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Bad Düben Prüfung statt Steuer – Bad Dübens Linke wollen Anreiz für Hundehalter schaffen
Region Bad Düben Prüfung statt Steuer – Bad Dübens Linke wollen Anreiz für Hundehalter schaffen
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14:22 10.08.2018
Mathias Jung mit seiner deutschen Schaferhündin Daki auf dem Markt in Bad Düben. Die Hundeleine ist absolutes Muss in der Stadt aber auch auf Parkflächen und Freiflächen, wo die beiden beim Spaziergang unterwegs sind. Das und viele andere Sachen müssen Hundeführer oftmals erst lernen, zum Beispiel bei einem Verein auf dem Hundeplatz. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben

Bad Dübener von Hund in die Hand gebissen, Hundehasser legen vergiftete Wurst ins Gras, Angriff eines Schäferhundes auf einen Spaziergänger mit seinem Rauhaardackel – Schlagzeilen wie diese gab es in den vergangenen Jahren einige. Mathias Jung ist nicht nur Stadtrat in Bad Düben sondern auch Hundefreund. Als solcher liegt ihm das Wohl der Vierbeiner am Herzen, das der Menschen aber auch. Und weil es eben im Zusammenleben der beiden immer mal wieder Probleme gibt, will sich der Wellauner jetzt zusammen mit der Fraktion Die Linke für ein konfliktfreieres Miteinander von Hund und Mensch einsetzen. Sein Vorschlag: Halter von Hunden sollten sich ihrer Verantwortung besser bewusst werden und freiwillig eine Begleithundeprüfung ablegen. Wer eine solche Hundeschule absolviert, soll belohnt werden – mit dem Erlass der Hundesteuer.

Das Beispiel Schönwölkau macht (Hunde-)Schule

Orientierung für den Vorstoß der Linken, die an einem entsprechenden Antrag arbeiten, den sie im Stadtrat einreichen wollen, ist das Beispiel aus Schönwölkau. Dort erhalten Halter einen Hundesteuerbescheid von 0,00 Euro, wenn sie denn handeln. Die Kommune verzichtet auf die Steuer, wenn die Hunde umfassend ausgebildet und dementsprechend geprüft sind. „Bei solch einem Hund kann man von guter Erziehung und einem korrekten Verhalten ausgehen“, erläuterte Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) den Hintergrund. Eine Begleithundeprüfung reiche zur Befreiung. Als leichtfertiges Steuergeschenk sei das allerdings nicht zu sehen, macht Tiefensee klar. Immerhin bedeuten Ausbildung und Prüfung auch einen zeitlichen und natürlich finanziellen Aufwand für die Halter. 1991 hatte die Gemeinde die Steuer eingeführt und hält mit Blick auf den Erziehungseffekt noch immer daran fest. Rund 18 Halter nutzen dieses Angebot.

Anreiz für Hundehalter soll geschaffen werden

So oder ähnlich könnte es auch in Bad Düben laufen. „Es geht einfach darum, einen Anreiz zu schaffen und präventiv wirksam zu werden“, sagt Mathias Jung, der seit 2016 im Stadtrat sitzt. Dem 49-Jährigen ist sehr wohl bewusst, dass dies ein symbolischer Akt ist. 42 Euro zahlt ein Halter für den 1. Hund im Jahr, für den zweiten und jeden weiteren 87 Euro. Für gefährliche Hunde muss im Jahr eine Steuer von 132 Euro, für jeden weiteren Hund 240 Euro entrichtet werden. Diese gefährlichen Hunde sind von Steuererleichterungen ausgenommen. Die Kosten sind für die, die sich nur einen Vierbeiner halten, damit also durchaus überschaubar – die Haushaltslage der Stadt alles andere als ideal, um freiwillig auf Einnahmen verzichten zu können. Seit rund 15 Jahren züchtet Mathias Jung Schäferhunde, schult auch selbst und weiß daher, wie wichtig es ist, dass die Tiere vernünftig ausgebildet sind. Angriffe wie die benannten machten immer wieder deutlich, dass Halter in der ihre Hunde eben nicht so gut kennen oder sein Verhalten einschätzen können, wie sie es glauben. „Einen Hund zu haben heißt Verantwortung zu übernehmen. Ein Hund kann auch Waffe sein.“

Hund wird auf Alltagstauglichkeit geprüft

In der Ausbildung wird der Hund auf Alltagstauglichkeit und sein Verhalten in der Öffentlichkeit geprüft. Dabei liegen die Schwerpunkte auf Verkehrssicherheit, Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit und Gehorsam. Zwei Teile gibt es: Auf dem Übungsplatz muss der Hund Leinenführigkeit und Freifolge sowie das Beherrschen der wichtigsten Kommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ unter Beweis stellen. Dann geht es in den Straßenverkehr, wo er mit den verschiedensten Situationen konfrontiert wird. So wird das Zusammentreffen mit Fußgängern, Joggern, klingelnden Radfahrern, anderen Hunden simuliert, „Platz“ und „Sitz“ inmitten von Passanten geübt und das Verhalten bei Straßenlärm trainiert.

Möglichkeiten, seinen Hund ausbilden zu lassen, gibt es in der Bad Dübener Gegend einige. So bei den Hundefreunden Bad Düben (hundefreunde-bad-dueben.de) oder auf dem Hundeplatz im Schönwölkauer Ortsteil Lindenhayn.

Von Kathrin Kabelitz und Christine Jacob

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