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Probleme im Straßenverkehr: Wenn der Radfahrer zur Waffe wird

Probleme im Straßenverkehr: Wenn der Radfahrer zur Waffe wird

Die Straftaten in der Stadt Bad Düben werden in diesem Jahr aller Voraussicht nach über den bisherigen Zahlen liegen. Das sagte Eilenburgs Revierleiter Bernd Klose, als er zu Gast beim Gewerbeverein war.

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Bad Düben. Bis jetzt sind 396 Straftaten allein im Bereich der Kurstadt registriert worden. 2012 waren es 437, im Jahr davor 493. Mit mehr Polizeipräsenz, wie gestern berichtet, will das Eilenburger Revier künftig präventiv wirken. Dabei haben die Händler weniger mit Straftaten zu tun als mit anderen Problemen, für die es seit Jahren keine Lösung gibt.

Es sind vor allem Verkehrsdelikte, die alltäglich gegenwärtig sind. Keine Unfälle, aber solche Vorkommnisse, die letztlich dazu führen könnten. Annett Mazanec, die Vorsitzende des Gewerbevereins, nannte das Verhalten von Radfahrern, die sich oftmals nicht an die Regeln halten. Im Bereich Baderstraße beobachte sie fast täglich, wie die Leute entgegengesetzt zur Fahrtrichtung (Einbahnstraße) unterwegs sind, gar den Fußweg in Beschlag nehmen. Ähnliches spielt sich in der Kirchstraße ab nach dem Motto: "Wenn der Fahrradfahrer zur Waffe wird", wie Torsten Mazanec nachlegte.

Fernando Cangemi, Besitzer des Eiscafés Sicilia am Markt, machte noch ganz andere Beobachtungen: Rad- und Motorradfahrer, ja gar Autofahrer würden vor allem an Wochenenden aus Richtung Hotel National Richtung Markt fahren, teilweise weiter bis zum Paradeplatz - eben auch entgegengesetzt der Einbahnstraße. "Vielleicht erkennen manche die Schilder nicht", mutmaßte der Unternehmer. Und sein Nachbar, Schuhmacher Horst Littmann, gab zu bedenken, dass vor allem jetzt mit der beginnenden dunklen Jahreszeit wieder viele Kinder ohne Fahrradbeleuchtung unterwegs sein werden. "Lichtkontrollen sind wichtig", regte er an. Probleme, mit denen sich die Polizei befassen müsse. Revierleiter Klose sagte, dass einiges bereits bekannt sei. "Das Problem ist, dass es nirgendwo ein Fahrradwegekonzept gibt, weder in Eilenburg noch in Bad Düben", so Klose. "Wir müssen jetzt gucken, wo die Schwerpunkte sind und dann natürlich handeln. Radfahrer trifft nur eins hart - das Geld." Bedeutet: Die Polizei will auf verstärkte Kontrollen setzen. Und mit der Kommune müsse über Lösungen der anderen Probleme gesprochen werden.

Dass das mitunter ins Nichts führt, wusste "Weltenbummler"-Wirtin Alexandra Redmer aus eigener Erfahrung zu berichten. Ihr Hauptproblem sind die Bushaltestellen vor ihrer Gaststätte am Paradeplatz. In den Nachmittagsstunden bewegten sich 40 bis 50 Kinder ohne Aufsicht, würden Zufahrten blockieren, hätten bereits die Fassade beschädigt. "Es ist nicht meine Aufgabe, immer wieder fremde Kinder zu ermahnen." Hier sei letztlich auch die Polizei gefordert. Zudem würden die Leute ihr Foyer bei schlechtem Wetter als Wartehäuschen benutzen, nicht zuletzt gebe es an Sonntagen Lärm, wenn Reisebusse vor ihrer Tür Halt machten, um die Dübener einzusammeln. Seit Jahren steht sie mit der Stadt und anderen Behörden dazu in Kontakt - eine Lösung zeichnet sich bislang jedoch nicht ab. Dabei würde sie es begrüßen, wenn der Schulbusverkehr künftig direkt an den Schulen abgewickelt würde und Reiseunternehmen den Busparkplatz Leipziger Straße nutzten, der ja eigens dafür gebaut worden ist.

Klose versprach, sich der Themen anzunehmen. "Auch die Stadt könnte hier Druck machen", sagte er, begrüßte zudem die offene Kommunikation und gab den Händlern mit auf den Weg, sich jederzeit an die Bürgerpolizisten wenden zu können.

Gute Nachrichten gab es aber dennoch zu verkünden: Nach Beobachtungen der Innenstadthändler sind Vandalismus-Vorfälle an Wochenenden auf dem Paradeplatz und diverse unliebsame Cliquen-Treffs zurückgegangen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2013

Nico Fliegner

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