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Bad Düben Ortsumgehung für Bad Düben illusorisch: Muldebrücke steht an der falschen Stelle
Region Bad Düben Ortsumgehung für Bad Düben illusorisch: Muldebrücke steht an der falschen Stelle
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00:19 18.06.2017
Die Mudlebrücke ist das Nadelöhr. Sie führt in die Stadt hinein und hinaus. Hier trifft der Verkehr von drei Bundesstraßen zusammen. Quelle: Wolfgang Sens
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Bad Düben

Bad Düben ist an sich in einer beneidenswerten Position. Schließlich steht die Stadt gleich mit zwei Ortsumgehungen im Bundesverkehrswegeplan. Die unstrittige, drei Kilometer lange und etwa acht Millionen Euro teure Ortsumgehung Wellaune steht sogar im vordringlichen Bedarf. Für sie werden bei der Landesdirektion Sachsen in diesen Monaten die Ende April eingereichten Unterlagen für die etwa zwei Jahre dauernde Planfeststellung geprüft. An deren Ende steht dann das Baurecht.

Für die Ortsumgehung Bad Düben, für die es zwar Planungsrecht gibt, ist dagegen alles in der Schwebe. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hatte erst im jüngsten Stadtrat betont, dass sie einer zweiten Muldebrücke auf Jahrzehnte keine realistische Chance gebe. „Damit“, so ihre Schlussfolgerung, „wird bei dem Bau einer Ortsumgehung der Verkehr von drei Trassen auf dieser gebündelt. Und dieser landet immer wieder auf der Muldebrücke.“ Inwieweit eine Ortsumgehung Sinn mache, sei aus ihrer Sicht offen. Hier müssten nicht nur die Stadträte, sondern alle Bad Dübener in die Diskussion einbezogen werden.

Nur etwa 5000 Fahrzeuge auf der Ortsumgehung

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt sieht das genauso. Prinzipiell sei es so, dass es für eine Ortsumgehung rund 10 000 Fahrzeuge brauche. In Wellaune, wo fast der komplette Verkehr Transitverkehr sei, ist dies gegeben. Dass eine Ortsumgehung Bad Düben im Bundesverkehrswegeplan steht, sei dagegen nicht selbstverständlich. Denn die Verkehrszählungen haben ergeben, dass etwa die Hälfte der täglich 10 000 Fahrzeuge auf der Muldebrücke Quell- und Zielverkehr sei. Damit würden nur rund 4000 bis 5000 Fahrzeuge eine Ortsumgehung nutzen. „Bei diesen Größenordnungen“, so stellt Wendt klar, „ ist eine neue Muldebrücke illusorisch.“ Eine Ortsumgehung mit neuer Brücke wäre rund 16 Millionen Euro teuer und hätte damit ein inakzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Politischer Wille gefragt

Will die Kurstadt dennoch eine Ortsumgehung ohne neue Muldebrücke, brauche es zunächst den klaren politischen Willen. Dass die Meinungsbildung nicht einfach sei, erkennt er an. Das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das auch für den Bund die Straßen verwaltet, sei aber dran, innerörtliche Varianten zu prüfen. „Wenn man Bundes-, Staats- und kommunale Straßen anders ausweise, den Verkehr anders organisiere, lasse sich „ein bisschen mehr Effizienz“ schon machen, ist Wendt überzeugt und hofft, dass das Landesamt für Straßenbau im Spätsommer, spätestens im Herbst die Ergebnisse vorstellen kann. Auf deren Grundlage sei es sicher auch für Bad Düben einfacher, sich zu positionieren.

Bürgerinitiative gesprächsbereit

Axel Borbonus von der 2007 gegründeten Bürgerinitiative Ortsumgehung Bad Düben will jetzt diese Gespräche abwarten. Gleichwohl betont er, dass sich in Sachen Verkehr etwas tun muss. „Unser Problem“, so hat er analysiert, ist, dass „die Muldebrücke an der falschen Stelle steht.“ Für die Ortsumgehung, die er nach wie vor favorisiert, müsse gemeinsam eine Trasse gefunden werden. Aber er sagt auch, dass es das Wichtigste sei, dass sich etwas ändert. „Wenn es also einen anderen Lösungsvorschlag gibt, sind wir gesprächsbereit.“

Von Ilka Fischer

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