Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Psychiatrie-Patient versteckt sich eventuell bei Mutzschen
Region Bad Düben Psychiatrie-Patient versteckt sich eventuell bei Mutzschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 18.05.2018
Aus dem Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf wird seit Dienstag ein Psychiatrie-Patient vermisst. Quelle: Jana Brechlin/Polizei
Anzeige
Wermsdorf

Im Wermsdorfer Fachkrankenhaus Hubertusburg sorgt man sich weiter um Steffen Tempel. Der 46 Jahre alte Mann war seit längerem als Patient in der Psychiatrie und ist seit Dienstagvormittag verschwunden. In der Klinik herrscht die Sorge, dass sich Tempel verirren oder verletzen könnte und hilflos wird.

Aufgrund der von ihr veröffentlichten Aufrufe erhielt die Polizei am Donnerstag, gegen 12.15 Uhr einen Hinweis. Demnach soll Steffen Tempel im Raum Mutzschen gesehen worden sein. Die Polizei suchte mit örtlichen Beamten in diesem Gebiet. Bis zum Redaktionsschluss hatten die Suche jedoch keinen Erfolg gehabt. Die Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Möglichkeit bestehe, dass Steffen Tempel in einen verwirrten Zustand verfällt und dabei andere Menschen bedrohen oder gefährden könnte. Personen die ihn sehen, sollten keinen Kontakt zu ihm aufnehmen, sondern die Polizei verständigen.

Warum konnte Tempel einfach so verschwinden?

In den Kommentarspalten wurde unterdessen mehrfach die Frage gestellt, warum Tempel einfach so aus dem Krankenhaus verschwinden konnte. Dazu hat Dr. Peter Grampp, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Fachkrankenhauses Hubertusburg, erklärt, der Patient sei in keiner geschlossenen Abteilung untergebracht gewesen und durfte sich frei bewegen, da von ihm keine Gefahr ausgehe. Generell werde nur für einen sehr kleinen Teil der Patienten eine Unterbringung angeordnet. Die öffentlich rechtliche Unterbringung kommt zum Tragen, wenn eine Gefahr für andere Menschen oder die eigene Person besteht, so Grampp. Das sei im Fall Tempel nicht gegeben.

Außerdem gibt es die Form der zivilrechtlichen Unterbringung, zu der es kommen kann, wenn andere Zeichen einer psychischen Erkrankung bei jemand feststellen. Hinweise dazu nehmen Gesundheits- und Ordnungsamt oder Amtsgericht entgegen. „Das Gesundheitsamt – gegebenenfalls mit dem sozialpsychiatrischen Dienst – würde dann zur Prüfung denjenigen aufsuchen und, wenn dieser sich dann noch nicht überzeugen lässt und zeitgleich eine Selbstgefährdung vorliegt, einen Antrag an das Amtsgericht stellen“, erklärt der Chefarzt das Prozedere. Hat der Betroffene bereits einen Betreuer, könne dieser auch die Unterbringung entscheiden. Auch danach prüfe man in der Klinik nochmals täglich, ob die Grundlagen dafür noch gegeben sind. Eine Zwangsbehandlung erfolgt dabei nicht grundsätzlich. Dafür muss eine eigene Genehmigung beantragt werden, wenn vorher intensiv versucht wurde, den Patienten von der Therapie zu überzeugen.

Nur wenige Patienten sind betroffen

„Generell betreffen diese Aspekte nur ganz wenige Patienten in einer Versorgungspsychiatrie“, macht Dr. Peter Grampp deutlich, „der weitaus größte Teil ist so wie in jeder somatischen Klinik in Behandlung“. Filme, in denen Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie kommen und dort zwangsbehandelt werden, seien dagegen rein fiktiv und hätten mit der Realität nichts gemein, fügte er hinzu.

Von Jana Brechlin und Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vom 29. bis 31. Mai und am 5. Juni werden in der Bundespolizeiabteilung Bad Düben die Sportfeste der Kindertagesstätten und Schulen aus der Region stattfinden. Inzwischen steht fest, wer alles mitmacht.

17.05.2018

Die Umbauarbeiten im Freibad Hammermühle in Bad Düben zum Natursportbad laufen auf Hochtouren. Jetzt wurde ein 107 Tonnen schwerer Technikschacht installiert.

17.05.2018

Im Gestüt Graditz sind Siegmund Hintsche und Philipp Klingbeil die neuen Schlossherren. Nach der Gestütsschau am 27. Mai folgt der Kindertag am 5. Juni und der Deutsche Jungzüchterwettbewerb vom 8. bis 10. Juni.

20.05.2018
Anzeige