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Bad Düben Rekord: 31 Künstler sägen am 31. Juli beim Kettensägen-Fest um die Wette
Region Bad Düben Rekord: 31 Künstler sägen am 31. Juli beim Kettensägen-Fest um die Wette
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16:04 23.07.2010

. Das Hammerbachtal im beschaulichen 600-Seelen-Dorf Tornau bei Bad Düben hat sich gewappnet für eines der „schönsten Sommerfeste" in der Region, wie der Verein Dübener Heide und die kleine Gemeinde werben.

Am kommenden Wochenende knattern sie wieder, die Kettensägen von ambitionierten Holzkünstlern. Diesmal nehmen 31 Männer und Frauen aus Deutschland, England, Schottland, Wales, der Ukraine und aus Tschechien an dem Spektakel an Weichers Mühle teil und lassen imposante Holzfiguren entstehen. So viele Künstler schlugen noch in keinem Jahr davor in Tornau auf – eine Rekordbeteiligung.

Das Motto des Wettstreits lautet diesmal: „Bäume sind das Lebenselixier für Mensch und Tier" – eine Erfindung des über 80-jährigen Heidemalers Köppe. „Der Spruch ist mir im Krankenhaus eingefallen", diktiert er dieser Tage Pressevertretern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt in den Notizblock. „Die Menschen sollten sich besser für die Bäume verwenden. Sie sprechen miteinander und machen Musik. Sie leben und halten unsere Welt am Leben", philosophiert der Heidemaler und kritisiert in gleichem Atemzug, wie frevelhaft manche Menschen mit Natur und Umwelt umgehen. Die Intention des Festes „Kunst mit Kettensägen", das nunmehr zum elften Mal stattfindet und zuletzt 8000 Besucher lockte, ist deshalb „den abgestorbenen Bäumen neues Leben" einzuhauchen, so der Künstler, der auch wieder speziell an einen der Schnitzer den nach ihm benannten Preis vergeben wird.

Köppe hat diesmal ein Flachrelief aus Pappelholz geschnitzt, das in Anlehnung an das Köhlerliesel entstand – eine der bekannten Figuren des Naturparks Dübener Heide, die zum Fest neben den Künstlern im Mittelpunkt steht. Den Staffelstab wird Cornelia Gaulke, die amtierende Liesel, am Sonnabend weitergeben. Um Punkt 12 Uhr zeigt sich auf der Bühne die neue Würdenträgern dem Publikum zum ersten Mal und wird anschließend mit Holzkohlestücken im Körbchen über die Männerwelt des Festes herfallen und die Wangen schwarz anmalen. Das soll der Überlieferung zufolge Glück und langes Leben bringen.

Von Glück spricht auch Tornaus Bürgermeister Enrico Schilling (CDU), wenn er auf die vergangenen zehn Feste blickt. „Die Besucher kommen mittlerweile von allein, das Fest ist zu einem Selbstläufer geworden", sagt er. Für die Macher ein „glücklicher Umstand". Die Besucher reisen aus dem gesamten mitteldeutschen Raum an. Wie viele diesmal kommen werden? „Das ist natürlich immer auch wetterabhängig. Bis nächsten Sonnabend darf es sich gern ausregnen." Schilling ist bereits seit Wochen mit der Organisation beschäftigt. Händler fragen an, ob sie einen Stand aufbauen dürfen, die Wiesen mussten gemäht werden, um zwei Tage lang als Parkplätze zu dienen. Am Wegrand wurden neue Figuren postiert. „Unsere Holzskulpturenmeile nimmt immer mehr Gestalt an. Sie zieht sich bald durch ganz Tornau", erzählt er.

Besucher des Kettensägen-Festes können am kommenden Sonnabend und Sonntag aber nicht nur den Künstlern über die Schultern schauen, sondern selbst aktiv werden, indem sie ihrem Favoriten die Stimme geben. Eine Jury wird dann am Sonntag um 16 Uhr die besten Schnitzer ermitteln. Als Ehrungen gibt es den Zuschauer-Preis, den Künstler-Preis und den – wie bereits erwähnt – Köppe-Preis. Außerdem lädt ein bunter Heidemarkt mit vielfältigen Produkten aus der Dübener Heide ein. Ebenso hat ein Sommerbiergarten geöffnet, bei dem es nicht nur das erfrischende kühle Blonde gibt, sondern zahlreiche musikalische Höhepunkte, wie am Sonnabend um 13 Uhr der Auftritt der Möhlauer Herzbuben. Ab 16 Uhr gastiert The Corona House Band. Am Sonntag geht‘s um 10.30 Uhr mit einem Frühschoppen mit der Blaskapelle Frischluftprojekt los, ab 14 Uhr spielt die Kapelle Krach aus Bad Schmiedeberg auf. Und anschließend erhalten die Künstler ihre Platzierungen.

Nico Fliegner

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