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Rennpiste Windmühlenweg: Anwohner fordern Tempo-30-Zone

Rennpiste Windmühlenweg: Anwohner fordern Tempo-30-Zone

Geht es nach Anwohnern des Bad Dübener Windmühlenweges, gilt im gesamten Gebiet künftig Zone 30. So wie vom Stadtrat empfohlen, stellten Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und Bauamtsleiterin Heike Dietzsch diesen Fakt am Dienstagabend zur Diskussion, als sie gemeinsam mit Jürgen Teuber vom Planungsbüro Martin den geplanten Ausbau des Windmühlenweges präsentierten.

Bad Düben. Vorteil: Die 30 km/h-Regelung gilt auf allen Straßen in diesem Gebiet, Verkehrsschilder könnten eingespart werden. Nachteil: Damit entfällt die gewohnte Vorfahrtsregelung. Prinzipiell gilt rechts vor links. "Ich finde, Zone 30 hat Charme, das würde Geschwindigkeit rausnehmen", so Münster. Die Variante fand deshalb Anklang bei den rund 30 Bewohnern, die da waren: "Es ist eine Zumutung, hier finden jeden Abend Rennen statt. Wenn die Verhältnisse besser sind, verleitet das noch mehr zum Rasen", so die Kritik.

Ab Ende September soll der Ausbau des 800 Meter langen Abschnittes zwischen Gustav-Adolf-Straße und Postweg in vier Abschnitten beginnen. "Wir schreiben jetzt aus, im August trifft der Stadtrat den Vergabe-Beschluss", erklärte Dietzsch. Eine Winterbaustelle werde es auf jeden Fall. Bei milden Temperaturen könne weiter gebaut werden. Die Zufahrt zu den Grundstücken soll weitgehend erhalten bleiben.

Eine separate Radweg-Führung wird es aus Platzgründen nicht geben. Ab der Gustav-Adolf-Straße wird die Straße auf einer Breite von sechs Metern ausgebaut, beidseitig mit Gehwegen. Im Abschnitt Kurve Windmühlenweg bis künftige Nordzufahrt Aldi, der im Postweg/Windmühlenweg gebaut wird, ist die Straße 4,75 Meter breit, hier ist ein Fußweg nur auf einer Seite möglich. Die Bushaltestelle am Abzweig Kohlhaas-Straße kann aus technischen Gründen nicht behindertengerecht ausgebaut werden, bekommt in Höhe des Kiefernwäldchens (gegenüber Block 28) einen neuen Standort. Die dort befindlichen Stellflächen werden auf die gegenüberliegende Seite verlagert, alle anderen bleiben erhalten. Dass die Kiefern weichen müssen, bestätigte Münster auf Anfrage von Petra Würdig (Grüne): "Wir brauchen den Platz." Würdig kritisierte dies: "Ich kann nicht verstehen, dass gesunde Bäume gefällt werden." Auch in anderen Bereichen muss geringfügig Grün entnommen werden, so an der südlichen Zufahrt zum Aldi sowie in einer Kurve. Zwölf neue Bäume werden gepflanzt. "Wir haben darauf geachtet, dass möglichst alle Hecken und Laubbestand erhalten bleiben, Grünflächen geschaffen werden", so Dietzsch.

Die Straßenbeleuchtung bleibt erhalten. Leuchtköpfe wurden bereits ausgetauscht, "wir müssen jetzt Masten und Kabel erneuern". In kritischen Bereichen wie Kurven und an der Bushaltestelle wird ergänzt. An Stellflächen sind 73 öffentliche und damit den Baumpflanzungen und Übergängen geschuldet einige weniger als bisher geplant. Vor dem Block 32 gibt es 33 private.

Rund 1,35 Millionen Euro kostet die Maßnahme. Grundstücks-Eigentümer werden über Straßenausbaubeiträge beteiligt. Die nach Abzug verbleibenden Kosten sind mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost zu 66 Prozent förderfähig. Die Stadt zahlt rund 300 000 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2015
Von Kathrin Kabelitz

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