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Nun gilt es: Behält Bad Düben seinen Kur-Titel?

Bewertung Nun gilt es: Behält Bad Düben seinen Kur-Titel?

Seit 1948 ist die Stadt Bad Düben berechtigt, die Bezeichnung „Bad“ zu führen, seit 2005 ist die Stadt „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“. Doch dieser Titel muss verteidigt werden. Am Mittwoch geht es ums Ganze, ist der Landesbeirat zwischen Heide Spa und Naturparkhaus unterwegs. In der Stadt geht man fest davon aus: Wir schaffen das.

Einer der vielen Pluspunkte – der Ortseingang von Bad düben ist neu gestaltet.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Sollte Ihnen heute in Bad Düben zwischen Heide Spa und Naturparkhaus eine Abordnung von offiziell und wichtig anmutenden Menschen begegnen – bitte nicht wundern und recht freundlich sein. Die Damen und Herren des Landesbeirates für Kur- und Erholungsorte des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sind aus höchstwichtigem Anlass da. Es geht um nichts geringeres als den Kur-stadt-Titel, dessen Verteidigung ansteht.

Seit dem 4. März 1948 ist die Stadt Bad Düben berechtigt, die Bezeichnung „Bad“ zu führen. Das Bestreben um eine endgültige Anerkennung für das Prädikat „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“ hatte vor zwölf Jahren Erfolg, als die Stadt am 21. Dezember 2004 als einer der ersten Kurorte Sachsens die Zertifizierung ausgestellt bekam. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) übergab die Urkunde dem damaligen Bürgermeister Eckehard Tulaszewski anlässlich des Neujahrsempfanges im Januar 2005. Für die Stadt, die Verwaltung und die Bürger damals ein großer Erfolg: Viele Jahre Stadtentwicklung, das konsequente Ringen um Lösungen und deren Umsetzung fanden schließlich ihre Würdigung.

Die Zeit ist seit dem nicht stehengeblieben. Und genau das, was in den letzten Jahren an Baumaßnahmen und Veränderungen realisiert wurde, macht Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) ziemlich sicher, dass die Re-Zertifizierung mehr eine Formsachse denn ein Bangen um den Titel sein dürfte. Beispiele gefällig? Der neu gestaltete Stadt-Eingang mit Naturparkhaus und Parkplatz, der Ausbau der Neuhof-Straße und Bau der Nordtangente, der Kreisel Bitterfelder Straße entspannt die Verkehrsführung nördlich des Heide Spa, der Mühlgraben wurde renaturiert, die Moortaschen mit einer Sanierung aufgewertet, der Bootsanleger gebaut. Der Bauhof wurde ausgelagert. Das Heide Spa hat einen Therapie- und Wellnessbereich bekommen, die Innenstadt wurde saniert ... Die Liste ließe sich fortsetzen. Und Münster ist zudem zuversichtlich: „Wir haben die Kraft, all das weiter zu entwickeln.“

Ab 10 Uhr steht die Stadt auf dem Prüfstand. Von der 20-köpfigen Kommission des Landesbeirates, zu dem unter anderem der sächsische Heilbäderverband, der Landestourismus-Verband, das Wirtschaftsministerium mit dem zuständigen Referatsleiter Frank Ortmann, der Deutsche Wetterdienst, die AOK, die Landesärztekammer, die IHK, die Rentenversicherung, der Sächsische Landkreistag gehören, haben 11 ihr Kommen zugesagt. Treff ist im Heide Spa, wo Astrid Münster zunächst in der Weinstube des Restaurants Allegro präsentieren wird, was in puncto Kurortentwicklung „in den letzten zehn Jahren alles passiert ist und was wir noch vorhaben.“ Nach einem Rundgang geht es über die Stationen Kurpark, Reha-Klinik, einen Info-Stopp in der Mediclin weiter mit Kleinbussen zum Naturparkhaus und zur Touristinformation. Letzte Stationen sind das Hotel National und eine zertifizierte Ferienwohnung, bevor sich die Kommission zu einer internen Beratung zurückzieht. Wann es offiziell ein Ergebnis gibt, ist offen. Die Hoffnung jedenfalls ist groß, dass die Re-Zertifizierung der Anlass ist, der Minister Martin Dulig (SPD) bald nach Bad Düben führt.

Hinter sich weiß Stadt-Chefin Münster eine 16-köpfige Heim-Mannschaft, zu der unter anderem Kurdirektor, Mediclin-Verwaltungs-Chef und Chefärzte, Tourismus-Experten, Vertreter des Museumsdorfes und Stadträte gehören. Hinter sich weiß Münster auch die Bürger. Der Aufruf, Straßen, Plätze und Vorgärten aufzuhübschen, verhallte nicht ungehört: „Ich bin erfreut und erstaunt, welch großes Interesse die Dübener zeigen, damit sich die Stadt von der besten Seite zeigt“, zollte Münster allen Respekt. Nicht nur die „Einflugschneisen“ sähen topp aus, selbst in den Ortsteilen hätte es Aktionen gegeben.

Von Kathrin Kabelitz

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