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Obermühle: Warten auf Fördermittelbescheid

Obermühle: Warten auf Fördermittelbescheid

An der Obermühle in Bad Düben herrschte am Wochenende rege Betriebsamkeit. Mitglieder des Vereins Museumsdorf Dübener Heide hatten sich zum Frühjahrsputz zusammengefunden.

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Kampf mit der Säge: Manfred Lüderitz (hinten) und Edgar Günzel wollen das alte Sägeblatt abschrauben, um es zu schärfen. Doch die Aktion entpuppt sich als hartnäckige Nuss.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Unterdessen ist immer noch unklar, ob aus der Sanierung der alten Ölmühle etwas wird. Ein Fördermittelantrag ist gestellt, doch die Genehmigung abhängig vom Haushalt der Stadt, der noch nicht steht.

Der Backofen blieb an diesem Tag kalt. Wegen des kühlen Wetters wurde er nicht angeheizt. "Wie ein Frühlings-erwachen sieht das ja alles noch nicht aus. Schneereste liegen auch noch herum. Deswegen heizen wir unseren Ofen heute nicht an. Wir greifen lieber zu Harke, Schippe und Werkzeug und bringen unser Gelände auf Vordermann", begründete Katharina Scharr, die Vereinsvorsitzende.

Eine Woche zuvor, an Ostern, sind fast 300 Schaulustige zum Osterfeuer an die Mühle gekommen. Es war der Auftakt für eine Vielzahl von Veranstaltungen in diesem Jahr, die mit der Eröffnung des Mühlen-Cafés am 28. April seine Fortsetzung findet. Doch bis dahin haben sich die aktuell 72 Mitglieder so einiges auf die Fahne geschrieben. So sollen in den nächsten Wochen die maroden Teile des Zaunes um die Bockwindmühle erneuert werden. Roland Papert und Olav Scharr zimmerten dafür bereits die ersten Holzstämme. "Im Zuge des weiteren Ausbaus planen wir entlang des Mühlenzauns eine Hecke. Wir freuen uns über jede Geldzuwendung oder Sachspenden in Form von einheimischen Gehölzen", so Scharr. "Die Bockwindmühle soll so als lebendiger Ort zur Geschichts- und Technikvermittlung, aber auch für Kultur und Geselligkeit weiter an Bedeutung und Bekanntheit gewinnen."

Bereits seit 2006 begrüßt die Bockwindmühle am nördlichsten Stadteingang der Kurstadt Gäste. 1860 in Glesien bei Delitzsch errichtet, war sie 1990 in einem desolaten Zustand. Mit viel Enthusiasmus und Durchhaltevermögen konnte das technische Denkmal nach Bad Düben geholt werden. Fast 80 Prozent ihrer alten Substanz wurden bei der Rekonstruktion der Mühle wiederverwendet.

Aber auch die Obermühle selbst steht nach wie vor im Fokus aktueller Diskussionen. So wollen die Mitglieder die ehemalige Öl- und Schneidemühle ebenfalls sanieren und begehbar machen. Hier sollen später Schauwerkstätten mit altem Handwerk aus der Region eingerichtet werden. "Der Fördermittelantrag ist gestellt. Doch der Haushalt der Stadt Bad Düben noch nicht beschlossen. Das ist aber für einen positiven Bescheid notwendig. Ich hoffe, dass dies bald geschieht. Sollte es in diesem Jahr nichts werden, sehe ich für die Zukunft schwarz, dass es überhaupt noch realisierbar wird", so Katharina Scharr. Der Haushalt soll im Mai beschlossen werden. Zuletzt gab es positive Signale, dass das Vorhaben darin aufgenommen wird.

Seit über zehn Jahren entwickeln und nutzen die Mitglieder des Vereins den Standort rund um die Obermühle mit dem Ziel, neue Nutzungen in historischer Bausubstanz zu integrieren. Vieles ist bereits auf Basis des Entwicklungs- und Marketingkonzeptes gelungen und dies zeigt sich beispielsweise daran, dass touristische Produkte in ein ländlich anmutendes Ambiente sensibel integriert werden konnten. An der historischen Wassermühle, der Obermühle, die um 1500 urkundlich ersterwähnt wurde, ist vieles etabliert worden: Kleinkunst, Kultur, Umweltbildung, Schulprojekte und Regionalvermarktung. Der Verein ist stetig gewachsen und hat seit seiner Gründung 1999 großen Zuspruch erhalten. "Wir wollen noch mehr Mitglieder und bald 100 werden. Deswegen bekommt unser 100. Vereinsmitglied auch ein kleines Geschenk", so Katharina Scharr. Wer Interesse am Verein hat, kann vorbeikommen und sich informieren. Arbeitseinsätze finden jeden ersten Sonnabend im Monat statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.04.2013

Steffen Brost

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