Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Rolli-Fahrer werden im Bad Dübener Kurpark ausgebremst
Region Bad Düben Rolli-Fahrer werden im Bad Dübener Kurpark ausgebremst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 21.10.2016
Edeltraud Koch mit ihrem Elektrorollstuhl. Im Kurpark hat die 71-Jährige immer wieder Probleme, durch die gemauerten Regenrinnen zu kommen. Quelle: Steffen Brost
Anzeige
Bad Düben

Edeltraud Koch ist 71 Jahre alt. Seit 15 Jahren sitzt die Bad Dübenerin, die im Stadtteil Hammermühle wohnt, im Rollstuhl. Sie hat eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit und ist auf ihren Rollstuhl angewiesen. Die Rentnerin freut sich, wenn sie bei schönem Wetter durch den ruhigen, waldreichen Ortsteil rollen und auch ab und zu Ausflüge in den nahen Kurpark machen kann. Doch der erweist sich immer mehr als rollstuhlfeindlich.

Regenrinnen sind Problem

„Wir sind doch Kurstadt und haben gerade den Bad-Status für weitere Jahre bekommen. Meiner Meinung nach wird für die Rollstuhlfahrer, gerade im Kurpark, zu wenig getan. Da tun sich immer mehr Barrieren auf“, schimpft die Rentnerin. Die 71-Jährige spielt dabei zum einen auf die Wege an. Dort löst sich der verfestigte Kies mittlerweile wieder ab. Andererseits werden die gemauerten Regenrinnen an vielen Zugängen des Parks zum Verhängnis. Mittlerweile schauen die Kanten der Mauersteine an den Rinnen teilweise zentimeterhoch aus dem Boden und lassen die Überquerung zu einem Risiko werden.

Begehung wünschenswert

„Meistens fahre ich mich schon vorher am losen Kies fest. Manchmal stellen sich die Räder quer und ich bleibe auch in den Rinnen hängen, weil die unterschiedlich tief sind“, schildert Koch das Problem. „Bei manchen komme ich noch durch, weil ich einen leistungsstarken Motor im Elektrorollstuhl habe. Aber inzwischen fahre ich mich auch hier fest. Dann muss ich warten, bis mir fremde Leute helfen. Rollstühle mit Handbetrieb haben da gar keine Chance. Auch für die Menschen mit Gehhilfen ist das eine ganz schöne Hürde“, kritisiert die Rentnerin.

Im Vorfeld der diesjährigen Begehung mit dem Gremium für die Kurstatutsvergabe hätte sich die 71-Jährige einen Rundgang zur Barrierefreiheit gewünscht. „Den gab es bei der vorletzten Vergabe über den Kriminalpräventiven Rat. Da sind wir mit Rollstuhlfahrern und Blinden durch die Stadt gelaufen und haben die Mängel aufgezeigt. Dadurch konnten wir verschiedene Dinge ändern, damit die Menschen mit Einschränkungen besser durchkommen. Leider hat so etwas diesmal nicht stattgefunden“, so Koch weiter.

Stadtverwaltung verspricht Hilfe

Mittlerweile weiß auch die Stadtverwaltung von den Problemen der Rollstuhlfahrer im Kurpark und verspricht Abhilfe. Die gemauerten Regerinnen wurden nach der Parksanierung kurz nach der Wende eingebaut, um das Regenwasser gezielter ableiten zu können. „Ich weiß, was Frau Koch meint. Da müsste man wirklich mal nachbessern. Wir werden das im Frühjahr nächsten Jahres in Angriff nehmen“, so Heike Dietzsch vom Bauamt.

Von Steffen Brost

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Grunaer Kirche erstrahlte 2012 nach zehnjähriger Sanierung im neuen Glanz. Doch bereits im Juni 2013 stand das Gotteshaus erneut unter Wasser. Jetzt wird erneut in der Hoffnung saniert, dass der geplante schützende Ringdeich dieses Mal eher als ein großes Hochwasser kommt.

23.10.2016

Das Heizungsbauunternehmen Kräger in Laußig verlegt seinen Firmensitz. Es zieht komplett auf das ehemalige ACZ-Gelände. Im neuen Komplex entsteht unter anderem der neue Vorfertigungs- und Werkstattbereich. Außerdem Lagerräume, Büros, der Kundendienstbereich sowie Schulungs- und Ausstellungsräume.

19.10.2016

Mit flotten Slogans werben Gemeinden in Nordsachsen um Zuneigung und Einwohner. So stemmen sie sich gegen den Sog der Schwarmstadt Leipzig. Die Slogans reichen dabei vom Eilenburger „Das Beste an Leipzig“ bis zur Oschatzer Kampagne „ O Schatz, komm zurück“.

22.10.2016
Anzeige