte Anteil der Beihilfen nach Nordsachsen. Aus dem Erzgebirgskreis und aus dem Vogtlandkreis gab es dagegen nur jeweils elf Anträge (601 000 Euro beziehungsweise 507 000 Euro beantragte Beihilfen), aus dem Landkreis Zwickau sogar nur neun (395 000 Euro beantragte Beihilfen). Doch warum fällt der nordsächsische Anteil so hoch aus?

Nordsachsen extrem trocken

Nordsachsen ist eine der trockensten Regionen in Sachsen. Dieses Problem gab es schon immer, 2018 schlug es ins Extreme um“, sagt Christine Richter, Geschäftsführerin der beiden Bauernverbände für die Region Delitzsch/Eilenburg und für die Region Torgau. Aus einer ohnehin regenarmen Gegend wurde eine fast ohne Niederschlag und damit ein riesengroßes Problem.

Nur wenige Betriebe stellen Anträge

Bedenkt man, dass es in Nordsachsen wiederum über 600 landwirtschaftliche Betriebe gibt, sind die 69 mit ihren Anträgen auch nur ein kleiner Teil. Das habe mit den Hürden und dem großen Aufwand der Beantragung zu tun, erläutert Christine Richter. Dürregeschädigte Landwirte konnten bis zum 10. Dezember ihre Anträge auf finanzielle Hilfen stellen. Hilfen konnten entsprechend der Vereinbarung zwischen dem Bund und den Bundesländern landwirtschaftliche Betriebe erhalten, bei denen die Jahreserzeugung aus der Bodenproduktion mindestens 30 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre liegt und die in ihrer Existenz gefährdet sind. Für die Bewertung, ob eine Existenzgefährdung vorliegt, werden die Liquidität des Unternehmens sowie die Einkünfte und außerlandwirtschaftliches Vermögen der Betriebsinhaber oder Gesellschafter herangezogen.

„Dass sich sogar die Gesellschafter mit dem Privatvermögen erklären mussten, haben viele Bauern als große Hürde und als etwas entwürdigend empfunden“, berichtet Christine Richter. Einzelne Anträge scheiterten, weil nicht alle Gesellschafter dies mitmachen wollten. „Man muss sich ja nackig machen“, nannte es einer der nordsächsichen Landwirte in der letzten Mitgliederversammlung des Bauernverbandes. „Wir möchten aber auch nicht, dass gesagt wird: ,In Nordsachsen war es trocken, da gehen wir mal mit der Gießkanne drüber und geben Geld’“, stellt die Bauernsprecherin klar. So habe die gesamte Branche Verständnis dafür, dass es ein Antragsverfahren geben muss, nur derart bürokratisch laufe es mitunter in die falsche Richtung.

Folgen lange spürbar

Denn dass das Jahr 2018 zu Ende gegangen ist, heißt nicht, dass die Landwirte einen Haken an die Dürre machen können. Einerseits ist das Geld noch nicht an alle Betriebe ausgezahlt. Teilweise sind noch Nachreichungen zu den Anträgen nötig. Andererseits werden die Dürrefolgen eines ganzen Jahres die Landwirte noch lange beschäftigen, es ging nie nur um den heißen Sommer. „Die Trockenheit war das ganze vergangene Jahr ein großes Problem“, bilanziert Christine Richter, „erst in den letzten Tagen des Dezembers hat es mal über dem Durchschnitt geregnet.“

Das alles hat Folgen wie diese, dass zum Beispiel auch die Herbstaussaat von Trockenheit geprägt war, Umbaupläne umgeschmissen werden mussten, nicht ausreichend Futtermittel für die Tierproduktion eingelagert sind, weniger gefüttert werden konnte, die Milchleistung in einigen Betrieben deshalb zurückging, zugunsten der Futtermittel für die Tiere wiederum auf Marktfruchtanbauten verzichtet wurde und somit Verluste entstehen, Biogasanlagen auf halber Kraft laufen ... „Mit den ganzen Folgen werden wir noch eine Weile zu kämpfen haben“, sagt Christine Richter.

Von Christine Jacob

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