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Prosit Neustart!

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Laußig. Viele Jahre fristete die Heideschänke zwischen Mörtitz und Eilenburg ein trostloses Dasein. Erst als Antje Wujczyk aus Großenhain 2005 das leerstehende Objekt erwarb, zog wieder Leben in das Haus ein.

Der Sanieurngsbedarf an der Heideschänke ist unübersehbar.

Quelle: Steffen Brost

.

Die Besitzerin wohnt inzwischen mit ihrer Familie im Obergeschoss. Schritt für Schritt soll das Haus weiter ausgebaut werden. "So, wie das Geld reinkommt, wird weitergemacht. Große Kredite werde ich dafür nicht aufnehmen. Deswegen kann ich auch nicht sagen, wann einmal alles komplett fertig ist", so die Inhaberin. Trotz relativ guter Bausubstanz müsse viel Geld und Energie investiert werden.

Die Anfänge sind bereits gemacht. Die Toilettenanlage wurde auf modernsten Stand gebracht. Künftig können die Lkw-Fahrer dort auch warm duschen, wenn sie auf dem Parkplatz übernachten. Der neue Restaurantbereich fast insgesamt 40 Plätze. 50 weitere sind im Saal geplant. "Wir wollen als nächstes die Fenster auswechseln. Dann muss neuer Fußboden rein und die Wände werden gemacht. Es wird eine richtige Grundsanierung", kündigte Wujczyk an. Mittlerweile hat sie bereits sieben Angestellte, die jeden Tag hunderte Portionen Mittagessen an hungrige Mäuler ausgeben, die auf der Verbindungsstraße zwischen Eilenburg und Laußig unterwegs sind. Wujczyk schwört auf Hausmannskost für die kleine Brieftasche. "Wir kochen sehr deftig. Das kommt an. An den Wochentagen sind es meist Handwerker und Lkw-Fahrer, an den Wochenenden viele Ausflügler, die zu Kaffee und Kuchen vorbeikommen", so Wujczyk. Wenn sich das Zusatzgeschäft mit Partyservice und Abo-Essen in Zukunft weiter so gut entwickelt, dauert es vielleicht gar nicht mehr lange, bis die engagierte Köchin ihre Gäste demnächst im schicken Restaurantbereich begrüßen kann. Für die 48-Jährige ist Gastronomie kein Neuland. Seit fast 40 Jahren existiert der Familienbetrieb in Form eines Restaurants im sächsischen Großenhain bei Riesa. "Ich wuchs sozusagen in der Gaststätte meiner Eltern auf. Später führte ich das Haus. 2010 hat meine Schwester dann übernommen", erzählte Wujczyk. Grund ihres Rückzuges aus dem Stammhaus war eine besondere Begegnung in der Dübener Heide. Wujczyk arbeitete jahrelang als Ausbilderin bei der Berufsakademie Mittelsachsen. Dort lernte sie eine Kollegin kennen, die aus Laußig stammt. "Wir sind schnell ins Gespräch gekommen und ich erfuhr von der geschlossenen Heideschänke. Kurze Zeit später habe ich mir das Haus vor Ort angeschaut. Ich fand es von Anfang toll. Auch wenn es außen und innen eine Ruine war", erzählte die Frau.

Das Gebäude wurde um 1900 gebaut. In den 1960er-Jahren kam eine Etage auf den vorhandenen Bau drauf. Dann wurde es jahrelang als Heideschänke betrieben, bis in den 1990er-Jahren die Lichter endgültig ausgingen. Mit dem Vorbesitzer wurde sich die Großenhainerin schnell einig. "Anfangs hat mir der damalige Bürgermeister Dieter Zebrowski sehr geholfen. Er vermittelte Kontakte, so dass ich schnell zum Vorbesitzer kam", so Wujczyk. Am Anfang pendelte die neue Eigentümerin zwischen Großenhain und der Heideschänke. Während sie wochentags im Familienbetrieb kochte, wurde an den Wochenenden das neu erworbene Objekt auf Vordermann gebracht.

2008 konnte dann der Imbiss am Parkplatz eröffnet werden. Nach und nach wurde er ausgebaut. Gerade an den Wochenenden nutzen Wanderer und Radfahrer die Schänke inzwischen, um sich zu stärken. Schnell wurde klar, dass die kleine Küche dem Ansturm nicht mehr gerecht wird. "Wir haben dann ziemlich flott eine neue Küche gebaut. Die ist größentechnisch schon auf den künftigen Restaurantbetrieb im Haus ausgelegt. Doch solange das Restaurant noch nicht geöffnet ist, wird hier der tägliche Mittagsbetrieb abgewickelt", so Wujczyk. Schritt für Schritt will sie das Haus wieder aus dem Dornröschenschlaf holen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2014
Steffen Brost

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