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Obdachlose müssen nicht frieren

Obdachlose müssen nicht frieren

 Kreisgebiet. In den Städten Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben gibt es Unterkünfte für Betroffenedraußen. Menschen, die allerdings ihre Bleibe verloren

haben, müssen sich mitunter auch bei diesen Bedingungen im Freien aufhalten und sind deshalb auf besondere Hilfe angewiesen.

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In Eilenburg steht für Obdachlose das sogenannte Haus an der Mulde offen. Momentan leben dort acht Männer.

Quelle: Manfred Lüttich

Ihnen ein Dach über dem Kopf, eine angemessene Unterkunft zu bieten, ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Die Kreiszeitung hörte sich in den Städten um, wie es damit aussieht. In Delitzsch wird die Aufgabe mit einer Obdachlosenwohnung gelöst. Das Heim wurde vor Jahren mit der Begründung geschlossen, der Bedarf rechtfertige ein solches Objekt nicht mehr. Im vergangenen Jahr, so Marina Heinrichs aus dem Delitzscher Rathaus, habe sich nicht ein einziger Obdachloser gemeldet. Derzeit gibt es zwei Männer, einer Mitte 30, der andere Anfang 20, die die Wohnung nutzen. „Bei den Temperaturen halten wir rund um die Uhr das Haus für die Männer offen“, erklärte Thomas Pfordte von der Mobilen Jugendarbeit der Arbeiterwohlfahrt Nordsachsen. Üblicherweise sei das Haus sonst nur von 20 bis 8 Uhr geöffnet. Ausnahmesituationen rechtfertigen jedoch die Entscheidung einer ganztägigen Nutzung, obgleich die beiden Betroffenen am Tage oft unterwegs seien. Obdachlose wären zwischenzeitlich auch nach Eilenburg ausgewichen, ist bei der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Nordsachsen zu erfahren. Der Verein mit Sitz in Leipzig hat die Trägerschaft über das Asyl in der Nachfolge des insolventen Arbeitslosenverbandes Sachsen (wir berichteten) vor knapp einem Jahr angetreten. Sieben Mitarbeiter kümmern sich im Haus An der Mulde 1 in Eilenburg derzeit in drei Schichten und rund um die Uhr um acht wohnungslose Männer, die in der Muldestadt eine warme und trockene Bleibe haben. Diese Zahl sei seit zwei bis drei Jahren konstant, sagte Michael Held, der dort als Sozialarbeiter tätig ist. Vor allem ältere Bewohner würden über längere Zeit bleiben, eher bei den jüngeren sei ein „Kommen und Gehen“ üblich. Vor allem Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialrentner stellen das Klientel in der Unterkunft, die früher einmal ein Lehrlingswohnheim war, später auch Vereine und Büros der örtlichen Verwaltung beherbergt hat. Auf sogenannte Notwohnungen, wie sie in Delitzsch üblich sind, verzichtet Eilenburg zu Gunsten des Obdachlosenasyls. Die Stadt kann allerdings über den kommunalen Vermieter, die Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, auch auf dessen Ferienwohnungen zurückgreifen, sollten Bürger, wie jüngst bei einem Wohnungsbrand, vorübergehend unkompliziert Hilfe benötigen und nicht in die Obdachlosenunterkunft ausweichen wollen. Kleinere Städte wie Bad Düben haben keine Obdachlosenheime, halten aber für Notfälle eine möblierte Wohnung vor. Diese könne zum Beispiel auch befristet genutzt werden, wenn Familien von Zwangsräumungen betroffen oder deren Wohnungen nach Bränden nicht bewohnbar sind. „Das wird bei uns über die Wohnungsbaugesellschaft geregelt“, so Hauptamtsleiterin Monika Fichte. Dass es derzeit Obdachlose in der Kurstadt gäbe, sei ihr nicht bekannt. Auch die Notunterkunft sei derzeit nicht vergeben. Im Bedarfsfall habe diese Möglichkeit der Unterbringung bisher auch immer gereicht, ergänzt Barbara Paul von der Stadtverwaltung Bad Düben.

red

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