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Ringdeich Gruna: Baustart verzögert sich leicht

Ringdeich Gruna: Baustart verzögert sich leicht

Der Baustart für den geplanten Ringdeich in Gruna verzögert sich leicht. Wie Projektleiter Stefan Hain von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) vor Einwohnern sagte, werde der reguläre Baustart im vierten Quartal 2016 erfolgen.

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Gruna im Fokus des Hochwassers - das Flut-M, ein Denkmal, das die LVZ dem Ort widmete, geht auf die Szenarien der Katastrophe ein.

Quelle: Nico Fliegner

Gruna. Ursprünglichen Angaben zufolge sollte bereits im ersten Quartal 2016 begonnen werden. Dass sich das Vorhaben nunmehr um wenige Monate verzögert, hängt mit der Entwurfsplanung zusammen. Diese musste zuletzt "erheblich überarbeitet" werden, so Hain.

Die aktuelle Zeitkette sieht wie folgt aus: Noch in diesem Monat soll die Genehmigungsplanung fertig werden, im Januar diese dann der Landesdirektion zur Plausibilitätsprüfung vorgelegt werden. Die öffentliche Bekanntmachung und Auslegung werde dann im März 2015 erfolgen. Ein möglicher vorzeitiger Baubeginn wäre im Januar 2016 möglich. Wäre, wohlgemerkt, wenn keine Einwände von Bürgern oder Trägern öffentlicher Belange kommen, beispielsweise Naturschutzverbänden.

Einer, der bereits Einwände ankündigte, ist der örtliche Bio-Bauer Reiche. Denn er befürchtet unter anderem, nicht mehr auf seine Felder zu kommen, weil mit dem Deich Wege abgeschnitten würden. Reiche wäre es aber lieber, diese Dinge vorab zu klären. Denn auch er habe wie die meisten Grunaer kein Interesse, dass sich das Bauprojekt verzögert.

Was Einwände seitens des Naturschutzes angeht, könnten die ausbleiben. Laut LTV würde ohnehin nicht überdimensional zusätzliche Fläche für den neuen Deich beansprucht. Und bei den meisten handele es sich um Ackerflächen. Trotzdem liegt Gruna inmitten sensibler, ökologisch wertvoller Naturschutzgebiete. Für Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) oftmals unverständlich, wenn es dann zu Diskrepanzen mit dem Naturschutz kommt. "Die Menschen müssen uns doch wichtiger sein als vielleicht die eine oder andere Pflanze", sagte das Gemeindeoberhaupt mit Blick auf die zwei schweren Hochwasserereignisse 2002 und 2013; Gruna ging zweimal komplett unter, das Wasser richtete Millionen-Schäden an.

Der Ringdeich soll Gruna künftig vor Hochwasserereignissen schützen, wie sie statistisch alle Hundert Jahre über die Region hereinbrechen könnten. Kurz gesagt sprechen die Experten von einem HQ-100-Hochwasserschutz. Der eine Bereich des Deiches wird eine Länge von zirka 1,8 Kilometern haben und sieht die Ertüchtigung der bestehenden Deichanlagen vor. Die nördliche Flanke soll mit Spundwänden verstärkt werden. Geplant ist auch, die Überfahrt zum Friedhof höher zu setzen. Im südlichen Bereich entsteht ein Drei-Zonen-Deich. Der östliche Ringschluss ist wiederum 1,5 Kilometer lang und wird ebenfalls einen HQ-100-Hochwasserschutz erhalten.

Die LTV benötigt für das Projekt Land, muss Grundstücke erwerben. Um welche es sich konkret handeln wird, werde aus der Planung hervorgehen. Die Flächen sind dann mit der Flurstücksnummer ausgewiesen. Bei den Preisen, die die LTV zahlt, gelten Bodenrichtwerte. Erst nach dem Planfeststellungsbeschluss wird die LTV auf Grundstücksbesitzer zugehen. Wer sich weigert, zu verkaufen, kann im schlimmsten Fall enteignet werden. Und auch das würde dazu führen, dass sich der Baustart verzögert. Bis 2018 soll der Ringdeich stehen und dann Gruna schützen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.07.2014
Von Nico Fliegner

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