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Opfer-Hilfe: Weißer Ring mit Beraterteam in Eilenburg und Bad Düben am Start

Opfer-Hilfe: Weißer Ring mit Beraterteam in Eilenburg und Bad Düben am Start

Wer Opfer einer Straftat wurde, hat oft mit vielen Problemen zu kämpfen. Wer hilft in solchen Fällen? Der Kossaer Reimund Deutrich ist einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings.

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Reimund Deutrich will den Weißen Ring bekannter machen.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg/Bad Düben. Und er findet schade, dass so wenige wissen, dass es Unterstützung von dieser Seite überhaupt gibt. "Gerade hatte ich einen Fall, eine ältere Dame, deren Handtasche gestohlen wurde. Da war alles weg, von den Ausweisen bis zur EC-Karte und damit jede Menge Lauferei. Sie kam erst einmal nicht an Geld. Ich hatte dann die gesamte Betreuung übernommen. Sie war aber eher zufällig durch eine Bekannte in ihrem Gartenverein darauf gekommen, bei uns anzurufen."

Deutrich schätzt, dass er mehr tun könnte, wenn der Bekanntheitsgrad der Organisation höher wäre. Möglicherweise sei der Verein im Westen Deutschlands bekannter. 1976 wurde er vom Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann, der auch die Sendung "XY ungelöst" moderierte, in Mainz gegründet. In Nordsachsen gibt es mittlerweile 14 aktive Mitglieder und insgesamt 58. Bundesweit sind es zirka 3000 ehrenamtliche Helfer und rund 50 000 Mitglieder.

Aktuell machen Betroffene von häuslicher Gewalt in Nordsachsen den größten Teil der Hilfesuchenden aus, schätzt Reimund Deutrich. Er weiß, dass es gerade in solchen Fällen schon ein Problem ist, diese Straftaten überhaupt anzuzeigen. "Aber wir begleiten auch erst einmal zur Polizei."

Zwischen dem Weißen Ring und der Polizei gibt es Kooperationsverträge. Die Mitarbeiter vor Ort halten die Kontakte. Der Mann aus Kossa brachte gerade vor Kurzem neue Flyer des Weißen Rings zum Delitzscher Revier. Seine Mitstreiterin in Eilenburg, Renate Riedel, hatte das in der Muldestadt übernommen. Sie ist schon etwas länger dabei. Die ehemalige Lehrerin hatte eine Aktivität für den Ruhestand gesucht. Noch dazu hatte sie im privaten Umfeld erlebt, wie sich Opfer von Straftaten fühlen. Immerhin gebe es schließlich Hunderttausende, die mit den Folgen von Einbrüchen bis hin zu tätlichen Angriffen oder inzwischen auch Internetkriminalität klarkommen müssen. "Meist konzentriert sich alles auf die Täter, die Opfer verschwinden irgendwie." Deutrich selbst sei vor zwei Jahren über einen Bericht in der LVZ auf die Organisation aufmerksam geworden. Auch bei ihm war es der Ruhestand, der den früher selbstständig Tätigen darüber nachdenken ließ, was er mit Mitte 60 Neues anfangen könnte.

Wer am Ende mit wem in Kontakt kommt, richtet sich nicht nach der Region, sondern nach dem Fall. Das werde dann von der Außenstelle Nordsachsen in Torgau koordiniert, an die sich die Betroffenen telefonisch und per E-Mail wenden können. "Derjenige, der sich bei uns meldet, bekommt innerhalb von zwei bis drei Tagen die erste persönliche Beratung", erklärt Deutrich. Um zu helfen, seien Schulungen Voraussetzung. "Es gibt dreitägige Grundkurse und Spezialisierungen. Aber viel hilft auch die persönliche Erfahrung." Für problematischere Lagen gibt es beim Weißen Ring Fachleute. "Ich bin ja noch nicht sehr lange dabei."

Weißer Ring, Außenstelle Nordsachsen, Südring 17, Torgau, Telefon 03421 711736, E-Mail weisserring-torgau@gmx.de, Sprechzeit dienstags 16 bis 18 Uhr. Internet: www.weisser-ring.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.04.2015
Von Heike Liesaus

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