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Bad Düben Pfarrerin Edelgard Richter: „Gruna ist zurzeit unser größtes Sorgenkind“
Region Bad Düben Pfarrerin Edelgard Richter: „Gruna ist zurzeit unser größtes Sorgenkind“
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07:00 26.05.2016
Pfarrerin Edelgard Richter an der Grunaer Radfahrerkirche. An den Fenstern und dem Kirchturm gibt es Risse durch die Setzungen des Gebäudes. Quelle: Foto: Steffen Brost
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Gruna

In der Radfahrerkirche in Gruna geht es zurzeit nicht voran. Momentan füllt sich das Gotteshaus nur einmal im Jahr mit Menschen. Immer an Weihnachten zieht mit dem Krippenspiel und dem Gottesdienst für kurze Zeit Leben in die Kirche. Ansonsten ist es ruhig geworden.

Der Grund dafür sind massive Schäden, die durch das Hochwasser 2013 an dem Gebäude entstanden sind. Schon 2002 wurde die Kirche durch das damalige Hochwasser beschädigt. Es dauerte anschließend Jahre, bis sie wieder saniert war. „Wir waren gerade fertig und froh, es geschafft zu haben, als 2013 erneut das Hochwasser in Gruna stand und die Kirche dadurch immensen Schaden davontrug“, erzählt Pfarrerin Edelgard Richter aus dem zuständigen Kirchspiel in Sprotta.

Sorge um Gotteshaus

Die Pfarrerin ist für zehn Kirchen in der Region zuständig. Die meisten ihrer „Arbeitsstätten“ befinden sich in einem guten Zustand. Sorgen bereiten ihr nur die Kirchen in Paschwitz (Dach defekt), Strelln (Feuchtigkeit im Gebäude, Fenster alt und Statik des Glockenstuhls muss überprüft werden) und eben Gruna. „Gruna ist zurzeit unser größtes Sorgenkind. Wir wollten, kurz bevor das Hochwasser vor drei Jahren erneut zuschlug, den ausgelagerten Altar aus Pristäblich zurückholen und ihn an seinen angestammten Platz in der Kirche aufstellen. Doch dazu kam es leider nicht mehr“, erzählt die Pfarrerin.

Sanierung kostet 253 000 Euro

Das Wasser hat inzwischen zu Setzungserscheinungen des Gebäudes geführt. Deutliche Risse an der Außenfassade bringen das zum Vorschein. Dazu kommen massive Feuchtigkeitsschäden im Innenbereich. Die Komplettsanierung wurde berechnet und schlägt mit rund 253 000 Euro zu Buche. Ein entsprechender Antrag auf Fördergelder ist gestellt worden. Jetzt wartet die Gemeinde auf die schriftliche Bestätigung der bereits mündlich erteilten Zusage. „Wir haben die Hoffnung, dass wir bis Mitte dieses Jahres den Bescheid in den Händen halten. Außerdem erwarten wir Fördermittel von der Stiftung Denkmalschutz, die wir als Eigenmittel einsetzen können.“ Dann sol saniert werden.

Seitdem das Hochwasser in der Kirche stand, sind die wenigen Grunaer Kirchenmitglieder regelmäßig in Laußig zu Gottesdiensten. „Die Zahl der Mitglieder ist tendenziell rückläufig. Jetzt ist es die Aufgabe des Gemeindekirchenrates, diesem Trend entgegenzuwirken. Wie das mit den Gottesdiensten nach der Kirchensanierung weitergeht, muss der Gemeindekirchenrat festlegen. Die Kirche in Gruna ist ein schönes Haus, weil es in einem schönen Ambiente mitten im Dorf steht. Ich würde mir wünschen, dass es wieder belebt wird.“

19. Radfahrerkirche in Deutschland

Wann die Kirche genau entstanden ist, war nicht zu erfahren. Denn der Ort war einst ein Pfarrkirchhof mit dem Rittergut des Grafen von Hohenthal in Hohenprießnitz. Die Grunaer Kirche war nach 1945 ohne Nutzung für Gottesdienste und der Verwitterung und Zerstörungen preisgegeben. Bei den Renovierungsarbeiten nach der Jahrhundertflut im Jahr 2002 fand man kostbare Grabsteine (Epitaphe) aus italienischem Marmor und andere Gesteine aus früherer Zeit. Sie lagen mit der wertvollen Seite nach unten im Fußboden und wurden bis dahin nicht als solche wahrgenommen. Und erst vor einigen Jahren wurde der Grunaer Kirche hohe Ehre zuteil. Sie wurde als 19. Radfahrerkirche in Deutschland eröffnet. Seitdem ist sie neben der Muldefähre ein neuer Anziehungspunkt für Touristen, die auf dem Mulderadwanderweg unterwegs sind.

Von Steffen Brost

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