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Bad Düben Pechhüttenfest mit Heidemönch steigt in Kossa
Region Bad Düben Pechhüttenfest mit Heidemönch steigt in Kossa
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14:27 21.10.2009
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Kossa

„Mittlerweile ist es das vierte Fest, bei dem wir altes Handwerk in der Dübener Heide zeigen. Hintergrund ist, dass solche Traditionen nicht in Vergessenheit geraten sollen“, erklärte der Mönch. Auch diesmal kamen bei herbstlichen Wetter zahlreiche Neugierige an die Friedrichshütte. Viele Geschichten ranken sich um die jahrhundertealte Pechhütte Friedrichshütte und die bedeutende Pechbrennerfamilie Schlobach, in deren Besitz sie über 250 Jahre gewesen ist. Aber wie kam Heidemönch Gempe zum Pech? „Ich belegte vor Jahren einen Lehrgang zum Naturparkführer. Zum Abschluss sollte sich damals jeder eine Idee, wie er den Besuchern und Gästen die Gegend näherbringen will, ausdenken. Ich las von einem Mönch, der einst in einem Kloster in Brehna lebte. Die Gestalt des Mönches gefiel mir und seitdem führe ich die Gäste als solcher durch den Naturpark“, so Gempe.

Während seinen Erzählungen brannte das Holz in der ausgehobenen Erdgrube. Gempe und sein Helfer Jens Goßmann hatten die kleinen Minipechöfen vorbereitet und sie mit kienhaltigem Holz befüllt. „Der Unterschied zum richtigen großen Pechofen ist, dass wir hier, wenn wir etwas Glück haben, vielleicht 100 Gramm Pech bekommen. In einem richtigen Ofen würden bei einem Brennvorgang etwa 900Kilogramm entstehen“, erklärte der Heidemönch.

Dann wurden die Behälter in die Erdgrube gehoben und mit Holz umlagert. Zweieinhalb Stunden später sollte das Ergebnis feststehen. Zwischendurch zeigten Kräuterfrau Gabi Schumann und die Pechhersteller ein kleines Theaterstück. Schumann gab zudem einen kleinen Exkurs in die Kräuterwelt der Dübener Heide.

Schließlich war es soweit. Gempe und sein Helfer hievten die Behälter aus der Erdgrube. Doch drinnen war der Vorgang zur Pechentstehung noch im vollen Gange. „Das Harz war noch in der Umwandlung zum Pech. 15 Minuten länger im Feuer und es hätte funktioniert. Aber das ist immer so eine Sache. Da spielen äußere Einflüsse wie Temperatur auch eine große Rolle. Unsere Vorfahren hatten über 100 Jahre Erfahrung damit. Wir haben es heute zum achten Mal ausprobiert. Das Entscheidende ist, dass wir die Erinnerungen an diese damalige Zeit und das damit verbundene Handwerk lebendig halten“, sagte Gempe.

Steffen Brost

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