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Bad Düben Pilgerpension soll im Sommer in Bad Düben öffnen
Region Bad Düben Pilgerpension soll im Sommer in Bad Düben öffnen
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05:24 28.02.2019
In der Mühlstraße 1 und 7 in Bad Düben entsteht eine Pilgerpension. Dort sollen ab Sommer die ersten Gäste übernachten können. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Seit über einem Jahr baut der gebürtige Berliner Andreas Grollmann unter dem Motto „Mach es selbst“ an seiner Pilgerpension in der Mühlstraße 1 und 7. Früher war hier ein Geschäft für Kleinmöbel untergebracht. Das über 150 Jahre alte Haus soll der neue Lebensmittelpunkt von Grollmann werden. Inspiriert haben ihn seine vielen Wanderungen auf dem Jakobsweg und dessen zahlreichen Ablegern. Als Grollmann das Gebäude vom Vorbesitzer erwarb, war es ziemlich heruntergekommen. Das ist mittlerweile Geschichte. In unzähligen Stunden haben er und seine Helfer es schon in eine ansehnliche Unterkunft verwandelt.

Hier gibt es Einblicke in die künftige Pilgerpension in Bad Düben. Sie soll im Sommer öffnen.

„Der Fußboden ist neu, Strom- und Abwasserleitungen sind verlegt, eine Gästeküche wurde eingebaut und auch der neue Essenssaal ist fast fertig“, erzählt Grollmann. Dass er Geschmack hat, beweist er bei der Einrichtung. Fast nichts ist einfach von der Stange. So baute der 54-Jährige eine riesigen Esstisch aus alten Holzbalken zusammen. Kleine Tische schraubte er aus ehemaligen Paletten aus den Zwanzigerjahren. Aus einem vom Flohmarkt erworbenen Blasebalg soll ein weiterer Tisch entstehen. „Ich mag solches Industriedesign. Deswegen verbaue ich es gern“, erzählt Andreas Grollmann.

Auch Familien können übernachten

Der große Gemeinschaftsraum und die Küche sind schon voll nutzbar. Viele bunte und handgemalte Bilder verbreiten bereits Gemütlichkeit. Der Schlafsaal ist noch im Bau, gearbeitet wird ebenso noch an den Gästezimmern in den oberen Etagen. „Willkommen sind nicht nur Wanderer. Auch Familien können hier unsere gemütlichen Zimmer auf der Durchreise oder für einen kurzen Stopp in Bad Düben nutzen. Mitte diesen Jahres sollen die ersten Gäste kommen können“, plant Grollmann.

Alte Pferdeställe werden wieder hergerichtet

Bis dahin sollen auch die Bauarbeiten im Ostflügel des Gebäudes vorankommen. In den ehemaligen Garagen will der Bauherr die alten Pferdeställe so herrichten wie sie früher einmal waren. Pferde sollen dort allerdings nicht wieder einziehen – Andreas Grollmann ist nur die ursprüngliche Originalität wichtig. Im Innenhof plant er eine große Streuobstwiese.

Gelegenheit für Gemeinschaft und Gespräche

Die Idee einer eigenen Pilgerpension hat der 54-Jährige schon lange. Sie kam ihm bei seinen vielen Wanderungen. „Pilger schlafen sonst bei ihren Touren meist anonym in Hotels oder anderen Unterkünften. Deswegen will ich hier die Möglichkeit schaffen, dass sich Pilger nach ihrer Tour zusammensetzen, Erfahrungen austauschen und Freundschaften schließen“, erklärt er. Bei ihm könne man es sich wie in einer Berghütte vorstellen. Dort gibt es in den Räumen große Liegeflächen, wo jeder seinen Schlafsack ausrollt. „Wer das nicht mag, bucht sein eigenes Zimmer“, sagt er.

Jakobsweg führt auch durch die Region

Viele kennen vom Jakobsweg nur den bekanntesten Hauptweg durch Nordspanien bis nach Santiago de Compostella. Aber es gibt auch ein Netz von Nebenrouten. So verläuft unter anderem auch ein Weg durch Bad Düben. Es ist die „Via Imperii“. Sie kommt von Stettin in Polen und verläuft über Berlin, Wittenberg, Leipzig, Zwickau nach Hof. In der Region führt sie von Kemberg über die Köhlerei Eisenhammer, Bad Düben weiter nach Krostitz. Das bekannte Pilgerzeichen, die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Untergrund, ist am Gebäude von Andreas Grollmann schon mal für künftige Gäste angebracht.

Von Steffen Brost

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