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Po hoch! Rückblick auf Dübens Kur-Geschichte

Po hoch! Rückblick auf Dübens Kur-Geschichte

Die Ausstellung sei so "entspannend und anregend wie das Moorbad". Mit diesen Worten brachte Steffi Wolf ihre Einschätzung zur neuen Sonderausstellung im Landschaftsmuseum auf der Burg Düben auf den Punkt.

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Frauengymnastik anno 1980 im Bad Dübener Moorbad. Solche und andere historische Fotos sind in der neuen Ausstellung rund ums Kurwesen auf der Burg zu sehen.

Quelle: Repro W. Sens

Bad Düben. Die ehemalige Mitarbeiterin des Museums gehörte zu den rund 100 Gästen, die passend zu "100 Jahre Einweihung des Moorbads Bad Düben" diese Jahrhundertgeschichte gleich zur Eröffnung am Sonntagnachmittag Revue passieren lassen wollen. Doch bevor sie und die anderen das Obergeschoss mit dem größten Teil der Exponate erreichten, kamen die Gäste an der Kurparkbank samt schelmischen Blick auf den Kurschatten nicht vorbei. Und von dieser konnten einige dann auch die Statements von Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wählergemeinschaft) und Museumsleiterin Yvette Steuer verfolgen.

Zunächst betonte die Stadtchefin, dass das Kennen der Geschichte die Voraussetzung für Visionen sei: "Die Personen, die vor 100 Jahren den Grundstein gelegt hatten, konnten allerdings nicht wissen, dass es heute Internet gibt und alles online bewertet wird." Doch unverändert geblieben sei die Gastfreundlichkeit. Sie als Bad Dübenerin freue sich allerdings immer wieder, dass es heute im Gegensatz zu DDR-Zeiten möglich sei, vor 21.30 Uhr einen Platz in den Gaststätten, die damals von Kurgästen stark besetzt waren, zu bekommen. "Denn 22 Uhr", so wusste Münster, "mussten die Kurgäste im Bett sein". Mit dem Einwand "im eigenen Bett" spielte der ehemalige Kurdirektor Werner Stärtzel ihr noch einen Ball zu, den sie mit der Aussage zurückgab, "dass nicht umsonst die Erdgeschosszimmer besonders begehrt gewesen seien".

Museumsleiterin Yvette Steuer erinnerte ihrerseits daran, dass die 1911 geförderte Moorerde auch die Idee zur Kur beförderte. Doch es seien bis 1990 ausschließlich schwierige Zeiten gewesen. Steuer blickte in dem Zusammenhang auf die Einführung der D-Mark vor 25 Jahren zurück. "Extra dafür wurden die Kurgäste vom 28. Juni 1990, 18 Uhr, bis zum 2. Juli, 20 Uhr, beurlaubt. Und noch eine Neuerung sei mit dem 1. Juli 1990 gekommen. "Die Nachtruhe wurde auf 22.30 Uhr verlegt und die Privatvermieter sollten die Nachtruhe nur noch bei Auffälligkeiten kontrollieren."

Gemeinsam mit Rudolf Scheeren als Dr. Mooritz Bleibgesund, der im Jubiläumsjahr von anno dazumal aus dem Moor auftauchte, ging es dann in die zweite Etage. Nach dem ersten Raum, der die Nutzung und Veränderung der Heide darstellt, steht im zweiten das Moorbad im Mittelpunkt. Ins Auge fallen dabei insbesondere großformatige Fotos, die einen Blick hinter die Kulisse des Moorbadbetriebes erlauben, aber auch teilweise künstlerische Gästebucheintragungen. Einen Hingucker stellen die von der Decke hängenden Publikationen dar. Diese können sich die Besucher auf Hockern sitzend in Ruhe zu Gemüte führen. Stadträtin Birgit Dilly (Die Linke) nahm diese Einladung an und entdeckte so beispielsweise eine Liste der Bäderpreise von 1930. Die mussten mit Reiner Heun, Chef des Heide Spa, gleich ausgewertet werden. "Die große Moorpackung kostete damals vier Mark", las Dilly vor. Das Wechselstrombad gab es für 3,50 Mark. Dass er solche Preise heute nicht mehr bieten könne, gestand Heun gern ein. Unter Gelächter las Birgit Dilly vor, dass die kleine Vibrationsteilmassage für 1,50 Mark, die große für drei Mark zu haben war. Da musste Reiner Heun gänzlich passen: "So was gibt es bei uns im Heide Spa nicht." Doch wie sagte die Bürgermeisterin zu Beginn: "Das Kennen der Geschichte ist die Voraussetzung für Visionen." Und in diesem Sinne darf man sich nicht nur auf die Ausstellung, sondern auch auf die nächsten 100 Jahre Kurwesen in Bad Düben freuen.

Die Ausstellung ist bis 28. Februar zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Samstag von 13 und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2015
Von Ilka Fischer

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