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Pristäblich kämpft weiter gegen Hühnermast

Pristäblich kämpft weiter gegen Hühnermast

Auch wenn das Verfahren neu aufgerollt werden muss – die deutliche Mehrheit der Pristäblicher will die von der Alfra Produktions- und Handels-GmbH Mockrehna am Rand des Laußiger Ortsteils geplante Aufzuchtanlage für über 70 000 Junghennen und Hähne nicht.

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Alfra-Geschäftsführer Stöver hat in Pristäblich keinen leichten Stand.

Quelle: Thomas Jentzsch

Pristäblich. Daran hat die örtliche Bürgerinitiative am Mittwochabend wiederum keine Zweifel aufkommen lassen. Wie berichtet, ist ein neuer Standort für das Projekt vorgesehen, der etwa 75 Meter vom alten entfernt liegt. Dazu gab es erneut Klärungsbedarf.

Alfra-Geschäftsführer Claus Stöver und die Vertreter der von ihm beauftragten Ingenieurbüros stellten sich wiederholt der teils recht heftigen Kontroverse mit Bürgern, Umwelt- und Tierschützern. „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. In der geplanten Anlage ziehen wir Küken bis zur Legereife auf. Das ist der Part mit der geringsten Geruchsbelästigung. Rund 500 Mitarbeiter in Mockrehna sind auf die Bruteier-Produktion angewiesen. Wir haben nichts Unrechtes vor und werden vernünftige Nachbarn sein." Trotz des Standortwechsels werde zudem an der Beseitigung eines Schandflecks, dem Abriss von alten Gewächshäusern einer ehemaligen Gärtnerei, festgehalten. Auch, was die Keimbelastung des Hühnermistes, die Inanspruchnahme von Fördergeldern, die Gefährdung der Anwohner, von Fauna und Flora angeht, widersprach Stöver Vorwürfen, vor allem vonseiten der Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND). Martina Schneider, die Vorsitzende der BUND-Regionalgruppe Nordwestsachsen, hatte zuvor noch einmal die Kerngedanken des umfangreichen Materials zusammengefasst, mit dem der BUND Sachsen bereits seine Bedenken bei der Genehmigungsbehörde im Landratsamt angemeldet hatte (wir berichteten). „Dabei geht es nicht um Spinnereien von Öko-Fuzzis", mahnte sie. Nicht artgerechte, industrielle Tierproduktion habe nachweisbar Auswirkungen auf die Gesundheit. Außerdem kritisierte sie, dass die Kreisbehörde über den Standortwechsel und damit eine neue Entwicklung für das Verfahren die Träger öffentlicher Belange, zu denen der BUND zählt, bisher nicht informiert habe. Kreis-Umweltamtsleiterin Antje Brumm, die eine Einladung zu dieser Veranstaltung nicht wahrnahm, habe der Bürgerinitiative (BI) angeboten, sagte Ronny Papenfuß vom Naturschutzbund, im Amt für Fragen zur Verfügung zu stehen. „Wir vermissen zudem Vertreter der Gemeindeverwaltung, Interesse aus dem Heide Spa, von Bürgern aus Bad Düben, deren Unterstützung wir ebenso benötigen, um diese Investition zu verhindern", betonte BI-Sprecherin Petra Würdig. Heike Dietzsch vom Bau- und Bürgeramt der benachbarten Kurstadt kündigte im Rahmen der Verfahrensnovelle eine negative Stellungnahme zur Aufzuchtanlage aus dem Dübener Rathaus an, weil mit weiteren Investitionen dieser Art der Kurstadt-Status sowie der Naturschutz in der Region gefährdet sei. „Uns liegt schon die Schweinemast in Wellaune schwer im Magen", sagte sie. Das Landratsamt werde informieren, wenn die Unterlagen für den Neustart des Genehmigungsverfahrens so weit seien, hieß es seitens der Planer. „Damit beginnt die Tippeltappeltour von vorn", so Papenfuß, „Aber wir haben auch eine zweite Chance, unsere Einwände geltend zu machen. Eine dritte wird es nicht geben." Darüber hinaus wollen die Pristäblicher erneut Unterschriften sammeln, Landrat Michael Czupalla (CDU) eine Petition übergeben, die Haushalte mit Unterstützung von Bündnis 90/Die Grünen mit Informationen versorgen. Würdig betonte: „Wir kämpfen weiter."

Karin Rieck

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