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Bad Düben Olé! Im Bad Dübener Wellness-Hotel packen die Heide Spa(nier) an
Region Bad Düben Olé! Im Bad Dübener Wellness-Hotel packen die Heide Spa(nier) an
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00:38 18.09.2015
Lehrstätte Heide Spa: Steffi Zumpe (links) erklärt Arcadi Valls Matons und Roser Ramos Garcia, wie Tische professionell eindeckt werden. Quelle: Ilka Fischer
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Azubis aus dem Ausland: Dieses Modell macht in der Region zunehmend Schule. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zählt im IHK-Bezirk Leipzig, wozu auch Nordsachsen gehört, aktuell 172 junge Leute aus 52 ausländischen Nationen, die einen Ausbildungsvertrag in einem lokalen Unternehmen haben. Am häufigsten kommen sie aus der Ukraine, aus Spanien, Vietnam und Russland, listet die Kammer auf LVZ-Anfrage auf. Die meisten von ihnen absolvieren eine Lehre zum Koch, zum Mechatroniker, zur Hotel- oder Restaurantfachkraft.

Die beiden jungen Spanier im Heide Spa können ihre Entscheidung für Bad Düben gut begründen. Zwar noch langsam und nach Worten suchend, aber doch schon in deutschen Worten. "Ich hatte nach meiner Ausbildung im Büro und jahrelanger Arbeit als Kellnerin keine Chance mehr, einen Job zu finden", erzählt Roser Ramos Garcia. "Deutschland hat in Spanien einen guten Ruf", ergänzt Arcadi Valls Matons. Er hat bereits einen Bachelor in Betriebswirtschaft. "Meine Eltern finden es gut, dass ich jetzt in Deutschland bin." Seine Freunde seien dagegen auch ein wenig überrascht gewesen.

Die ersten Arbeitstage, bei denen die beiden an der Rezeption aushalfen, im Restaurant beispielsweise das Eindecken übten und insgesamt den Betrieb kennenlernten, liegen hinter ihnen. Als künftige Restaurantfachfrau beziehungsweise als Hotelfachmann haben beide ohnehin erst einmal die gleiche Grundausbildung, weiß Steffi Zumpe vom Heide Spa. Sie lobt die Schützlinge, "die offen, interessiert und freundlich sind" und die in Bad Düben in einer Wohngemeinschaft Quartier bezogen haben.

Mit immer mehr Vokabeln im Kopf und mit dem ersten in Deutschland verdienten Geld wollen die beiden auch mehr von ihrer Umgebung erkunden. "Es ist alles viel ruhiger hier", hat Arcadi im Vergleich zu Barcelona festgestellt und sich gewundert, dass "die Jugend sich abends eigentlich nur in einem Pub treffen kann". Dort wird er sicher auch vorbeischauen, doch vor allem will er sich in Leipzig umschauen. Roser möchte dagegen bald die Klettermöglichkeiten der Sächsischen Schweiz erkunden.

Doch bis sie dort auf den ersten Gipfeln steht, haben sie jetzt in der Berufsschule die ersten Hürden zu meistern. Heide Spa-Geschäftsführer Reiner Heun ist zuversichtlich, dass seine beiden Spanier diese Klippen meistern, auch weil sie mit anderen Ausländern in einer separaten Klasse unterrichtet werden. "Die meisten ausländischen Azubis brechen aber wegen Heimweh ab. Wir hoffen, dass dies mit 28 Jahren besser zu meistern ist. Außerdem stehen den beiden zwei Paten beiseite, leben wir Willkommenskultur", erklärt er.

Dass dies kein Selbstzweck ist, verhehlt Geschäftsführer Reiner Heun nicht. "Wir brauchen Nachwuchs. Noch vor 15 Jahren hatten wir auf jede unserer sechs angebotenen Lehrstellen 40 bis 60 Bewerber. Das ist bis auf Null weggebrochen." Andererseits liege die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien bei 47 Prozent. Und auch die Europäische Union bemüht sich um Nationen übergreifende Vermittlung: "Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa" heißt das entsprechende Programm. Zuschüsse in Höhe von bis zu 90 Prozent gibt es allerdings nur für Arbeitsmarktprojekte mit mindestens zehn EU-Azubis.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2015

Ilka Fischer, Kay Würker

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