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Protest gegen Hühnerfarm geht unvermindert weiter - Kurstadtstatus in Gefahr

Protest gegen Hühnerfarm geht unvermindert weiter - Kurstadtstatus in Gefahr

Bad Düben/Laußig. Während der Bauantrag im Landratsamt zur Prüfung und Genehmigung liegt, geht der Protest gegen die geplante Aufzuchtanlage für 71.000 Junghennen und -hähne, die in Pristäblich errichtet werden soll, unvermindert weiter.

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Umweltaktivisten und Kommunalpolitker machen gegen die Hühnerfarm mobil.

Quelle: Nico Fliegner

Am Sonnabend starteten Umweltaktivisten eine Postkarten-Aktion, verteilten Tausende Exemplare in Haushalte in Bad Düben und Laußig. Vor allem die Kurstädter und Landrat Michael Czupalla (CDU) wollen sie damit wachrütteln – die Anlage schade dem Image der Stadt und würde den Kurstadtstatus in Gefahr bringen.

Dank der Grünen konnte die Bürgerinitiative für eine lebenswerte Region 2000 Postkarten herstellen lassen, die seit Sonnabend in den Umlauf gebracht werden. Wer seinen Namen und die Adresse einträgt und die Karte abschickt, positioniert sich gegen das Vorhaben des Alfra-Geflügelbetriebes in Mockrehna. Die Karten landen dann im Büro von Landrat Czupalla. Seine Behörde bearbeitet den Bauantrag – und die Gegner wollen damit den Druck erhöhen und die Investition stoppen, hoffen auf eine erneute Bürgerbeteiligung in dem Verfahren.

Die Bündnisgrünen und der Bund für Umwelt und Naturschutz sowie die Kreistagsfraktion von SPD/Grüne stehen hinter dem Protest. „Wir sind nicht generell gegen Landwirtschaft, möchten aber die Hühnerfarm nicht in der Form, wie sie jetzt geplant ist", sagte Fraktionschef Heiko Wittig.

Die Argumente dagegen sind die altbekannten: Massentierhaltung, Stichwort: „Hühnerknast", Geruchs- und Lärmbelästigung, Angst, das Grundwasser könnte verseucht werden, wenn der Hühnermist auf umliegende Felder kommt, kein Einsatz eines zertifiziertes Entlüftungssystems, Wertverlust von Grundstücken in Pristäblich – um nur einige zu nennen.

Doch der öffentliche Aufschrei hält sich bislang in Grenzen. Ein Fakt, den vor allem Petra Würdig, Sprecherin der Bad Dübener Bürgerinitiative für eine lebenswerte Region, nicht nachvollziehen kann. Bad Düben habe einiges zu verlieren. Dass sich Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) von Anfang an klar gegen die Anlage positionierte, findet sie gut. Dass Heide Spa-Chef Reiner Heun derweil gar nicht dergleichen tut, bedauert sie. Barbara Scheller, die Grünen-Chefin in Nordsachsen, findet dazu deutliche Worte: „Die Anlage bringt auf jeden Fall auch den Kurstadtstatus von Bad Düben in Gefahr", sagt sie mit Blick auf Geruchsbelästigung und Laster mit stinkendem Hühnermist, die möglicherweise durch Bad Düben rollen werden. Markus Horn, parlamentarischer Berater der Grünen-Landtagsfraktion, gibt zu bedenken, dass Nordsachsen mittlerweile der Landkreis im Freistaat sei, in dem sich Tierproduktionsanlagen dieser Art konzentrierten. Das Image der Region werde sich erheblich verändern – und das zum Nachteil für die Tourismuswirtschaft. Laut Horn würde aber der Tourismus mehr Wertschöpfung bringen als die Landwirtschaft.

Dass es schwierig ist, die Anlage zu stoppen, ist den Gegnern bewusst. Denn letztlich macht der Investor nichts Ungesetzliches. Wenn er sich an die Vorgaben, vor allem die emissionsschutzrechtlicher Art hält, muss das Landratsamt die Hühnerfarm genehmigen. Sonst kann Alfra vor Gericht ziehen. Doch die Gegner hoffen auch, dass das Unternehmen einlenkt, im besten Fall gar nicht baut oder eine abgespeckte Variante vorlegt – sich zumindest für bessere Haltungsbedingungen einsetzt.

Doch genau aus diesem Grund hat das Alfra-Geflügelunternehmen nach einem neuen Standort in Pristäblich gesucht, weil die Kirche, auf deren Acker zunächst der Bau geplant war, erhebliche Auflagen an die Landverpachtung knüpfte. Daraufhin platzte der Deal.

Für die Umweltaktivisten und Kommunalpolitiker ist die Sache jedenfalls längst nicht zu Ende. Schon auf der nächsten Kreistagssitzung wolle man die Hühnerfarm zum Thema machen, kündigten Wittig und Scheller an.

Nico Fliegner

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