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Pflegenotstand? Bad Dübener Alten-Heim steuert gegen den Trend

Pflegenotstand? Bad Dübener Alten-Heim steuert gegen den Trend

In Deutschland arbeiten zur Zeit rund 200 000 osteuropäische Pflegekräfte. Bis 2030 wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen auf 3,4 Millionen verdoppeln. 30 000 Fachkräfte fehlen dann.

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Im diakonischen Altenpflegeheim gibt es jeden Tag etwas zu lachen: Hier freuen sich Pflegedienstleiterin Rita Zobel, Bewohnerin Ruth Moennecke und Dirk Sauer über das monatliche Unterhaltungsprogramm im Haus.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Ein Notstand, den die Bundesregierung mit Personal aus dem Ausland lösen will. Dass es aber auch anders geht, zeigt das Diakonische Altenpflegeheim "Sankt Nikolai" in Bad Düben.

Dort kümmern sich zurzeit 40 Pflegerinnen und Pfleger aus Bad Düben und Umgebung um 85 Heimbewohner. Dazu kommen noch zehn Tagespflegeplätze. Nach dem Willen von Pflegedienstleiterin Rita Zobel soll das auch noch lange so bleiben. Denn das Diakonische Werk bildet alle drei Jahre zwei junge Schulabgänger zu neuen Altenpflegern aus. "Der Pflegenotstand ist da. Politisch. Wir sind aber in der glücklichen Lage, diesen bei uns nicht zu spüren. Denn wir bilden unsere eigenen Leute aus. Bisher haben wir die nach der Lehrzeit auch immer übernehmen können", erzählt Rita Zobel.

Der Pflegeberuf ist für sie kein Beruf, sondern eine Berufung. "Es gibt sicherlich Jobs, wo man mehr verdient. Man muss das ganze mögen und mit Liebe machen", weiß auch der stellvertretende Pflegedienstleiter Dirk Sauer. Erst zu Jahresbeginn konnten fünf neue Mitarbeiter auf Stundenbasis gewonnen werden. Sie ermöglichen für die Heimbewohner eine zusätzliche Betreuung. So können Spaziergänge, persönliche Betreuung und individuelle Wünsche realisiert werden, was bisher nicht so in diesem Rahmen möglich war. Finanziert werden diese Stellen von der Pflegekasse.

Rita Zobel lebt jedenfalls für ihren Job. Als gelernte Krankenschwester brachte sie genug Erfahrung mit, als sie 1996 in die Pflegebranche wechselte. "Durch meine beiden Kinder war ich gezwungen, mich umzuorientieren. Das gelang sehr gut. Ich brauche im Job meine Gespräche mit anderen und das Umsorgen von Menschen", so die 52-Jährige.

Als examinierte Pflegefachkraft begann die Bad Dübenerin zunächst auf Station. Erst später wurde sie aufgrund ihrer Fähigkeiten und Qualifikationen Pflegedienstleiterin. Ihr Kollege Dirk Sauer ist da eher der Exot unter den vielen weiblichen Kräften im Haus. Denn als Mann ist man in der Pflegebranche eher noch die Ausnahme. Aktuell arbeiten nur zwei männliche Mitarbeiter im Altenpflegeheim auf Station.

Der 45-Jährige examinierte Altenpfleger ist seit 1997 als Wohnbereichsleiter tätig. "Ich habe mal Maschinen- und Anlagenmonteur gelernt, aber mich ziemlich schnell neu orientiert. Mein Wunsch war es, etwas mit geistig- und körperlich Behinderten zu machen. Am Ende bin ich nach einem Praktikum in der Pflege gelandet. Für mich meine persönliche Erfüllung", erzählt Dirk Sauer, der sich täglich um die Organisation in seinem Wohnbereich kümmert. Da gehören neben der Grund- und Behandlungspflege auch die Gabe von Medikamenten, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Physio-, Ergo- und Logopädie dazu.

Für die Zukunft sieht sich Heimleiter und Diakon Thomas Maeser gut aufgestellt. "Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet und die Warteliste auf einen Heimplatz bei uns ist sehr lang. Ausländische Pflegekräfte spielen zur Zeit keine Rolle. Denn wir wollen auch in Zukunft mit Augenmaß ausbilden und dafür sorgen, dass sich unsere jungen Menschen zu verantwortungsvollen Mitarbeitern entwickeln", so Maeser.

www.diakonie-delitzsch.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2015
Von Steffen Brost

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