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Bad Düben Protest mit ausrangierten Atom-Kreuzen
Region Bad Düben Protest mit ausrangierten Atom-Kreuzen
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15:21 19.05.2015
Mit Kreuzen und Plakaten protestieren Vertreter der örtlichen Bürgerinitiative gegen den Bau einer Biogasanlage in Wellaune. Quelle: Steffen Brost

Die haben die Gegner von Johannes Wilhelm aus Freiberg bekommen - sechs Stück insgesamt.

Die Kreuze stammen noch aus der Anti-Atom-Bewegung aus den 1980er-Jahren in der alten Bundesrepublik. "Sie haben uns auch schon Glück gebracht. In der Vergangenheit konnten wir damit den Bau von zwei Biogasanlagen verhindern. Ich wünsche den Wellaunern viel Glück, dass das hier auch gelingt", sagte Wilhelm.

Auch Petra Würdig vom Grünen-Ortsverein in Bad Düben, zugleich engagiert in der Wellauner BI, will mit dem gestrigen symbolischen Akt vor der Mastanlage ein deutliches Zeichen setzen. "Die Kreuze sollen bei Bürgern in Wellaune vor dem Haus stehen und zeigen, dass sie gegen diese Anlage sind. Der Bau der Biogasanlage ist Unsinn. Denn die lohnt sich nur, wenn die Unternehmensgruppe Straathof den Mastbetrieb auf 37 000 Schweine erhöht und die Stallanlagen erweitert. Und das wollen wir mit unseren Aktionen natürlich verhindern", so Würdig.

Dass die Wellauner so kontra Biogas-Anlage sind, ist nicht überall nachvollziehbar. Denn bereits errichtete Anlagen in Pristäblich und Schwemsal laufen problemlos, mitunter schon seit Jahren. Dort gab es keine Proteste von Einwohnern. Die Anlagen befinden sich wie die geplante in Wellaune nicht direkt im Dorf, sondern am Rand, machen kein Lärm und verursachen keine unangenehmen Gerüche. Und sie alle haben eine wichtige Funktion: Sie leisten einen Beitrag zur Energiewende. "Wenn mal kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, haben Biogasanlagen eine sinnvolle Brückenfunktion", sagt Günter Dietzsch vom Öko-Beirat der Stadt Bad Düben. Allerdings sei er kein Befürworter, wenn solche Anlagen ausschließlich auf der Grundlage von Massentierhaltung, sprich die Nutzung von Gülle basierten.

Wie berichtet, plant der Schweinezuchtbetrieb Straathof den Bau einer Biogasanlage. Der Stadtrat hatte dafür sein gemeindliches Einvernehmen erteilt, die Wellauner fühlen sich übergangen. Zudem soll die Tierproduktion massiv ausgebaut werden. Dagegen will sich der Stadtrat allerdings wehren. Steffen Brost/Nico Fliegner

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2013
Steffen Brost/Nico Fliegner

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