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Planungen dauern an: Deichbau bei Schnaditz geht im Herbst weiter

Hochwasserschutz Planungen dauern an: Deichbau bei Schnaditz geht im Herbst weiter

Der Ringschlussdeich Schnaditz geht erst im Herbst weiter. Ursprünglich sollten die Bauarbeiter im nächsten Quartal anrücken. Und es müssen bis 2018 weitere Bauabschnitte folgen.

Nicht immer fließt die Mulde, wie hier bei Bad Düben so idyllisch.

Quelle: Ilka Fischer

Schnaditz. Am Ringdeich Schnaditz wird im Oktober/November weiter gebaut. Das teilte Axel Bobbe, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung, auf Nachfrage mit. Ursprünglich sollte es mit dem Bauwerk, das Schnaditz und das Bad Dübener Unternehmen Profiroll umfasst und diese vor einem statistisch alle 100 Jahre auftretenden Hochwasser (HQ 100) schützt, im zweiten Quartal weitergehen. Bei dem Ringdeich, der damit insgesamt rund acht Kilometer misst, ist der eine Kilometer bei Profiroll fertig. Im Norden sind die drei Kilometer deichlicher „Altbestand“ mit Spundwänden gesichert. Bleiben damit vier neue Deichkilometer und die Querung der B 2.

Die Planungen für den Neubau-Kilometer westlich von Schnaditz laufen seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Doch dabei habe sich ergeben, dass ein Splitten in die Auftragslose Deichbau und die beiden erforderlichen Muldesiele technologisch nicht günstig ist. Es habe sich nicht bewährt, wenn auf engstem Raum zwei Baufirmen tätig seien. „Das allerdings hat zur Folge, dass wir nun aufgrund der hohen Bausumme europaweit und damit langwieriger ausschreiben müssen“, erklärte Bobbe. Doch man wolle hier keinerlei Risiko eingehen, die Auftragsvergabe nicht anfechtbar machen. Eine genaue Investitionssumme kann Bobbe derzeit nicht nennen. Doch als Faustregel gilt, dass pro Kilometer eines neuen Deiches bis zu zwei Millionen Euro veranschlagt werden. Pro Siel kommt noch einmal ein höherer sechsstelliger Betrag dazu. Als Ziel formuliert Bobbe, den Schnaditzer Kilometer im Herbst zu beginnen und bis Mitte 2017 abzuschließen. Ein weiterer Kilometer Deich in Richtung Profiroll (Südseite des Ringes) solle sich dann nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich möglichst nahtlos anschließen. Bobbe veranschlagt auch für diesen rund neun Monate Bauzeit. Der dritte und vierte Deich-Kilometer, mit denen der Ringdeich komplett geschlossen wird, kämen dann ab 2018 dran.

Tiefensee, das einen wesentlich kleineren Flügeldeich bekommt, wird erst anschließend gebaut. Damit ist dieser Bad Dübener Ortsteil die letzte Ortschaft im Bereich des Polders Löbnitz, die einen HQ-100-Schutz erhält. Wellaune hat seinen bereits. Die diesbezüglichen Arbeiten in Löbnitz sollen bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein.

Bereits ab Juli wird zudem zwischen Schnaditz und Löbnitz das Fährschleusensiel gebaut. Dieses dient zur Entwässerung des Polders Löbnitz und erfordert eine höhere sechsstellige Investitionssumme. Das Einlaufbauwerk bei Wellaune stellt dann übrigens das letzte Projekt im Polder Löbnitz dar. „Vor 2020/2021 wird das aber nicht zu schaffen sein“, blickt Bobbe voraus. Und solange kann der Polder, der ab einem 25-jährigen Hochwasser gezielt geflutet werden soll und dann 15 Millionen Kubikmeter Wasser fasst, nicht in Betrieb gehen.

Von Ilka Fischer

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