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Pläne in der Schublade versunken

Pläne in der Schublade versunken

Der Kampf um die Ortsumgehung in Wellaune geht weiter. Auf der Info-Veranstaltung der Bürgerinitiative (BI) sagten am Donnerstagabend die Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) und Stephan Kühn (Grüne) ihre Unterstützung zu.

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In Wellaune funktioniert Schwarz-Grün: Die Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn (Grüne, links) und Marian Wendt unterstützen die Bürgerinitiative für eine Ortsumfahrung und verewigen sich mit einem Spruch (Kühn: "Meine Unterstützung haben Sie!" Wendt: "Wir schaffen das!") am Plakat im Bürgerhaus.

Quelle: Frank Pfütze

Wellaune. Wendt will nun herausfinden, in welcher Schublade die Planung derzeit verstaubt und Kühn will mit einem Verkehrsexperten alternative Entlastungsmöglichkeiten im Ort prüfen.

 

 

Erst einmal machte jedoch BI-Chefin Gisela Jäschke ihrem Ärger Luft. Sie wollte wenigstens den Baubeginn der Ortsumfahrung noch erleben. Statt dessen werden die BI-Mitglieder inzwischen für ihr erfolgloses Bemühen belächelt. "Wir sind 13 Jahre veralbert worden, haben die Nase voll von Versprechen. Jeder hat was erzählt oder versprochen. Bis heute ist nichts passiert. Wir fühlen uns doll allein gelassen", so die 64-Jährige.

Da passte es ins schlechte Bild, dass das sächsische Verkehrsministerium und das Straßenbauamt den Termin absagten, weil es "seit Januar nichts Neues gibt." Eine "Frechheit", waren sich die Anwesenden einig. Landrat Michael Czupalla (CDU) hat sich inzwischen an Staatssekretär Roland Werner gewandt, um die Notwendigkeit einer schnellen Realisierung der Ortsumfahrung noch einmal zu verdeutlichen. "Auch im Interesse der Glaubwürdigkeit, sollte uns gemeinsam sehr daran gelegen sein, in diesem Jahr noch einen Gesprächstermin zu realisieren", so Czupalla.

Das Verkehrsministerium hatte im Oktober vermeldet, dass beim Bund die für den Freistaat Sachsen bedeutsamen Fernstraßenprojekte für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet sind. Damit auch die Ortsumfahrung Wellaune. Klingt gut, ist aber nicht wirklich greifbar. Denn die Planungen, die nun seit 13 Jahren andauern, müssen endlich in ein Planfeststellungsverfahren münden, das wiederum Voraussetzung für den Baubeginn ist. Der steht nach wie vor in den Sternen. Ebenso, ob die Pläne noch in Dresden oder schon in Bonn (Außenstelle vom Bund) liegen oder aus Bonn schon wieder in Dresden. Eine Hausaufgabe, die Bundestags-Neuling Marian Wendt aus Wellaune mitnahm. Und auch der Landtagsabgeordnete Volker Tiefensee (CDU) will sich in Dresden erkundigen.

Stephan Kühn, der verkehrspolitische Sprecher seiner Partei im Bundestag, plädierte für verkehrsberuhigte Maßnahmen im Ort, die das weitere Verfahren begleiten und für Entlastung sorgen könnten. Ob 30-km/h-Schilder, Kreisverkehr oder verkehrsberuhigende Zonen, das soll ein Experte herausfinden. Und den will Kühn nach Wellaune holen. Kühn stocherte in der Wunde: Wenn die Planungen fertig gewesen wären, hätte es in den vergangenen Jahren mehrere Programme und damit Möglichkeiten gegeben, dieses eher kleine Projekt zu realisieren. Heißt: Die Ortsumfahrung hätte längst gebaut sein können.

Besser scheint es nicht zu werden. Die neue Bundesregierung, wie auch immer sie aussehen wird, ist eine Wundertüte, bei der heute noch niemand sagen kann, was rauskommt. Kühn sprach davon, dass alle Projekte erneut bewertet werden und die Bundesregierung ihren Fokus seiner Meinung nach auf die Sanierung und den Ausbau vorhandener Trassen richtet. Darum plädiere er dafür, "zweigleisig zu fahren" und herauszufinden, was an der vorhandenen Straße gemacht werden kann, um die Belastungen zu minimieren. Ohne dabei vom Vorhaben Ortsumgehung abzuweichen. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.11.2013
Pfütze

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