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Bad Düben Pflanzenfreunde aktiv beim Erlebnistag Streuobstwiese in Schwemsal
Region Bad Düben Pflanzenfreunde aktiv beim Erlebnistag Streuobstwiese in Schwemsal
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17:00 26.03.2017
Anne Hecht (r.) vom Landschaftspflegeverband Wittenberg führte einige Gäste über die Schwemsaler Streuobstwiese. Quelle: Heike Nyari
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Jahrhunderte lang in jedem Dorf selbstverständlich, sind Streuobstwiesen mit vielen Obstbaumsorten heute eher selten. Doch dieses einzigartige Stück Kulturlandschaft erlebt eine Renaissance und vielerorts ist das Anlegen dieser Biotope wieder im Kommen.

Doch, einfach hingehen und Baum in die Erde setzen, ist nicht! Was alles dazu gehört, welche Sorten sich eignen, wie man Obstgehölze richtig pflegt und schneidet, wie man die Wiese bewirtschaftet und anderes mehr erfuhren interessierte Gäste beim „Erlebnistag Streuobstwiese“ in der Gutsscheune Schwemsal. Gastgeber waren der Landschaftspflegeverband Wittenberg und der Verein Dübener Heide. Und mit Forstwirt und Obstbaumpfleger Diethard Biermann hatte man den richtigen Fachmann zur Seite.

„Seit 4000, 5000 Jahren, vielleicht auch schon länger, beschäftigen sich die Menschen mit der Züchtung von Äpfeln“, erklärte der Referent. Doch, wie viele tausend Sorten es mittlerweile weltweit gibt, kann nur geschätzt werden. Sich zu entscheiden, welchen Apfelbaum man in seinen Garten oder auf eine Streuobstwiese pflanzt, fällt nicht leicht. Nur nach dem Geschmack auszuwählen, weil vielleicht eine Frucht besonders lecker ist, reicht nicht aus“, ist sich Biermann sicher.

Damit sich ein Baum voll entfalten kann, ist die Standortwahl von größter Bedeutung. Boden, Mikroklima, Region, Sonnenscheindauer und Wasserverhältnisse sind wichtig für das Wachstum und beeinflussen auch das Ausreifen der Früchte. Außerdem empfiehlt Biermann, sich für bodenständige, regionale, am besten sogar ältere Sorten zu entscheiden. Ist die Wahl getroffen, geht es ans Pflanzen. Dabei sei zu beachten, dass jeder Hochstamm etwa 100 bis 120 Quadratmeter Platz für sich beansprucht. Schon beim Einsetzen ins Erdreich gilt es eine ganze Menge zu beachten. So begaben sich die Seminarteilnehmer – sie kamen übrigens aus Pratau, Bad Düben, Bitterfeld, Jüdenberg, Radis, Tornau, Friedersdorf, Laußig und Muldestausee – hinaus in den Scheunengarten. Hier hoben sie unter den fachmännischen Augen von Diethard Biermann zwei Pflanzlöcher aus. Bevor die Wurzeln von „James Grieve“ und „Albrechtsapfel“ im Erdreich verschwanden, wurden sie beschnitten. Außerdem setzte der Obstbaumexperte die Schere zum Pflanzschnitt bei jungen Ästen der Krone an.

In den folgenden Jahren sind regelmäßige Erziehungsschnitte, Pflegeschnitte und im Alter auch Regenerationsschnitte unerlässlich. Dabei, so betonte Biermann, sei weniger mehr, denn jeder Schnitt im Kronenbereich beeinflusse auch die Wurzel und verändere den Hormonhaushalt des Baumes. Parallel zur Baumpflanzaktion führte Anne Hecht vom Landschaftspflegeverband Wittenberg einen Rundgang über das Streuobstwiesenareal und wusste viel über die pflanzlichen und tierischen Bewohner zu berichten.

Von heike nyari

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