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Rekordobst auf dem Prüfstand

Rekordobst auf dem Prüfstand

Der Auftakt gehörte den Jüngsten. Die Mädchen und Jungen der örtlichen Kindertagesstätte Wurzelbude sowie Pfarrer Albrecht Henning begrüßten traditionell die Besucher zum Heide-Erntefest in und an der Gutsscheune.

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In Schwemsal fand am Wochenende das traditionelle Heide-Erntefest statt.

Quelle: Steffen Brost

Schwemsal. Mit einem kleinen Liederprogramm umrahmten sie den Erntedank-Familiengottesdienst gleich am Morgen.

Zum vierten Mal hatte Gottfried Weihe in seine Scheune eingeladen und sich mit seinem Team wieder eine Menge einfallen lassen. "Wir haben eine Apfelschau, Pilzberater sind zu Gast und ein Pomologe bestimmt unbekannte Apfelsorten. Es gibt verschiedene Getreide- und Kartoffelsorten zu bestaunen und an einer mobilen Mosterei kann eigenes Obst zu Saft verarbeitet werden", fasste Weihe das umfangreiche Programm kurz zusammen. Einiges hatte der Hausherr auch selbst mitgebracht. An einer langen Tischtafel hatte Weihe vierzig verschiedene Sorten Getreide aufgebaut. "Das sind vor allem alte Sorten, die man heute fast vergessen hat. Die heißen beispielsweise Persischer Weizen oder Einkorn Galei. All diese Sorten baue ich im Scheunengarten an. Die Saat habe ich mir vor Jahren im Internet besorgt. Heute nutze ich die Körner für neue Beete. Auch die eigentliche Urform des Korns wird gezeigt.

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Schwemsal. Der Auftakt gehörte den Jüngsten. Die Mädchen und Jungen der örtlichen Kindertagesstätte Wurzelbude sowie Pfarrer Albrecht Henning begrüßten traditionell die Besucher zum Heide-Erntefest in und an der Gutsscheune.

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Das Ziegenaugengras wird als die Mutter des Getreides bezeichnet", erzählte Weihe. Gleich nebenan präsentierte der Schwemsaler Bamberger Hörnchen, viele Reichskanzler und den Ackersegen. Diese etwas eigenartig anmutende Namen gehören allesamt Kartoffeln. 20 verschiedene Sorten baute Weihe für die Besucher auf. Besonders stolz ist der Hobbybauer auf seine englische Kartoffel der Sorte Fortyfold, die aus dem Jahre 1836 stammt. Ihr rötliches Aussehen ähnelt in der Größe und Form ungefähr einem Kornapfel. Gleich kisten- und säckeweise Äpfel hatte Matthias Konschak an seinen mobilen Most-Express zu verkraften. Kistenweise füllte er das von den Leuten mitgebrachte Obst in den großen Edelstahltrichter. Von hier aus nahm das Schicksal seinen Lauf mit den roten und gelben Früchten. Binnen weniger Minuten wurde aus 250 Kilogramm Äpfeln etwa 180 Liter frischer Apfelsaft. Extra aus Selbitz bei Bergwitz kam Albrecht Leutloff nach Schwemsal. Das Auto voller Äpfel aus dem eigenen Garten. "Ich habe hauptsächlich die Sorten Jonagold und Gloster mit. Dazu noch Birnen und Quitten. Daraus wird hier ein herrlicher Saft gepresst. In Fünf-Liter-Behälter abgefüllt versorgen wir damit die gesamte Familie. Sogar in den Westen geht der Saft. So gutes Zeug haben die noch nicht getrunken", lachte Leutloff. Über 100 Apfelsorten hatte Pomologe Ralph Frankenstein im Gepäck. Pomologen identifizieren unbekannte Apfelsorten und freuen sich, wenn sie bei ihren Auftritten vergessen geglaubte Sorten wiederentdecken. „Ich selber kenne fast 200 Apfelsorten sehr genau. Allerdings gibt es in Deutschland schätzungsweise 3000“, sagte Frankenstein. Am Nachbarstand informierte Pilzberaterin Claudia Dietrich über die breite Vielfalt der Pilze.

Musterexemplare aus dem Muldental und Steinbrüchen konnten die Besucher bestaunen. "Leider gibt es in diesem Jahr nicht so viele Pilze. Schuld daran ist der trockene Sommer und wenig Niederschläge", so die Expertin. Wenn man dann im Oktober doch einige Exemplare im Wald findet, sollte man immer Vorsicht walden lassen. "Wer unsicher ist, sollte unbedingt den Pilzberater aufsuchen und nicht auf Leute hören, die meinen, sie kenne alle Sorten", rät Dietrich. Rekordverdächtig war das, was der Bad Dübener Rudolf Müller im Kofferraum seine Autos antransportierte. Sechs Riesenmöhren und einen Kürbis mit über 40 Kilogramm. "Meine Rekordmöhre ist 37 Zentimeter lang. Mal segen, ob es welche gibt, die größer sind", hoffte der Bad Dübener auf die Bestmarke. Und es gab größere. Die Rekordmöhre 2012 wurde von Ursula Schröter aus Schwemsal gestellt. Das außergewöhnliche Exemplar brachte es auf 44 Zentimeter Länge. Die Wertung um den schwersten Kürbis gewann der Eilenburg Manfred Mohrbach mit 65,5 Kilogramm und den größten Apfel schickte die Schwemsalerin Helga Große mit einem Umfang von 38 Zentimeter ins Rennen. Die Wahl des schönsten Blumenstraußes fiel auf die bunte Wiesenmischung der Bad Dübenerin Uta Krause.

Steffen Brost

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