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Bad Düben Rohe Gewalt statt sanfter Liebesnacht – Gericht verhandelt nach Straftat in Bad Düben
Region Bad Düben Rohe Gewalt statt sanfter Liebesnacht – Gericht verhandelt nach Straftat in Bad Düben
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10:27 29.05.2017
Verhandelt wurde vor dem Leipziger Landgericht. Quelle: dpa
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Bad Düben/Leipzig

Schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung – dafür steht jetzt die Tschechin Karolina L. (alle Namen geändert) vor dem Landgericht in Leipzig. Laut Anklageschrift hatte sie im März 2016 zusammen mit einer weiteren Frau und einem Mann den Geschädigten Lutz F. in eine Wohnung in Bad Düben gelockt, ihn dort zusammengeschlagen und ausgeraubt.

Am ersten Prozesstag herrschte zwischen Angeklagter und Staatsanwaltschaft Einigkeit darüber, dass Lutz F., wohnhaft in Bad Düben, lebensgefährlich verletzt wurde und dass das Trio mit der EC-Karte des Opfers 180 Euro von seinem Konto erbeutete, sowie einige Damenpflegeprodukte, ein Herrenparfüm und eine Packung Zigarillos aus seiner Wohnung entwendete. Allerdings gehen die Darstellungen der Geschehnisse etwas auseinander. Laut Karolina L., die mit Hilfe ihrer Dolmetscherin eine umfassende Aussage ablegte, war sie selbst in keinen Plan eingeweiht. Laut Anklageschrift fasste sie dagegen den Plan, Lutz F. auszurauben, zusammen mit den anderen beiden Beteiligten.

Mit dem späteren Opfer gefeiert

Karolina L. sagte weiter aus, dass sie mit ihrem Freund im Januar 2016 nach Bad Düben kam. Dort hätten sie bei einem Bekannten gewohnt. Am Abend der Tat wollte ihr Freund dann zu Luisa D., einer neuen Bekannten in Bad Düben. Sie sei mitgegangen. In der Wohnung der Frau hätten sie dann zusammen mit Lutz F. gefeiert. Sie selbst habe aber keinen Alkohol getrunken, sagte die Angeklagte. Lutz F. habe dann irgendwann baden gehen wollen, woraufhin die Bekannte ihm ein Bad eingelassen habe. „Dann hat Luisa die Jacke vom Lutz durchsucht, die Geldkarte und den Wohnungsschlüssel herausgezogen. Sie fragte ihn danach noch nach seiner PIN.“

Die Drei seien zum Geldautomaten gegangen und hoben das Geld ab. „Ich habe meinen Anteil abgelehnt“, so Karolina L. Dann seien sie zur Wohnung des Geschädigten gegangen und ihr Freund sowie die Bekannte hätten diese durchsucht. Zurück in der Wohnung der Bekannten hätten sie Musik angemacht und dazu getanzt.

Verhandlung vertagt

Ihr Freund habe dann versucht, sie an den Geschädigten zu verkaufen, so die Angeklagte weiter. Als dieser aber keine 600 Euro für eine Nacht mit Karolina L. bezahlen wollte, sei die Gewalt losgegangen. „Ich habe meinen Freund gefragt, was er da macht, daraufhin hat er mich geschlagen und ich bin ins Bad gelaufen.“ Irgendwann kam wegen des Lärms schließlich die Polizei.

Von der Anklageschrift unterscheidet sich die Aussage in einigen Punkten. Von einer Badewanne war beispielsweise keine Rede und die Gewalt sollte schon vor dem Gang zum Geldautomaten stattgefunden haben. Der Geschädigte Lutz F. konnte sich ebenfalls an kein Bad erinnern – gab allerdings zu, dass er an dem Abend sehr betrunken gewesen sei und wahrscheinlich nicht mehr alles wisse. Luisa D., die schon rechtskräftig verurteilt ist und als Zeugin geladen war, erzählte ebenfalls von der Badewanne. Außerdem gab sie ebenfalls an, nichts von einem Plan gewusst zu haben.

Auch mit weiteren Nachfragen konnte der Vorsitzende Richter Jens Kaden noch nicht klären, welcher Verlauf des Abends am wahrscheinlichsten ist. Die Verhandlung wurde vertagt – insgesamt sind bisher drei Fortsetzungstermine geplant.

Von Andrea Schulze

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