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Pressel lebt – auch ohne Schule

Unterwegs in ... Pressel lebt – auch ohne Schule

Pressel musste erst seine Eigenständigkeit, später auch die Schule aufgeben. Die Einwohnerzahl sank von über 1000 auf inzwischen 700. Dennoch lebt das Heidedorf, deren Bürger nicht nur in Vereinen aktiv sind.

Blick in die Presseler Kirche, deren Orgel saniert ist.
 

Quelle: Wolfgang Sens

Pressel.  Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie „Unterwegs in …“ zeigt es – und war diesmal in Pressel.

Stellt man eine der eingangs aufgezählten Fragen, so würde einen wohl jeder der rund 700 Einwohner früher oder später zum Schloss führen. Das macht auch Bernd Kläring, der für die Presseler im Gemeinderat sitzt. Pressel kam 1999 erst zu Kossa und dann 2007 zu Laußig. Kläring, der 18 Jahre Chef der Ortsfeuerwehr war und bis heute noch im Förderverein aktiv ist, rechnet nicht damit, dass die 1000er-Einwohnergrenze mal wieder erreicht wird. Er hat dafür einen Grund ausgemacht. „Schule ist ein wichtiger Standortfaktor. Hier bin ich noch in die Schule gegangen.“ Heute befindet sich nur noch eine Turnhalle, an der der Zahn der Zeit kräftig nagt. Auch das Schloss, das zwischenzeitlich ebenfalls mal als Schule diente, aber 1910/11 als Jagdschloss für den einstigen Reichstagsabgeordneten und späteren Torgauer Landrat Günter Gereke gebaut wurde, steht seit Jahren leer.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

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Schloss im Dornröschenschlaf

Für das Schloss gibt es zwar ein Nutzungskonzept mit Gereke-Zimmer, Platz für Vereine und Heidemaler. Doch die Sanierungskosten werden auf 1,3 Millionen Euro geschätzt. Damit steht fest: Ohne Fördermittel geht nichts. Und ob die Presseler in der noch laufenden zweiten Runde des Förderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zum Zuge kommen, muss abgewartet werden. Doch abgesehen von dem Schloss im Dornröschenschlaf und dem Verlust der Schule, der die Presseler noch immer schmerzt, hat das Heidedorf gar keine so schlechte Infrastruktur. Kindergarten und den Markt „Ihr Kaufmann“ gibt es ebenso wie die Badestelle am Presseler Teich samt Campingplatz, Kirche und Arzt. „Leider macht die Gaststätte zur alten Schmiede mit Kegelbahn am Jahresende zu“, bedauert Bernd Kläring. Doch es gibt auch Hoffnungszeichen. So hat der Landgasthof mit Thomas Dietzsch erst vor wenigen Wochen einen neuen Wirt gefunden.

Gleich gegenüber vom Landgasthof liegt mit dem alten Gutshof ein weiteres Problem. Ein Projekt für altersgerechtes Wohnen hat sich hier vor Jahren schon zerschlagen. Seitdem zerfällt das Anwesen im Dorfkern. Ob es nun von einer Entwicklungsstrategie profitiert, die die Dorfachse vom Schloss über den Landgasthof bis zum Guthof umfasst, bleibt abzuwarten. In Pressel lebt es sich dennoch gut. Auch weil der Zusammenhalt stimmt.

Reges Vereinsleben

Bernd Klärung verweist auf das Kriegerdenkmal, an dem im November immer besonders viele Blumen und Kränze liegen. „Das wurde vor allem mit Spenden der Presseler und ehemaliger Bewohner auf Vordermann gebracht.“ Auch das Feiern kommt nicht zu kurz. Die Presseler Karnevalisten machen dies auf ihre närrische Weise. Doch auch Feuerwehrleute, Sportler, Gewerbetreibende und Angler sind aktiv. So gab es erst am Wochenende den 1. Presseler Weihnachtsbasar. Dass dieser am Schloss stattfand, war kein Zufall. „Wir wollen es damit auch im Bewusstsein halten.“ Und was wünscht sich Bernd Kläring für seinen Heimatort vom Weihnachtmann? Bernd Kläring muss da nicht lange überlegen. „In Sachen Straßensanierung fehlen uns nur noch die Gasse und ein Stück der Hinterhäuser. Ich hoffe, dass diese, wie zuletzt avisiert, nun auch tatsächlich 2017 kommt.“

Von Ilka Fischer

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Pressel
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