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Bad Düben Plauderei mit zwei "alten Hasen"
Region Bad Düben Plauderei mit zwei "alten Hasen"
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13:57 19.05.2015
Harald Paak (links) und Andreas Flad gehören seit 24 Jahren dem Stadtrat von Bad Düben an. Paak macht Politik für die CDU, Flad für Die Linke, aber letztlich beide für Bad Düben. Quelle: Nico Fliegner

Doch Parteiengezänk auf kommunalpolitischer Ebene können sie ohnehin nichts abgewinnen. Denn letztlich waren sie immer wieder zur Wahl angetreten, um Politik für eine Sache machen zu wollen: für Bad Düben. Nunmehr ist die Zeit gekommen, die vergangenen 24 Jahre, in denen sie einen Platz im Ratssaal haben, zu reflektieren und auf ihre, wie sie sagen, allerletzte Wahlperiode zu blicken.

Für den Linke-Ortsverein in Bad Düben ist Berufsschullehrer Andreas Flad das Zugpferd schlechthin. 619 Stimmen hat er bei der jüngsten Stadtratswahl bekommen, liegt in seiner Partei unangefochten vorn. Eigentlich wollte er schon längst aufhören, "das habe ich schon ein paar Mal gesagt", aber er fühle sich verpflichtet. "Ich habe in den 24 Jahren viele Erfahrungen gesammelt und die Leute geben mir ihre Stimme, das ist eine Bestätigung", erzählt er. Bei Harald Paak, Bauingenieur, ist es die Arbeit im Bauausschuss, seinem Steckenpferd, den er leitet und die ihn motiviert. Ohne ihn wäre das Gremium quasi undenkbar. Paak bringt Sach- und Fachverstand ein. Und wenn man ihm im Stadtrat zuhört, wird schnell deutlich: Der weiß, wovon er spricht. Sein Credo: "Wenn ich was mache, dann richtig." Und das sagt der 70-Jährige, der mit 279 Stimmen nach Mike Kühne (758) das zweitbeste Ergebnis in seiner Partei erzielte, auch mit Blick auf die Arbeit der Ausschüsse generell, die zuletzt oftmals wegen Teilnehmermangel ausgefallen waren. Dabei sind sie das Herzstück kommunalpolitischer Arbeit. Dort werden Beschlüsse beraten, modifiziert und dem Stadtrat vorgelegt. Dass die Verwaltung nunmehr plant, die derzeit drei Ausschüsse - Bau- und Kur-, Finanz- und den Hauptausschuss - auf zwei, nämlich Technischen und Hauptausschuss, zu reduzieren, heißen beide für nicht sonderlich gut, weil SPD, Linke und Bürgerkreis dann nur noch jeweils einen Sitz hätten, CDU und Freie Wähler dagegen jeweils drei - ein Missverhältnis. Und zumal in den Ausschüssen berufene Bürger zu Wort kämen, "die nochmal eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben", so Flad.

Der 60-Jährige erinnert sich dabei gern an die Anfangsjahre nach der friedlichen Revolution, wo es oftmals "heiß her ging", wo der Stadtrat noch debattierte, manchmal regelrecht die Fetzen flogen. Die Besucherreihen bei den Sitzungen im Feuerwehrgerätehaus waren stets proppenvoll, die Themenlisten lang, bis nach Mitternacht redeten sich die Stadträte die Köpfe heiß. Bad Düben hatte viel zu bewältigen und hat viel geschafft. Allein 250 Millionen Euro sollen seit der Wende in die städtische Infrastruktur investiert worden sein, vieles auf der Grundlage von Stadtratsbeschlüssen.

Heute ist es ruhiger, die Besucherreihen sind überschaubar, wirkliche Debatten gibt es nur noch selten, dabei stehen die auch für ein Stück Demokratie. Der Berg an Aufgaben ist kleiner geworden, wohl auch, weil es kaum noch große finanzielle Spielräume für die Kommune gibt. Doch auch der neue Stadtrat wird sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen können, wissen die "alten Hasen" nur allzu gut. "Wo wir immer noch nicht zu Stuhle gekommen sind, ist die Ansiedlungspolitik", konstatiert Harald Paak mit Blick auf junge Familien, die eine attraktive Stadt wollen und Bauland brauchen, und Unternehmen sowie potenzielle Gäste - Stichwort Kurstadt. Auch den ins Spiel gebrachten S-Bahn-Haltepunkt, möglich auch als Schienenbus mit Anbindung nach Leipzig, sollte der neue Stadtrat nicht aus den Augen verlieren. Und was die Arbeit angeht? "Ich halte es für wichtig, dass wir Stadträte uns künftig besser abstimmen und Dinge im Vorfeld klären, auch mal außerhalb einer Stadtratssitzung", betont Andreas Flad. Ihm habe beispielsweise gefallen, als Stadtrat Kühne eingeladen hatte, als es seinerzeit um die Haushaltskonsolidierung ging. Alle kamen an einen Tisch - so wie er und Harald Paak dieser Tage im Hotel National. Zwanglos, beim süffigen Radler und ohne Parteiideologie im Kopf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2014
Von Nico Fliegner

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