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Bad Düben Pergolesi mit Anmut, Bach mit Bravour – viel Glanz in Dübener Passionsmusik
Region Bad Düben Pergolesi mit Anmut, Bach mit Bravour – viel Glanz in Dübener Passionsmusik
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12:43 12.03.2018
Kantorin Elisabeth Neumann mit den Solisten (v.l.) Joachim Holzhey (Bass), Donata Burckhardt (Sopran) und Susanne Scheinpflug (Alt) Quelle: Olaf Majer
Bad Düben

Der Sonntag Laetare ist für Menschen, die sieben Wochen lang auf Alkohol, Schokolade oder Facebook verzichten, ein Freudensonntag im Kirchenjahr: Die Fasten-Halbzeit auf dem Weg zum Osterfest ist erreicht, an diesem Tag darf es inmitten der Passion fröhlicher und ausgelassener zugehen. Passender hätte daher das Kurrende-Konzert am Vorabend zum Sonntag Laetare gar nicht liegen können. Denn das, was die Zuhörer in der Dübener Passionsmusik zu hören bekamen, war mehr als ein Grund zur Freude.

Bach und Pergolesi eint das Klanggefühl

Pergolesi und Bach standen als Schwergewichte der Musikgeschichte auf dem Programm. Beides verschiedene Komponisten und doch mit einer gemeinsamen Eigenschaft gesegnet: Beide vereint ein unglaubliches Klanggefühl, das ihre Kompositionen zu einer rauschhaften Erfahrung macht. Wenn man denn den Zauber der Partitur versteht und ihn zur Entfaltung kommen lässt.

Kantorin Neumann entdeckte den Italiener für die Kurrende

Kurzum: In Bad Düben ist das gelungen. Für manche Zuhörer noch stärker in der bravourös aufgeführten Bach-Kantate „Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott“ als in Pergolesis „Stabat Mater“. Trotzdem kann man Kantorin Elisabeth Neumann nur unentwegt dankbar sein, dass sie den Italiener für die Kurrende-Musiken entdeckt hat. „Stabat Mater“ – die schmerzerfüllte Mutter – ist ein sakrales Meisterwerk der Kirchenmusik. Voller Anmut und Sinnlichkeit, mit kontrastreichen Übergängen zwischen den getragenen Chören und belebenden Arien. Pergolesis letztes vollendetes Werk lebt von dieser schillernden Spannung.

Dass der bereits mit 26 Jahren verstorbene Komponist eigentlich von der Oper kommt, wird vor allem in den Solopartien deutlich. Die opernhafte Melodik ist zunächst neu und überraschend. Dennoch verlieren die liturgischen Texte selbst in dieser ungewohnten Anlehnung ans Opernlibretto nichts von ihrer Wirkung – wenn sie denn ohne übertriebene Manierismen auskommt und auf die natürliche Strahlkraft setzt.

Publikum reagiert mit atemloser Stille nach Schlussakkord

Dafür sorgten in Bad Düben die Solisten. Besonders schön: Sopranistin Donata Burckhardt mit funkelnden Augen und temperamentvoller Stimme und Tenor Oliver Kaden, der mit blitzsauber getroffenen Tönen seinen Part famos gestaltete. Als Bassist sprang Joachim Holzhey aus Leipzig kurzfristig für den erkrankten Matthias Jahrmärker ein – es war deshalb kein Abbruch spürbar.

Und so bildeten Solisten, Orchester musica juventa aus Halle und die Kurrende an diesem Abend in der gut besuchten katholischen Kirche ein magisches Dreieck. Das nach dem Schlussakkord zunächst ein atemloser Moment der Stille eintrat, war die Bestätigung dafür. Als der erste Bann gebrochen war, gab es den verdient langanhaltenden Applaus. Bad Düben erlebte eine erhebende Passionsmusik – eine Ohrenweide für die Sinne.

Von Olaf Majer

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