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Bad Düben Ringdeich Gruna - Baubeginn schon im nächsten Jahr möglich
Region Bad Düben Ringdeich Gruna - Baubeginn schon im nächsten Jahr möglich
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14:56 19.05.2015
Blick auf die Deichbruchstelle zwischen Gruna und Mörtitz. Dort ragen tonnenschwere Spundwände aus dem Deich. Die Bruchstelle ist noch nicht ganz geschlossen. Quelle: Nico Fliegner

Wichtigste Botschaft des Abends: Die Pläne für den Ringdeich in Gruna sind weit gediehen, gebaut werden könnte schon im nächsten Jahr.

Die Parkplätze waren kurz vor 17 Uhr knapp in Laußig, der Saal im Ländlichen Bürgerzentrum bereits überaus gut gefüllt - Stuhl-Mangel. Etwas über 100 Einwohner kamen, um aus erster Hand zu erfahren, wie sich die LTV den künftigen Hochwasserschutz vorstellt. Dazu hatte Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) eine hochkarätige Experten-Runde eingeladen, darunter Sachsens Herr über die Wasseranlagen Axel Bobbe, Leiter des Betriebes Elbe/Mulde/Untere Weiße Elster bei der LTV, sowie Nordsachsens Umweltdezernent und Vize-Landrat Ulrich Fiedler (SPD) und Dezernentin Angelika Stoye.

Was den bereits seit dem Hochwasser 2002 geplanten Ringdeich für Gruna angeht, so soll die Entwurfsplanung in den nächsten Monaten vorliegen und im Spätsommer öffentlich ausgelegt werden. Das sagte Stefan Hain, Projektleiter bei der LTV für den Bereich Mulde. Zum Planfeststellungsbeschluss könnte es dann im nächsten Jahr kommen, ebenso zu einem vorzeitigen Baubeginn. Könnte, wohlgemerkt, "wenn das Verfahren positiv verläuft und es keine Einwände gibt", betonte er. Der reguläre Baustart sei dann für das zweite Quartal 2016 avisiert. Die Arbeiten werden dann ab Baustart insgesamt knapp zwei Jahre andauern.

Der Ringdeich soll Gruna künftig vor Hochwasserereignissen schützen, wie sie statistisch alle Hundert Jahre über die Region hereinbrechen könnten. Kurz gesagt sprechen die Experten von einem HQ-100-Hochwasserschutz. Der eine Bereich des Deiches wird eine Länge von zirka 1,8 Kilometern haben und sieht die Ertüchtigung der bestehenden Deichanlagen vor. Die nördliche Flanke soll mit Spundwänden verstärkt werden. Geplant ist auch, die Überfahrt zum Friedhof höher zu setzen. Im südlichen Bereich entsteht ein Drei-Zonen-Deich. Allerdings sei der Platz beengt. Abschnitte des Ringdeiches würden nah an der Wohnbebauung des Dorfes liegen. Der östliche Ringschluss ist wiederum 1,5 Kilometer lang und wird ebenfalls einen HQ-100-Hochwasserschutz erhalten. Dort ist ein Siel vorgesehen und zwei Deichzufahrten für Landwirtschaftsbetriebe und zur Verbindungsstraße Mörtitz.

Bürgermeister Schneider hält die Zeitschiene "für gewagt", zeigte sich aber zuversichtlich, dass die gehalten werden könne, "wenn wir alle mitarbeiten", sagte er zu den Einwohnern. So soll es noch vor der öffentlichen Auslegung eine weitere Info-Runde in Gruna geben, wo die Pläne im Detail erläutert werden. "Bis zum Sommer kann jeder Bürger individuell mit uns über die Pläne sprechen und Dinge klären", ergänzte Bobbe. Doch sobald die Pläne öffentlich ausliegen, sei dies nicht mehr möglich, nur über Einwände. Und die will die LTV vermeiden, denn sie würden das ganze Verfahren verzögern und den Baubeginn weit hinausschieben, was letztlich nicht im Interesse der Bürger ist.

Für den Polder Gruna-Mörtitz, dessen Fläche Wasser aufnehmen würde, um eine Flutwelle zu verkleinern, steht die Realisierung indes in weiter Ferne. Das Vorhaben hat mittlere Priorität, die Finanzierung ist ungewiss. Der Freistaat hat das Projekt beim Bund eingereicht, hofft jetzt, dort einen Fördertopf anzapfen zu können. Ausgang ungewiss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.01.2014
Nico Fliegner

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