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Bad Düben Ohne diese Frauen geht nichts in Gruna
Region Bad Düben Ohne diese Frauen geht nichts in Gruna
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17:03 11.03.2018
Nicole Stecher, Monika Fleischer und Sandra Sonntag (von links) sind drei der guten Geister des Fördervereins Gruna. Quelle: Bärbel Schumann
Gruna

Dorfgemeinschaft wird im Dörfchen Gruna gepflegt und groß geschrieben. Dazu gehört auch das Engagement der 31 Mitglieder des Fördervereins Gruna. Seit der Gründung haben sie sich für vieles in dem kleinen Mulde-Ort engagiert.

Die Palette reicht dabei von Brauchtumspflege, dem Schreiben der Dorfchronik, die Organisation kultureller Veranstaltungen bis hin zum Frühjahrsputz im Bürgerhaus. Und: Zwei Mal im Jahr wird ein Kleiderbasar organisiert, bei dem besonders viele fleißigen Hände benötigt werden. „Bereits zum 23. Mal haben wir als Verein vor wenigen Tagen den Basar veranstaltet. Die Helfer kommen nicht nur aus den Reihen unserer Vereinsmitglieder, sondern reichen von der Rentnerin im Ort bis zur Mutti aus dem Nachbardorf“, erzählt Vereinsvorsitzende Charlotte Welzel. Auch bei anderen Veranstaltungen kann sie auf die Hilfe von Ehrenamtlichen bauen.

Kleiderbasar ist gefragt

Drei Frauen aus der großen Helferschar sind Nicole Stecher (41), Monika Fleischer (66) und Sandra Sonntag (38). Monika Fleischer hatte die Idee, regelmäßig im Frühjahr und im Herbst einen Kleiderbasar in Gruna zu organisieren. Die Anregung dazu brachte sie aus dem Harz mit, wo sie Fluthelfer besuchte, die ehrenamtlich für einen guten Zweck einen Flohmarkt mit Kindersachen durchführten. Sie fand das klasse und fing an, im Bürgerhaus gleiches zu tun. Unterstützer fand sie und inzwischen haben aus diesem Kreis Nicole Stecher und Sandra Sonntag von der Seniorin das Zepter übernommen.

Nicht nur das, sie haben auch das von Monika ganz spezielle Angebotssystem weiterentwickelt. Ein System, bei dem die Kindershirts, Mädchenkleider, Strampler und anderen Dinge anonym angeboten werden. Sortiert nach Größen und mit Nummern versehen, verwandelt sich dann das Grunaer Bürgerhaus mit den zusätzlich aufgestellten Kleiderständern und Regalen in ein riesiges Kaufhaus.

Um die 80 Familien beteiligen sich mit Kleidung am Basar. Jeder kann bis zu 50 Teile anbieten. Bis da alle Waren angenommen und einsortiert sind, braucht es schon jede Menge zupackender Hände. „Wir sind dann so zwischen 15 und 20 Helfer, die an beiden Tagen im Einsatz sind“, sagt Sandra Sonntag. Nicole Stecher, die auch im Vorstand des Fördervereins mitarbeitet, zeigt die Meldeformulare und Listen, die jeder der Teilnehmer zuvor sogar im Internet herunterladen kann und für seine Teilnahme benötigt.

Kleines „Rechenzentrum“

„Wir richten dann sogar ein kleines Rechenzentrum ein, damit jeder der Anbieter am Ende auch die entsprechende Anzahl Euros für die den Besitzer wechselnden Sachen erhält“, so Nicole Stecher. Ein großer Aufwand, der nicht nur durch Anonymität Erfolg garantiert, sondern zudem dem Verein nützt. Von jedem Anbieter bekommt er einen Obolus. „Das Geld fließt dann in unsere Kinderprojekte ein. Sonst könnten wir manches im Ort, im Verein nicht realisieren“, so das Vorstandsmitglied. Dazu gehört zum Beispiel das gemeinsame Osterbasteln am Wochenende vor den Festtagen, das Halloweenfest oder Keksebacken alljährlich im November mit den Grunaer Kindern.

Dass es Spaß macht, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und dabei auch das Gemeinschaftsleben im Dorf zu pflegen – das möchte keiner der Helfer missen. Deshalb schaut Monika Fleischer trotz krankheitsbedingter kleiner Einschränkungen immer noch vorbei. Und sie ist stolz darauf, dass ihre Idee zur Tradition wurde.

Ansporn für die Helfer

Antrieb für die Ehrenamtlichen ist ebenso die große Resonanz, die die Kleiderbasare haben. „Das spornt an, wenn man uns beispielsweise in Torgau, Bad Schmiedeberg oder gar Wurzen kennt“, so Sandra Sonntag. Der Einsatz der Frauen wird anerkannt und geschätzt. Das spornt Jüngere an, die in ihre Fußspuren künftig treten könnten. Eine ganz junge ist jetzt schon dabei. Nicole Stechers Tochter Aileen, gerade mal neun Jahre alt, half diesmal schon mit.

Von Bärbel Schumann

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